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Alstom kündigt Zugeständnisse bezüglich Bombardier Übernahme an

Talent 2 Regionaltriebzugproduktion in Hennigsdorf bei Berlin I © www.vml-bb.de / Bombardier

Am Mittwoch, 8. Juli trafen sich die Anteilseigner von Alstom unter anderem mit der geplanten Übernahme von Bombardier Transportation. Bei derart großen Firmenübernahmen hat die Wettbewerbskomission der EU durchaus ein Wort mitzureden. Die Frist dafür endet am 16. Juli. Vor diesem Hintergrund hat Alstom heute (9. Juli) einen ersten Vorschlag für Zugeständnisse gemacht, um eine mögliche Monopolstellung des zukünftigen Konzerns zu verhindern.

Nach ersten Gesprächen mit der Europäischen Kommission kündigte Alstom in Abstimmung mit Bombardier Transportation und der Caisse de Depot et Placement du Québec (CDPQ) seine Absicht an, Zugeständnisse einzugehen, um auf die potenziellen Bedenken der Europäischen Kommission zu reagieren.

Die vorgeschlagenen Vorschläge umfassen:

  • Übertragung des Anteils von Bombardier Transportation zum Hochgeschwindigkeitszug V300 ZEFIRO, der von Bombardier in Zusammenarbeit mit Hitachi Italien (ehemals Ansaldo Breda) für Trenitalia entwickelt und hergestellt wurde.
  • Die Veräußerung des Alstom Coradia Polyvalent und des Produktionsstandorts Reichshoffen in Frankreich
  • Die Veräußerung der Bombardier TALENT 3-Plattform und dedizierter Produktionsstätten am deutschen Standort Hennigsdorf
  • Bereitstellung des Zugriffs auf bestimmte Schnittstellen und Produkte für einige der Signalisierungs-On-Board-Einheiten und Train Control Management-Systeme (TCMS) von Bombardier Transportation

Laut Zeitungsberichten, die Anfang dieser Woche veröffentlicht wurden, erwarten Marktanalysatoren nach der Übernahme von Bombardier Transportation eine sehr starke Marktposition von Alstom, die zu einem Marktanteil von nahezu 100% in Frankreich und einem Marktanteil von ca. 70% für Regionalzüge in Deutschland geführt hätte. Ursprüngliche Befürchtungen, dass auch der Alstom Standort Salzgitter und die Bombardier Standorte Bautzen und Görlitz, wo unter anderem Straßenbahnen und Doppelstockwagen produziert werden, geschlossen werden, haben sich bislang nicht bewahrheitet. Insbesondere die Sächsische Landesregierung hat für die Werke in Bautzen und Görlitz bereits Unterstützung in Form einer geplanten Bürgschaft angekündigt.

Ungewissene Zukunft für den Bombardier Standort Hennigsdorf? I
© www.vml-bb.de / Bombardier

Die geplanten Verpflichtungen müssen von der Europäischen Kommission genehmigt werden. Der Abschluss der Übernahme von Bombardier Transportation bleibt für das erste Halbjahr 2021 auf Kurs, wie wir hier bereits berichtet haben:

09.07.2020

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Ich sehe Schwarz für den Standort Henningsdorf sollte dieser veräussert werden. Bombardier hat dort schon massiv Arbeitsplätze abgebaut und der neue Eigentümer wird wahrscheinlich den gesamten Standort schließen.