Ein echter Großauftrag: New York schreibt bis zu 2.390 U-Bahn-Wagen aus

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Die Metropolitan Transportation Authority (MTA) hat eine Ausschreibung für die größte Fahrzeugbeschaffung in ihrer Geschichte gestartet. Der Basisauftrag umfasst 1.140 neue U-Bahn-Wagen, die die veralteten R62- und R62A-Flotten auf den Linien 1, 3 und 6 ersetzen sollen. Eine Option über weitere 1.250 Fahrzeuge würde zudem die Ablösung der R142- und R142A-Züge auf den Linien 2, 4 und 5 ermöglichen.

Insgesamt könnte der Auftrag ein Volumen von bis zu 2.390 Fahrzeugen erreichen und damit die gesamten Flotten der Chicago Transit Authority und der Massachusetts Bay Transportation Authority zusammen übertreffen. Die neuen Fahrzeuge mit der Bezeichnung R262 werden überwiegend über den Investmentplan 2025–2029 der MTA finanziert, der mit einem Rekordvolumen von 68 Milliarden US-Dollar von Kathy Hochul und der Legislative des Bundesstaates verabschiedet wurde. Weitere Mittel stammen aus dem Kapitalplan 2020–2024, der unter anderem durch Einnahmen aus der City-Maut unterstützt wird.

Die Beschaffung erfolgt im Rahmen eines überarbeiteten Rolling-Stock-Programms, das modernisierte und innovationsfreundlichere Vertragsbedingungen vorsieht. Mehr als 60 % der technischen Anforderungen sind nun leistungsbasiert statt konstruktionsvorgebend, und erstmals müssen Anbieter auch Prognosen zu den Lebenszykluskosten vorlegen. Ziel ist ein ausgewogenes Vertragsmodell, das sowohl den aktuellen Herausforderungen der Hersteller Rechnung trägt als auch der MTA die notwendigen Instrumente für eine termingerechte Lieferung hochwertiger Fahrzeuge sichert.

Bei vollständiger Ausübung aller Optionen könnten bis zu 36,4 % der gesamten U-Bahn-Flotte ersetzt werden (17,3 % bereits durch den Basisauftrag). Die Gesamtflotte umfasst derzeit 6.574 Fahrzeuge. Die neuen R262-Züge sollen die Zuverlässigkeit deutlich erhöhen, mit einer geforderten mittleren Laufleistung zwischen Ausfällen (MDBF) von 200.000 Meilen gegenüber rund 89.000 Meilen bei den R62/R62A-Fahrzeugen.

Darüber hinaus definiert die Ausschreibung zahlreiche Verbesserungen in den Bereichen Fahrgastkomfort, Effizienz und Sicherheit. Dazu zählen modernisierte Fahrgastinformationssysteme, Assistenzsysteme für hörgeschädigte Fahrgäste sowie die mögliche Einführung von durchgängigen Wagenübergängen (Open Gangways) – erstmals im A-Division-Netz (nummerierte Linien). Weitere Merkmale sind automatische Fahrgastzählsysteme, vereinfachte elektrische Bremssysteme, Videoüberwachung im Fahrzeug und an Bahnsteigen sowie elektronische Zugangssicherungen für den Fahrerstand.

Angebote müssen bis zum 8. September 2026 eingereicht werden, die Vergabe des Auftrags ist für Anfang 2028 vorgesehen.

(Info: MTA)

Ältere Subway-Züge werden u.a. auf der Linie 1 ersetzt | © Urban Transport Magazine/b
24.03.2026