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Köln: KVB-Chefin Haaks macht Straßenbahn-„Führerschein“

Stefanie Haaks bei ihrer ersten Fahrgast-Fahrt mit Pressevertretern im Führerstand von Tw 4120 | © KVB

Köln, 25. August 2020, 11 Uhr, Neumarkt: Tw 4120 der Kölner Verkehrs Betriebe, ein Bombardier-Triebwagen vom Kölner Typ „K 4000“, startet zu einer Sonderfahrt Richtung KVB-Unternehmenszentrale und Betriebshof West an der Scheidtweilerstraße. Das Besondere bei dieser Tour: im Fahrerstand sitzt nicht „irgendein“ Fahrer oder „irgendeine“ Fahrerin der KVB. Nein, hier hat KVB-Chefin Stefanie Haaks persönlich Platz genommen, und sie wird den Zug sicher zur Scheidtweilerstraße bringen.

Gerade hat sie ihre „Führerschein-Prüfung“ für diesen Straßenbahn-Typ bestanden. Noch allerdings muss sie während ihrer ersten 21 Dienste von einem Lehrfahrer begleitet werden …

KVB Serie 4000 | © D. Budach

Dabei ist Frau Haaks durchaus kein Neuling mehr im Führerstand einer Schienenbahn. Bevor sie ihre Stelle als Vorstandsvorsitzende bei den Kölner Verkehrs Betrieben antrat, arbeitete sie bei der Stuttgarter SSB. Und auch hier erwarb sie die Berechtigung, dortige Bahnen selber zu fahren.

Warum denn dann in Köln noch einmal? Wenn ich einmal einen Busführerschein gemacht habe, darf ich doch auch in ganz Europa so ein Auto fahren …

Na ja, bei der (Straßen-)Bahn ist das eben alles nicht so einfach. Während bei einem Bus egal welchen Herstellers die Bedien-Elemente immer an demselben Platz sind und dabei auch immer für dieselben Funktionen zuständig sind (Beschleunigen, Bremsen, eventuell Kuppeln), ist das bei Schienenbahnen deutlich komplizierter. Dazu kommen spezielle Regeln der jeweiligen Verkehrsbetriebe, während für Busse immer dieselbe Straßenverkehrsordnung gilt. Kurz: wer für den Bahntyp Z bei Betrieb A eine Fahrerlaubnis hat, darf noch lange nicht den Typ Y beim  Nachbarbetrieb B fahren. Mehr noch: unter Umständen nicht einmal den Typ Y im  eigenen Betrieb.

Da Stefanie Haaks indes aus Stuttgart schon die Bedienung von Schienenbahnen kannte, musste sie in Köln nur eine verkürzte Schulung durchlaufen. Die sie jetzt mit Erfolg mit einer (auch schriftlichen) Prüfung abgeschlossen hat.

Frau Haaks resümiert: „Die Ausbildung war anspruchsvoll – schließlich durfte die eigentliche Arbeit als Vorstandsvorsitzende nicht leiden – aber die Ausbildung war auch spannend und hat mir Spaß gemacht.“

Warum aber „tut sich eine Vorstandsvorsitzende so etwas an“? Die Antwort ist einfach: Frau Haaks will den Arbeitsalltag ihrer Mitarbeiter kennen, die Tag für Tag „auf der Bahn sitzen“. Und natürlich lernt man den am besten kennen, wenn man die Bahn da mal selber fährt. Haaks: „Das hohe Verkehrsaufkommen und die Menschenmassen in der Stadt stellen für die Kolleginnen und Kollegen jeden Tag eine besondere Herausforderung dar. Mit ihrer verantwortungsvollen Arbeit leisten sie einen ganz wichtigen Beitrag, dass die Stadt mobil bleibt.“

Zudem will Stefanie Haaks mit ihrem Engagement auf dem Führerstand der Stadtbahnen auch für den Beruf der Straßenbahnfahrerin und des Straßenbahnfahrers werben. Denn Kölns KVB brauchen dringend Mitarbeiter für diese Tätigkeiten.

Und in Zukunft? In Zukunft will Frau Haaks sich immer mal wieder selber „ans Steuer“ einer Bahn setzen. Zum Beispiel, wenn im Müngersdorfer Stadion mal wieder ein „großes“ Fußballspiel ist und deshalb zum An- und Abtransport der Fans alles gebraucht wird, was irgend fahren kann. Und zwar nicht nur, wenn es um die Fahrzeuge geht, sondern wenn eben auch beim Personal „jeder Mann“ dringend gebraucht wird …

10.09.2020

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