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Île-de-France: Elektrische Doppelgelenkbusse nehmen den Betrieb auf der BRT-Linie Tzen 4 auf

© Île-de-France mobilités

Im Großraum Paris, in der Region Île-de-France, ging am 10. Februar 2026 die lange erwartete, neue Bus-Rapid-Transit-Linie Tzen 4 in Betrieb: Sie verbessert vor allem die Mobilität im Département Essonne südlich von Paris. Die Linie verbindet auf einer rund 14 Kilometer langen Strecke die Städte Viry-Châtillon und Corbeil-Essonnes und führt dabei durch Grigny, Ris-Orangis sowie Évry-Courcouronnes. Damit erschließt sie dicht besiedelte Wohngebiete, wichtige Arbeitsstandorte und mehrere Umsteigepunkte zum Schienenverkehr.

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© Sylvain Cambon / Île-de-France Mobilités Press

Der Tzen 4 gehört zum sogenannten „Bus à Haut Niveau de Service“ (BHNS), also zu einem Bussystem mit besonders hoher Qualität und Leistungsfähigkeit, international auch als Bus Rapid Transit (BRT) bezeichnet. Ein Großteil der Strecke verläuft auf eigenen Busspuren, wodurch Staus weitgehend vermieden werden. Zudem erhalten die Busse an vielen Kreuzungen Vorrangschaltungen an Ampeln. Das sorgt für eine deutlich höhere Pünktlichkeit und kürzere Reisezeiten im Vergleich zur früheren Buslinie, die der Tzen 4 schrittweise ersetzt.

Entlang der Strecke wurden 30 moderne Haltestellen errichtet. Diese sind barrierefrei gestaltet, verfügen über dynamische Fahrgastinformationsanzeigen und bieten mehr Komfort und Sicherheit für die Fahrgäste. Zum Einsatz kommen 24 Meter lange elektrische Doppelgelenkbusse mit einer Kapazität von bis zu 140 Personen. Damit bieten sie rund 40 Prozent mehr Platz als die bisherigen Fahrzeuge. Der Auftrag für die Fahrzeuge ging ursprünglich an den belgischen Hersteller Van Hool, der aber Insolvenz anmelden musste. Zu diesem Zeitpunkt war erst ein Fahrzeug fertiggestellt, weitere befanden sich in verschiedenen Baustadien im Herstellerwerk. Die schweizerische Hess AG übernahm schließlich die Fertigstellung am belgischen Werksstandort von Van Hool und lieferte alle Wagen in 2025 aus.  Das Fahrzeug war schon 2023 auf der Busworld in Brüssel zu sehen.

Der erste Wagen noch von Van Hool, auf der Busworld 2023 | © Budach
Underground charging | © Île-de-France Mobilités

Die Busse sind vollständig elektrisch betrieben und werden über ein Schnellladesystem an ausgewählten Haltestellen in rund fünf Minuten aufgeladen. Dabei handelt es sich um das von Alstom entwickelte Bodenladesystem SRS (static charging system).

Neben Klimaanlage und großzügigen Innenräumen stehen auch USB-Ladeanschlüsse sowie moderne Informationssysteme zur Verfügung.

Der Betrieb erfolgt täglich von frühmorgens bis etwa ein Uhr nachts. In den Hauptverkehrszeiten fährt ein Bus im Fünf-Minuten-Takt, wodurch eine hohe Beförderungskapazität gewährleistet wird. Langfristig rechnet man mit rund 50.000 Fahrgästen pro Tag. Die neue Linie verbessert zudem die Anbindung an andere Verkehrsmittel wie den RER D, die Straßenbahnlinie T12 sowie den Tzen 1 und stärkt damit das gesamte Verkehrsnetz im Süden der Metropolregion Paris. Aktuell fährt noch die bisherige Buslinie 4206 weiterhin zusätzlich zu Tzen 4  von Montag bis Freitag alle 15 Minuten, um einen stufenweisen Übergang auf das neue System sicherzustellen.

Mit Investitionskosten von rund 123 Millionen Euro, getragen von der Region Île-de-France, dem Département Essonne, dem französischen Staat und der Europäischen Union, wird der Tzen 4 nicht nur als reines Verkehrsprojekt, sondern auch Teil einer umfassenden Stadtentwicklungsstrategie angesehen.

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11.02.2026