Bozen: Wasserstoffbusse und Batteriebusse in Südtirol

Einer der fünf neuen Caetano H2-Busse auf dem Bozener Waltherplatz | © Dirk Budach

Die Südtiroler Landeshauptstadt Bozen entwickelt sich zu einem Praxistestfeld für verschiedene Omnibusmodelle mit Wasserstoffantrieb – neben diversen batterie-elektrischen Bussen verschiedener Hersteller.

Schon 2013 hatte der regionale Verkehrsbetriebe SASA im Rahmen der sogenannten CHIC-Initiative (Clean Hydrogen in European Cities) fünf Mercedes-Benz Citaro H2 Busse in Dienst gestellt und im Linienbetrieb eingesetzt. Gleichzeitig entstand die nötige Infrastruktur bei den Verkehrsbetrieben, wenn auch zunächst in recht provisorischer Form. 2020/21 stellte SASA zwölf Solaris Urbino Wasserstoffbusse in Solo- und Gelenkausführung in Dienst und 2025 kamen neun Mercedes-Benz eCitaro G fuel cell Wasserstoff-Gelenkbusse von Daimler Buses nach Bozen, die die Brennstoffzellentechnik als eine Art erweiterten Range Extender für den elektrischen Antrieb nutzen und auf Überlandlinien zum Einsatz kommen. Fünf Caetano H2 City Gold ergänzten im Frühjahr 2026 den Fuhrpark und sind ebenfalls bereits im Liniendienst zu finden.

Solaris Urbino 18 hydrogen in Bozen | © Dirk Budach
Solaris H2-Bus Urbino 12 hydrogen auf dem Waltherplatz in Bozen | © Dirk Budach
Mercedes-Benz eCitaro G fuel cell auf der Linie 131 nach Kaltern, die früher von der elektrischen Überetscherbahn bedient wurde | © Dirk Budach

Neben all diesen Brennstoffzellenbussen kommen auch unterschiedliche batterie-elektrische Omnibusse zum Einsatz, sodass der Bestand lokal emissionsfreier Busse aktuell insgesamt 45 Fahrzeuge umfasst. So wurden 2018 je zwei Urbino 12 und Urbino 18 electric beschafft, und inzwischen sind weitere hinzugkommen. Drei  Rampini Midi-Eletrobusse von Typ Electron in 8 Meter Länge fahren ebenfalls in Bozen. Eine Opportunity Charging Station von Medcom ist am Bahnhof/ZOB Bozen installiert.

Einer von drei Rampini Elektro-Midibussen am Bahnhof Bozen | © Dirk Budach
Medcom Ladestation am ZOB Bozen | © Dirk Budach

Die Nutzung von Wasserstoffbussen unterschiedlicher Typen und Hersteller gibt den Südtirolern ein umfangreiches Erfahrungspotenzial, das in weitere Beschaffungsentscheidungen einfließen wird. Der Ausbau der Elektromobilität im ÖPNV auf Basis von Wasserstoffantrieben ist in Bozen recht weit oben auf der Agenda. Die Fertigstellung einer zweiten, noch größeren H2-Tankinfrastruktur unterstreicht dies noch einmal. Hier ist eine Photovoltaikanlage installiert und eine 2MW Elektrolyseanlage zur Erzeugung von „grünen“ Wasserstoff – der soll so künftig ganz überwiegend lokal emissionsfrei hergestellt werden.

Mercedes-Benz eCitaro G fuel cell Wasserstoffbus neben Solaris Urbino 18 electric | © Dirk Budach
24.06.2026