
Auf einer Sonderkonferenz der Verkehrsminister am 18. September 2025 in München haben die Bundesländer einstimmig ein Maßnahmenpaket beschlossen, das die Zukunft des Deutschlandtickets bis 2030 sichern soll. Das bundesweite Pauschalticket, das seit Mai 2023 erhältlich ist und inzwischen rund 14 Millionen Abonnenten zählt, war immer wieder durch Streitigkeiten über die Finanzierung gefährdet.
Kernpunkt der Einigung ist eine moderate Preisanhebung: Ab 2026 steigt der Preis von derzeit 49 auf 63 Euro pro Monat. Ab 2027 soll eine indexbasierte Fortschreibung greifen, die Kostenentwicklungen bei Löhnen und Energie automatisch berücksichtigt. Bund und Länder wollen weiterhin zu gleichen Teilen jeweils 1,5 Milliarden Euro jährlich beisteuern – vorausgesetzt, der Bund sagt diesen Beitrag verbindlich bis 2030 zu.

Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter sprach von einem „Gesamtpaket“, das Planungssicherheit schaffe. Baden-Württembergs Winfried Hermann betonte, die Entscheidung bringe endlich Klarheit für Fahrgäste und Verkehrsunternehmen. Auch Saarlands Ministerin Petra Berg nannte den Kompromiss unverzichtbar, um das Preis-Leistungs-Verhältnis attraktiv zu halten.
Kritik gab es an der Bundesregierung, die frühere Zusagen zur dauerhaften Preisstabilität nicht eingelöst habe. Vertreter aus Sachsen-Anhalt und Thüringen warnten zudem vor einer einseitigen Subventionierung städtischer Angebote zulasten des ländlichen Raums und machten deutlich, dass die Länderbeiträge nicht über 1,5 Milliarden Euro hinausgehen dürfen.
Ergänzend beschlossen die Minister die Einrichtung einer gemeinsamen Kommission aus Bund, Ländern und externen Experten. Bis Mitte 2026 soll dieses Gremium Vorschläge erarbeiten, wie die Regionalisierungsmittel aufgestockt und langfristig stabilisiert werden können – eine zentrale Voraussetzung, um neben dem Deutschlandticket auch das Angebot im öffentlichen Nahverkehr verlässlich weiterzuentwickeln.

Winfried Hermann, Verkehrsminister von Baden-Württemberg: „Wir haben heute eine Lösung für die Weiterführung des Deutschtickets gefunden, was für die Kundinnen und Kunden die dringend notwendige Klarheit und Sicherheit bringt. Das Deutschlandticket ist mit 14 Millionen Abos eine echte Erfolgsgeschichte. Weil der Bund bisher eine dauerhafte Finanzierung abgelehnt hat, wurde das Ticket immer wieder in Frage gestellt. Und es war bis heute wieder in Gefahr. Dass wir nun eine Lösung ab dem kommenden Jahr gefunden haben, war dringend notwendig. Das Ticket bleibt damit vor allem ein sehr einfach nutzbares Angebot. Und das ist jetzt gesichert bis 2030. Wir hätten uns vom Bund mehr Mittel erhofft, um den Preis günstiger halten zu können. Die Lösung jetzt ist ein Kompromiss zwischen 16 Bundesländern und dem Bund. Der Preis bleibt verglichen mit den allermeisten Monatsabos attraktiv, doch je mehr Menschen ein Abo haben, desto günstiger bleibt das Ticket für alle.“
Im europäischen Vergleich gibt es ähnliche Angebote wir das österreichische Klimaticket und die stark subventionierten Regional- und Pendlerfahrkarten in Spanien. Auch wenn sich diese drei Ansätze in ihrem Umfang und ihren Preismodellen unterscheiden, unterstreichen sie doch einen wachsenden europäischen Trend: die Nutzung einfacher, landesweiter Tarifangebote als Instrument zur Förderung der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel, zur Verringerung der Abhängigkeit vom Auto und zur Förderung klimapolitischer Ziele.
18.09.2025
