• de
  • en

GVB Gera setzt auf längere Züge – Leihtriebwagen aus Darmstadt unterstützt neues Betriebskonzept

Ein aus Darmstadt ausgeliehener Triebwagen wird für ein Jahr den Straßenbahnbetrieb in Gera unterstützen I © GVB Gera

Mit gebrauchten Beiwagen aus Darmstadt will die Verkehrs- und Betriebsgesellschaft Gera (GVB) künftig längere und durchgehend niederflurige Straßenbahnzüge bilden. Unterstützt wird dieses Konzept durch einen leihweise von der HEAG mobilo zur Verfügung gestellten Triebwagen vom Typ ST14, der in Gera die Betriebsnummer 213 trägt. Das Fahrzeug soll sowohl im Zulassungsverfahren nach § 62 BOStrab als Zugfahrzeug für die übernommenen SB9-Beiwagen dienen als auch helfen, längere Fahrzeugausfälle infolge von Unfällen oder Instandsetzungen abzufedern.

Hintergrund ist die geplante Umstellung der stark frequentierten Linie 3 auf einen 7,5-Minuten-Takt, und die gleichzeitig Notwendigkeit, die wachsende Nachfrage zu bewältigen. 2024 zählte die GVB mit 17,4 Millionen Fahrgästen bereits deutlich mehr Nutzer als 2019 (15,9 Millionen). Mit dem neuen Taktkonzept sollen künftig 11 statt 15 Umläufe benötigt werden.

Zur Flotte gehören bislang sechs modernisierte KTNF8-Doppeltraktionen sowie zwölf Niederflurwagen vom Typ NGT8G, die derzeit im Fünf-Minuten-Takt an der Kapazitätsgrenze verkehren. 2024 übernahm die GVB sechs SB9-Niederflurbeiwagen von der HEAG mobilo – zum symbolischen Preis von 1 Euro pro Stück. Diese Beiwagen, die bereits hinter baugleichen Triebwagen in Darmstadt liefen, werden nun für rund 100.000 Euro je Fahrzeug modernisiert.

Sechs SB9-Beiwagen wurden 2024 zu einem symbolischen Preis aus Darmstadt erworben und werden derzeit in Gera generalüberholt I © UTM /b

Der ST14-Triebwagen bleibt vorerst in seiner Darmstädter Lackierung und wird nach abgeschlossener Fahrerschulung voraussichtlich 2025 in den Fahrgastbetrieb gehen. Parallel beginnt die Auslieferung der neuen Stadler Tina-Fahrzeuge, mit denen Gera seine Straßenbahnflotte langfristig modernisieren will. Über die neuen Stadler Triebwagen berichteten wir hier:

06.11.2025