
Am Abend des 11. Januar 2026 verließ zum letzten Mal ein Zug die Endstation der Frankfurter U-Bahn-Linie U2 im Bad Homburger Stadtteil Gonzenheim, mit Prominenz aus Lokalpolitik und von den Verkehrsbetrieben im Rahmen einer offiziellen Verabschiedung. Seit 1971 war hier Endpunkt der wichtigen Verbindung im Frankfurter Umland – Fahrgäste müssen seither für die Weiterfahrt ins Zentrum der Kurstadt in einen Bus umsteigen. Denn die heutige U-Bahn ist aus einer Überlandstraßenbahn, der Linie 25 der sogenannten Taunusbahnen, hervorgegangen, die früher über viele Jahrzehnte weiter in die Bad Homburger Innenstadt und darüber hinaus führte. Doch die schweren, längeren und breiteren Metrozüge wollte man der Ortsstraße nicht zumuten, und für eine unterirdische Weiterführung ins Zentrum fehlte das Geld.


In den letzten 30 Jahren hatte es immer wieder Ansätze gegeben, die Strecke über ihren ungünstig am Stadtrand gelegenen Endpunkt Gonzenheim hinaus zu verlängern, verschiedene Varianten wurden diskutiert, doch sehr lange war dabei die Finanzierung ein wesentlicher Hinderungsgrund.
Vor gut 10 Jahren fand die Variante einer Verlängerung zum Umsteigeknotenpunkt am S-Bahnhof Bad Homburg die Akzeptanz der verantwortlichen Gremien: Dabei wird der bisherige Endpunkt aufgegeben und die Strecke kurz vor der Station in einen 355 Meter langen Tunnel verlegt. Darin entsteht auch eine neue, unterirdische Haltestelle Gonzenheim. Die Strecke nähert sich dann den Gleisen der Regional- und S-Bahn-Strecke an und verlässt den Tunnel wieder, um von hier aus parallel zu den Eisenbahngleisen bis zum Bahnhof Bad Homburg zu führen. Insgesamt 1,6 km neue Strecke werden so entstehen. Eine Führung ins eigentliche Stadtzentrum ist mit dieser Variante allerdings auf lange Zeit nicht realisitisch zu erwarten.


Das gesamte Bauvorhaben wurde im Jahr 2016 planfestgestellt, in einem anschließenden Bürgerentscheid erhielt das Projekt am 28. Oktober 2018 über 70% Zustimmung. 2020 erfolgt die Gründung der Stadtbahngesellschaft mbH Bad Homburg v. d. Höhe (SBHG), und am 9. Dezember 2025 war es endlich soweit: Der erste offizielle Spatenstich für die Verlängerung konnte gefeiert werden. Seit dem 12. Januar 2026 endet die U2 vorerst zwei Halte vor Gonzenheim in Nieder-Eschbach, ein Busersatzverkehr ist eingerichtet. Voraussichtlich ab Anfang März fährt die U-Bahn dann wieder eine Station weiter bis Ober-Eschbach, sobald dort ein Umbau der Gleisanlagen eine Wendemöglichkeit bietet. Nach aktuellem Zeitplan ist eine Inbetriebnahme der Neubaustrecke im Jahr 2029 angedacht.



