
Nur 1,5 km lang ist sie bisher, die Neubaustrecke entlang der Fürstenrieder Straße in München, und doch markiert sie einen ganz wesentlichen Schritt nach vorn beim Ausbau des Münchner Tramnetzes. Nach Jahrzehnten der Planung und Vorbereitung ist damit endlich eine erste Teilstrecke der wichtigen Tangentialverbindung im Westen der bayerischen Landeshauptstadt in Betrieb.
Begonnen hatte der elektrische Nahverkehr auf dieser Route schon 1948, als der erste Teilabschnitt eine Obuslinie in Betrieb ging. In ihrem Endausbau zwischen 1953 und 1966 entsprach sie ziemlich genau der nun zwischen den Romanplatz im Nordwesten und der Aidenbachstraße am Ratzingerplatz im Südwesten verlaufenden Strecke.
Schon seit den 1980er Jahren war auf dieser Strecke eine Tramverbindung immer wieder im Gespräch, es sollte aber noch mehr als 30 Jahre dauern, bis der Bau der Strecke konkret beschlossen werden konnte. Ein letzter Meilenstein vor Baubeginn war der Planfeststellungsbeschluss für den ersten Abschnitt im September 2023 . Wir hatten HIER darüber berichtet.
Auf insgesamt 8,25 km Länge soll die Westtangente künftig den Romanplatz im Nordwesten mit der Aidenbachstraße im Südwesten verbinden. Nun ging am Samstag, den 28. Februar 2026, der erste Bauabschnitt zwischen den Stationen Fürstenrieder Straße und Ammerseestraße in den Linienbetrieb, mit den Zwischenhaltestellen Laimer Platz und Aindorferstraße. Hier fährt jetzt die neue Linie 14, die ab Fürstenrieder Straße ihre Fahrt in Richtung Westen gemeinsam mit der Linie 19 bis zum Pasinger Bahnhof fortsetzt. Am anderen Ende der Neubaustrecke geht es für die Linie 14 weiter über die bestehende Strecke der Linie 18 bis zur Wendeschleife am Gondrellplatz in Kleinhadern. Alle 10 Minuten fährt tagsüber eine Bahn, am frühen Morgen und in den späteren Abendstunden ab 22 Uhr nur noch alle 20 Minuten.

Der erste Abschnitt der Tram-Westtangente ist fast genau 1500 Meter lang mit den drei Haltestellen Fürstenrieder Straße, Laimer Platz und Aindorferstraße, die vollständig barrierefrei mit nahezu niveaugleichem Einstieg errichtet sind und bereits für längere Züge mit bis zu 56 Meter Länge ausgelegt sind. Zur Teilinbetriebnahme werden zunächst dreiteilige Fahrzeuge auf der Strecke verkehren. Mit der Fertigstellung der Gesamtstrecke wird das Fahrgastaufkommen erheblich steigen, dafür werden schrittweise größere Fahrzeuge eingesetzt werden.


Im Zuge der Bauarbeiten für die Neubaustrecke wurde auch die bestehende Haltestelle Fürstenrieder Straße der Linie 19 barrierefrei ausgebaut, die bereits seit Dezember 2025 in Betrieb ist. Diese wurde mit einer freistehenden und daher besonders gut einsehbaren Dynamischen Fahrgastinformation (DFI) mit Vorlesefunktion für Fahrgäste mit Sehbehinderung ausgestattet. An den meisten Haltestellen machen das Rasengleis sowie Baumpflanzungen die Umgebung grüner und freundlicher.
Weitere Bauabschnitte
Die nächsten Bauetappen beginnen zunächst auf dem nach Süden anschließenden Abschnitt von der Ammerseestraße bis zum Waldfriedhof und werden später bis zur U-Bahnstation Aidenbachstraße fortgeführt. Die Inbetriebnahme dieser Streckenabschnitte ist für das Jahr 2028 vorgesehen.
Im Norden hängt der Lückenschluss zwischen der Fürstenrieder Straße und dem Romanplatz von der Fertigstellung der sogenannten Umweltverbundröhre am S-Bahnhof Laim ab. Diese wird neben der Tram auch dem Fuß- und Radverkehr zur Verfügung stehen und von der Deutschen Bahn im Rahmen des Projekts 2. S-Bahn-Stammstrecke errichtet. Auch hier wird eine Inbetriebnahme im Jahr 2028 angestrebt.
In der Wotanstraße wurden im Zuge einer anderen Baumaßnahme bereits vorbereitend Gleise verlegt. Ebenso sind die Weichen für die Einbindung in die bestehende Strecke der Linien 16 und 17 bereits eingebaut.
Nach ihrer vollständigen Fertigstellung wird die Tram-Westtangente auf der gesamten Strecke von der verlängerten Linie 12 bedient. Sie schafft dann eine direkte und schnelle Querverbindung ohne Umstieg von Obersendling über Hadern, Sendling und Laim nach Nymphenburg sowie weiter über die bestehende Strecke bis nach Schwabing Nord.


