
Der Schienenfahrzeughersteller mit seinem Hauptsitz im spanischen Beasain wird 19 Straßenbahnzüge nach Tours liefern. Es handelt sich dabei bereits um den dritten Straßenbahngroßauftrag seit 2022, nach dem sich bereits die Verkehrsbetriebe in Montpellier und Marseille für die Urbos Trams von CAF entschieden hatten. Dies ist insofern eine Überraschung, als das die meisten französischen Städte bisher eher Stammkunden bei der französischen Alstom waren und sind. Die neuen Fahrzeuge sollen auf der in Bau befindlichen, 12,5 km langen zweiten Straßenbahnlinie der Stadt eingesetzt werden.
Gebaut werden die neuen Trams in Frankreich am Standort Standort Bagnères-de-Bigorre (ehemals CFD), der im Jahr 2011 durch die CAF übernommen wurde.
Betrieb auf Linien 1 und 2
Die Urbos Straßenbahnen für Tours werden ab 2027 geliefert, die Auslieferung der Serie erfolgt dann gestaffelt bis zur kommerziellen Inbetriebnahme der neuen Linie im Jahr 2028. Darüber hinaus wird das CAF die entsprechenden Ersatzteile und Spezialwerkzeuge liefern, heißt es in einer Pressemitteilung.
Die neuen siebenteiligen Straßenbahnen entsprechen in den Abmessungen den Alstom Citadis Trams der Linie 1 mit einer Länge von 42 Metern und einer Breite von 2,3 Metern. Die Fahrgastkapazität beträgt ebenfalls 280 Personen. Ob die neuen CAF Bahnen auch das RCP mit schwarzer Frontmaske und beleuchteten LED-Streifen übernehmen werden, ist noch nicht bekannt.

Die Urbos sollen allerdingsinteroperabel mit den Fahrzeugen der im Jahr 2013 eröffneten Linie 1 sein, die in der Innenstadt oberleitungsfrei mit Alstom’s APS (Alimentation par le Sol = Stromzuführung durch den Boden) betrieben wird. Die mittelalterliche Stadt Tours, die für ihre gotische Architektur und als Tor zum Loire-Tal mit seinen berühmten Schlössern bekannt ist, ist eine von vier französischen Städten, die sich für das APS-System entschieden haben, um die Straßenbahn in der Innenstadt oberleitungsfrei zu machen.
Zwar liegen über die neuen CAF Züge noch keine technischen Details vor, allerdings ist davon auszugehen, dass diese nicht mit dem proprietären APS-System von Alstom ausgestattet werden, sondern die etwa 2 km lange oberleitungsfreie Strecke im Stadtzentrum mit dem Batteriespeicher überbrücken.
Das APS-System verwendet eine 750 Volt Gleichstrom-Schiene zwischen den Führungsschienen für die Räder. Die Stromschiene ist in acht Meter lange, spannungsführende Sektionen mit dazwischenliegenden drei Meter langen isolierten Abschnitten unterteilt. Ein Triebwagen aktiviert die benötigten Sektionen per Funksignal an Kontrollboxen, die alle 22 Meter im Boden installiert sind, sodass nur die Segmente unter dem Fahrzeug unter Spannung stehen. Eine Kontrollstation überwacht den Betriebszustand und schaltet bei Störungen die betroffene Strecke ab, bevor die übrigen Abschnitte wieder aktiviert werden. Bei einem technischen Problem können die Fahrzeuge auf Batteriebetrieb umschalten und bis zu 150 Meter mit 3 km/h zurücklegen.
17.03.2025
