
Die argentinische Hauptstadt Buenos Aires folgt dem Beispiel anderer Millionenstädte und wertet das System BRT – Bus Rapid Transit – auf: Überwiegend auf Eigentrasse mit Bevorrechtigung an Ampelanlagen sollen nun Elektrobusse eine schnelle und komfortable Fahrt bieten und den Nahverkehr vor Ort attraktiver machen. Buslinien mit teilweise vom Individualverkehr separierten Fahrspuren gibt es schon seit geraumer Zeit; zehn Linien gehören zu diesem sogenannten Metrobusnetz. Als „Trambus“ wird dagegen das neue Elektrobus-System in Buenos Aires bezeichnet.
Soeben beginnt eine erste Pilotphase: Fünf elektrische 12-Meter-Busse fahren auf einem zwölf Kilometer langen Abschnitt entlang der Avenida Juan B. Justo. Die erste reguläre Trambus-Linie, die neue Linie T1, soll bis Ende 2026 starten und von Nueva Pompeya bis zum Aeroparque führen, vorbei u. a. an den Bezirken Palermo und Caballito. 35 bzw. 36 Haltestellen sind im Verlauf der neuen Linie vorgesehen; elf davon an besonderen Knotenpunkten erhalten ein spezielles Design. Die Reisezeit soll sich durch die abgetrennten Fahrspuren um rund 40 % gegenüber dem heutigen Linienverkehr auf gleicher Strecke reduzieren. Eine zweite Linie, T2, ist zur Inbetriebnahme 2027 vorgesehen – längerfristig sollen weitere Strecken folgen.

Für die ersten beiden Linien ist die Beschaffung von 40 Solowagen, 15 Gelenkwagen und 40 Ladestationen des argentinischen Karosseriebauers Todobus geplant – auf Fahrgestellen und mit E-Ausrüstung der brasilianischen Agrale-Gruppe, vertrieben in Argentinien durch die Firma Megacar. Gefertigt werden die Busse auf den Agrale-Chassis MT17e (Solowagen) und MT27e (Gelenkwagen).
Das äussere Design erinnert an ein bekanntes südeuropäisches BRT-Elektrobus-Modell, dessen Hersteller ebenfalls an der Ausschreibung teilgenommen hatte und nach der Vorqualifikation ursprünglich die 15 Gelenkwagen liefern sollte. Bei der endgültigen Vergabe bekam jedoch Megacar/Agrale/Todobus den Zuschlag.

Fünf Busse sind aktuell ausgeliefert und nehmen den Verkehr in der schon erwähnten Pilotphase auf. Bis zum Frühjahr 2026 sollen 20 Solowagen ausgeliefert sein. Die ersten Fahrzeuge erregten bei den Probefahrten durch ihr abweichendes Design bereits einige Aufmerksamkeit.
Einige Fahrzeugdaten – Agrale Modell MT17e:
- Länge: 12,2 m
- Breite: 2,46 m
- Achsstand: 6,2 m
- E-Motor: Permanentmagnet-Synchronmotor
- Leistung: max. Nennleistung 400 kW
- Batterien: 8 Li-Ion-LFP à 280 kWh
- Erwartete Reichweite: 270 km





