Das Projekt S-Tram 17 der Baselland Transport AG

von Erik Buch
Linie 17 heute mit zwei Stadler Be 6/10 «Tango» am Claraplatz | © Budach

Das Projekt S-Tram 17 in Basel verfolgt das Ziel, die heutige Tramlinie 17 zu einer sogenannten „S-Tram“ aufzuwerten und ab dem Jahr 2030 ganztags in einem beschleunigten Fahrbetrieb anzubieten. Damit soll insbesondere das Leimental, mit Orten wie Rodersdorf oder Ettingen, effizienter mit dem Bahnhof Basel SBB sowie mit wichtigen Arbeitsgebieten rund um den Wettsteinplatz und den Badischen Bahnhof verbunden werden. Der Begriff S-Tram leitet sich von S-Bahn ab, die für schnelle Verbindungen vom Umland mit größeren Zentren steht.

Herzstück des Vorhabens ist die neue Margarethenverbindung, eine rund 300 Meter lange Strecke, die eine direkte Verbindung ermöglicht. Diese Abkürzung bringt zusammen mit weiteren Anpassungen einen Fahrzeitgewinn von bis zu zwölf Minuten. Etwa vier Minuten werden dadurch eingespart, dass das S-Tram nicht mehr an allen Haltestellen hält. Weitere fünf Minuten lassen sich durch die direktere Linienführung über die Margarethenverbindung gewinnen, und drei Minuten kommen dank eines neuen Bahnsteigzugangs an der Margarethenbrücke hinzu.

© BLT

Neben den reinen Fahrzeitgewinnen bringt das Projekt weitere Vorteile. Durch die alternative Trassenführung wird die Basler Innenstadt vom Tramverkehr entlastet, und das gesamte Netz wird robuster und widerstandsfähiger gegenüber Störungen. Zusätzliche Wendemöglichkeiten in Bottmingen erhöhen zudem die betriebliche Flexibilität und Stabilität.

Die Linie 17 fährt künftig ganztags vom Badischen Bahnhof über den Bahnhof SBB, die Margarthenbrücke und Ettingen bis nach Rodersdorf, während die Linie 10 bis Ettingen Dorf verkürzt wird. Wie eine S-Bahn hält die neue „S-Tram“ 17 im vorderen Leimen­tal nur noch einmal pro Ort­schaft. An den bis Ettlingen ausgelassen, d.h. nicht bedienten Stationen, hält weiterhin die Linie 10.

Be 8/10 «TINA» auf Linie 10 – Bankverein | © Urban Transport Magazine/b

Die BLT beschreibt die künftige betriebliche Abwicklung: „Zwischen zwei Trams der Linie 10 be­trägt der Abstand jeweils 7,5 Mi­nuten. Das S-Tram 17 kann somit in Ettingen kurz vor einem Tram der Linie 10 ab­fahren und holt bis Basel (Dorenbach) trotz der kürzeren Fahr­zeit das vor­dere Tram der Linie 10 nicht ein. Der Be­trieb der lang­samen Linie 10 und der schnellen Linie 17 ist also auf der­selben Strecke mög­lich, ohne dass sich die Trams gegen­seitig über­holen müssen.“

Um diese Verbesserungen umsetzen und einen reibungslosen Fahrplanbetrieb sicherstellen zu können, sind einige gezielte Infrastrukturmaßnahmen geplant. Neben der Margarethenverbindung gehören dazu ein neuer Perronzugang an der Margarethenbrücke, eine ÖV-Drehscheibe mit Wendemöglichkeit in Bottmingen, der Ausbau des Doppelspurabschnitts beim Spiesshöfli, die Neugestaltung des Abschnitts zwischen Zoo und Heuwaage sowie die Modernisierung der Bestandsstrecke von Ettingen bis Zoo.

Die Umsetzung des Projekts ist für das Jahr 2030 vorgesehen. Die Kosten für die Margarethenverbindung allein werden derzeit auf acht bis fünfzehn Millionen Franken geschätzt. Weitere Bauabschnitte, etwa im Klybeck-Areal, könnten bis zu sechzig Millionen Franken erfordern. Ein großer Teil der Finanzierung soll durch Bundesmittel gedeckt werden. Entscheidend für das Gelingen ist jedoch ein geordneter Projektverlauf. Deshalb wird eine Projektvorlage bis Ende 2025 angestrebt, damit weder Verzögerungen noch zusätzliche Kosten entstehen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das S-Tram 17 ein vergleichsweise kleines, aber sehr wirkungsvolles Infrastrukturprojekt ist. Mit minimalen baulichen Eingriffen und einer klugen Linienführung kann der öffentliche Verkehr spürbar effizienter und zuverlässiger gestaltet werden. Für Menschen im Leimental bedeutet das künftig eine schnellere, direktere und komfortablere Verbindung, während gleichzeitig die Leistungsfähigkeit des gesamten Basler Tramnetzes gestärkt wird.

Stadler Be 6/10 «Tango» auf der heutigen Linie 17 am Claraplatz | © Budach
19.03.2026