
Krakau erweitert seine Straßenbahnflotte: Am 1. Dezember unterzeichneten der städtische Verkehrsbetrieb MPK Kraków und PESA Bydgoszcz einen Vertrag über die Lieferung von 20 neuen, über 43 Meter langen Niederflur-Straßenbahnen. Der Auftragswert beträgt 461,1 Mio. PLN netto. Dies sind etwa 23,06 Mio. PLN (ca. 5,45 Mio. Euro) pro Fahrzeug. Die Auslieferung ist zwischen dem 3. Quartal 2028 und Mitte 2029 vorgesehen. Wir berichteten über den Rahmenauftrag, der auch kürzere Fahrzeuge vorsieht, hier:
Die neuen Fahrzeuge ergänzen die bestehende Flotte, die bereits teilweise aus Niederflurwagen besteht. Damit wird Krakau künftig insgesamt 57 der längsten Straßenbahnen Polens einsetzen – vor allem auf hochbelasteten Linien wie der stark frequentierten Linie 52 (Czerwone Maki P+R – Os. Piastów). Mit der Inbetriebnahme können dort die letzten Dreifachzüge der hochflurigen Baureihe 105Na vollständig ersetzt werden.
Die mehr als 43 Meter langen Fahrzeuge verfügen über einen 100 % Niederfluranteil, Klimaanlage, Videoüberwachung, ein modernes Fahrgastinformationssystem für sehbehinderte Personen sowie eine Rollstuhlrampe und eine entsprechende Mehrzweckfläche. Alle 20 Wagen erhalten zudem Defibrillatoren (AED). Ein Fahrzeug wird zusätzlich mit Batterien ausgestattet, die einen oberleitungsfreien Betrieb über rund 3 km ermöglichen – eine Premiere für Fahrzeuge dieser Länge in Polen.

Finanziert wird der Kauf über ein zinsgünstiges Darlehen der staatlichen Entwicklungsbank BGK im Rahmen des Nationalen Wiederaufbauplans (KPO), mit festem Zinssatz von nur 1 % und einer Laufzeit von 20 Jahren. MPK-Chef Rafał Świerczyński betont, dass diese Konditionen die Betriebskosten senken, ohne die kommunalen Tarife zu belasten.
MPK plant bereits weitere Investitionen: Bis zu 40 zusätzliche Straßenbahnen – darunter zehn weitere über 43-Meter-Wagen sowie 30 rund 33 Meter lange Einrichtungsfahrzeuge – sollen in den kommenden Jahren beschafft werden, um das Ziel einer vollständig niederflurigen und klimatisierten Flotte zu erreichen.
05.12.2025
