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In Stockholm fährt Schwedens erste BRT Elektrobus-Linie

BYD Elektro-Gelenkbus von Nobina Sverige auf der neuen BRT-Linie | © Leif Stolt

Seit 17. August fährt in Schwedens Hauptstadt Stockholm die erste mit Elektrobussen betriebene Linie nach BRT-Standard des Landes: Die Busse haben weitgehend Vorrang an Kreuzungen und Kreisverkehren und fahren zum größten Teil auf reservierter Eigentrasse – international als Bus Rapid Transit (BRT) bezeichnet.

Die Busse verkehren zunächst zwischen dem Neubaugebiet Barkarbystaden in Järfälla, nordwestlich von Stockholm gelegen, und der nächstgelegenen U-Bahn-Station Akalla. Später wird diese Linie bis zum Nahverkehrsknotenpunkt Barkarby verlängert, wo Umsteigemöglichkeit auf Nahverkehrszüge bestehen wird. Nobina Sverige ist der Betreiber der Linie, die seit ihrer Inbetriebnahme die Reisezeit auf der Strecke von zuvor zwölf Minuten auf sechs Minuten halbiert hat. 

Neues Design auch an den Haltestellen | © Leif Stolt

Die vier E-Gelenkbusse für die BRT-Linie stammen aus dem BYD-Werk in der chinesischen Stadt Hangzhou. Die Fabrik baut nur Busse für den Exportmarkt. Die 18 Meter langen Gelenkwagen zeigen innen und außen ein neues Design für SL, den Verkehrsverbund im Großraum Stockholm. Vier breite elektrische Doppeltüren sorgen für schnelles Ein- und Aussteigen und damit auch für kurze Stopps und schnellen Verkehr. Die Fahrgastkapazität beträgt 88 Passagiere, verteilt auf 35 Sitzplätze und 53 Stehplätze. Vor dem zweiten und vierten Türpaar befinden sich auf der rechten Seite Sitze in Längsanordnung. Weitere 16 Wagen der gleichen Bauserie setzt Nobina in Linköping im Stadtverkehr ein.

Das Aufladen der Fahrzeuge geschieht im Nobina Busdepot in Järfälla, wo sie stationiert sind. Die Motorleistung beträgt nominal 250 kW. Der Akkus haben eine Kapazität von 522 kW, geeignet für eine Fahrleistung von 290 km mit einer Ladung unter günstigen Bedingungen. Gefahren werden jedoch im Umlauf vorerst nur 190 km, bis sie zum Aufladen einen Depotstopp einlegen. Da jeder Bus ungefähr 300 km pro Tag fahren muss, bedeutet dies, dass zusätzlich zum nächtlichen Aufladen ein Wagentausch im pro Bus im Umlauf erforderlich ist.

Die Investition in den öffentlichen Verkehr in Barkarbystaden erfolgt in enger Zusammenarbeit zwischen der Gemeinde Järfälla, der Region Stockholm und dem Busunternehmen Nobina. Die Investition umfasst auch die autonom fahrenden Minibusse von EasyMile, die hier seit Herbst 2018 im Einsatz stehen, sowie einen autonom fahrenden 12-Meter-Testbus von Scania.

Heckansicht | © Leif Stolt

12.11.2020

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