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Ausbau des ÖPNV in Stadt und Land Salzburg beschlossen

Salzburger Lokalbahn-Triebwagen | © D. Budach

Das österreichische Klimaschutzministerium, das Land Salzburg und die Stadt Salzburg haben am 21.12.2020 ein umfangreiches Paket zum Ausbau des Öffentlichen Personen-Nahverkehrs fixiert. Unterzeichnet wurden Rahmenverträge für den Bau der Regionalstadtbahn, den Ausbau des Lokalbahn-Nordastes, gemeinsame Investition von Bund und Land in die Pinzgauer Lokalbahn sowie die Umsetzung des „1-2-3-Klimatickets“. 50 Prozent der Investitionen in die Salzburger Lokalbahn wird der Bund tragen.

Der zentrale Meilenstein des historischen Pakets für den öffentlichen Verkehr in Salzburg ist die Rahmenvereinbarung für die Regionalstadtbahn. Schon im Jahr 2023 soll Baubeginn für den ersten Abschnitt bis zum Schloss Mirabell sein. Auch für die weiteren Ausbaustufen und Planungsschritte hat das Klimaschutzministerium zugesichert, die Hälfte der Kosten zu finanzieren.

Landeshauptmann Wilfried Haslauer unterschrieb heute das Übereinkommen mit dem Bund, vertreten von Klimaschutzministerin Leonore Gewessler, Landeshauptmann-Stellvertreter Heinrich Schellhorn, Verkehrslandesrat Stefan Schnöll und Salzburg Vizebürgermeisterin Barbara Unterkofler. „Die klimafreundliche Mobilitätswende spielt eine zentrale Rolle, um für nachfolgende Generationen einen bedeutsamen Mehrwert zu generieren. Die Realisierung der Regionalstadtbahn stellt für uns eines der größten Zukunftsprojekte im Verkehrsbereich dar“, sagt Landeshauptmann Wilfried Haslauer.

Varianten zur Trassenführung der Salzburger Regionalstadtbahn | © Landes-Medienzentrum

Die Regionalstadtbahn sieht eine Tunnelstrecke unter der Salzburger Innenstadt und verschiedene, oberirdische Ausbaustrecken zur besseren An- und Einbindung des Umlandes an die Landeshauptstadt vor. Siehe hierzu u.a.: https://www.rsb.jetzt/category/s-bahn-als-rsb/linienkonzepte/

Eckpunkte der Vereinbarungen

Besiegelt wurden gemeinsame Investitionen von rund 900 Mio. EUR für die Planung und den Ausbau der Salzburger Lokalbahn. Dazu gehören im wesentlichen:

  • Planungstätigkeiten für die erste Etappe der unterirdischen Verlängerung der Lokalbahn vom bestehenden, seit 1996 angefahrenen unterirdischen Endpunkt Salzburg Lokalbahnhof (am Hauptbahnhof) bis zum Mirabellplatz, als erste Etappe der künftigen Regionalstadtbahn: Beginn Erarbeitung der Einreichplanung im Jahr 2021
  • Baubeginn der Regionalstadtbahn 2023
  • Baumaßnahmen zum Neubau der 1. Teilstrecke Lokalbahnhof Salzburg – Mirabellplatz bis 2025
  • Planungstätigkeiten Teilprojekt Anbindung Messebahn
  • Planungstätigkeiten und multilaterale Abstimmungen zum Teil 2 des Gesamtprojektes (Mirabellplatz – Salzburg Süd)
  • Weitere Planungstätigkeiten für das Gesamtprojekt (Teil 2 „Mirabellplatz – Salzburg Süd“, Teil 3 „Salzburg Süd – Hallein“) . ie Vorarbeiten für die Teile 2 und 3 werden parallel zur Einreichplanung Teil 1 gestartet, mit dem Ziel eine zügige Fertigstellung des Gesamtprojektes sicherzustellen.
  • Ausbau des Nordastes der Salzburger Lokalbahn – Baubeginn 2021


Der Ausbau des bestehenden Nordastes umfasst dabei u.a. Maßnahmen zur Bestandsicherung inklusive neuem Sicherungssystem, die Errichtung eines neuen Betriebswerks im Bereich Bergheim/Anthering, den Neubau der Bahnhöfe Itzling, Bergheim und Bürmoos sowie den zweigleisigen Ausbau des Abschnitts Itzling – Muntigl – Siggerwiesen und der Ausfahrt Bürmoos.

Der Ausbau des Bahnhofs Itzling ist Teil der beschlossenen Maßnahmen für den Nordast | © D. Budach

Außerdem sind zur Förderung des ÖPNV in Stadt und Region Salzburg u.a. Investition in Höhe von 8 Mio. EUR in die 750mm-spurige, dieselbetriebene Pinzgauer Lokalbahn bis 2025 vorgesehen sowie die Einführung des sogenannten “1-2-3 Klimatickets” noch im Jahr 2021, das die Nutzung aller öffentlichen Verkehrsmittel in Österreich zum Preis von 1.095 EUR pro Jahr vorsieht.

Bereits vorher beschlossen worden war die Beschaffung von 20 (+ 5 weiteren optional) neuen Stadtbahnwagen nach dem gemeinsamen VDV-Tram-Train Konzept, für das die Ausschreibung gerade läuft. Siehe dazu auch unseren Beitrag unter:
https://www.urban-transport-magazine.com/tram-train-fuer-alle-sechs-unternehmen-starten-gemeinsame-fahrzeugausschreibung/

Design der künftigen VDV-Tram-Train Züge | © VDV
Stellungnahmen

Die Beteiligten kommentierten diese wichtigen Ausbauschritte, die eine verstärkte Nutzung des ÖPNV und eine Minderung des Individualverkehrs als klare Zielsetzung haben.

„Die Verlängerung der Salzburger Lokalbahn ist nun endlich auf Schiene. Unsere intensiven Vorarbeiten machen sich jetzt bezahlt. Der Bund hat uns heute vertraglich eine Mitfinanzierung von jedenfalls 50 Prozent zugesagt. Wir rechnen mit einem Baubeginn 2023. Nach dem ersten Schritt bis zum Schloss Mirabell planen wir die Strecke durch die Stadt bis in den Süden nach Hallein. Damit schaffen wir eine attraktive Schienen-Verbindung zwischen Nord und Süd. Das bringt vor allem für die vielen Pendler enorm attraktive Anbindungen und eine Alternative für die Staugeplagten“, so Verkehrslandesrat Stefan Schnöll, der sich ausdrücklich bei Bundesministerin Leonore Gewessler für das gute Miteinander bedankt.

„Hier haben wir gemeinsam wirklich Großes geschafft. Die Verlängerung der Salzburger Lokalbahn kommt, die Salzburgerinnen und Salzburger profitieren von einem besseren Angebot und von einem günstigen Ticket. Mit dem 1-2-3-Klimaticket um 1.095 Euro ein Jahr lang bequem mit allen Öffis durch ganz Österreich – und das schon 2021“, so Klimaschutzministerin Leonore Gewessler.

„Gerade in Krisenzeiten ist es enorm wichtig, mit Zuversicht in die Zukunft zu blicken und mit Entschlossenheit zu handeln. Daher halten wir in der Salzburger Landesregierung an unserem Weg fest, durch Investitionen und zentrale Weichenstellungen klare Schwerpunkte zu setzen“, so Landeshauptmann Haslauer für den „Investitionen das beste Mittel für Wirtschaft und Beschäftigung“ sind.

„Der Verkehr ist Klimasünder Nummer 1 in Österreich. Es freut mich, dass uns jetzt ein wichtiger Schritt im Ausbau des Öffentlichen Verkehrs in Salzburg und damit ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz gelungen ist. Bei der Mobilitätswende und im Klimaschutz kommen wir nur voran, wenn wir gemeinsam an einem Strang ziehen. Genau das passiert nun mit der starken Achse Bund, Land und Stadt. Wenn wir in diese Richtung mit erhöhtem Tempo weitergehen, schaffen wir es, Salzburg bis zum Jahr 2050 klimaneutral, energieautonom und nachhaltig zu machen“, betont Landeshauptmann-Stellvertreter Heinrich Schellhorn.

Barbara Unterkofler, Vizebürgermeisterin der Stadt Salzburg betont, dass nun alle Ebenen bei diesem wichtigen Projekt an einem Strang ziehen. Das beweise auch, dass seit 2018 im Gemeinderat der Stadt Salzburg jeder Beschluss einstimmig gefasst werden konnte. „Der Verkehr endet nicht an der Stadtgrenze, sondern wird auch vom Umland maßgeblich beeinflusst. Umso wichtiger ist dieser enge Schulterschluss zwischen Stadt und Land. Die Verlängerung der Lokalbahn, mit der langfristigen Einbindung aller Gleisrelationen, wird nicht nur den Verkehr deutlich entflechten und entlasten, sondern auch Klima und Umwelt werden deutlich profitieren. In Verbindung mit den zahlreichen weiteren Maßnahmen, die wir derzeit bearbeiten sieht man: Die Mobilitätswende in Salzburg ist auf dem Weg“, so Unterkofler.

(Nach Informationen des Landes-Medienzentrums Salzburg)

Bisheriger, unterirdischer Endpunkt der Lokalbahn am Hauptbahnhof | © Dirk Budach

13.01.2021

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