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Kraków: Eine Straßenbahn als Kölscher Film-Komparse

Köln in Kraków: Straßenbahn und Haltestelle wurden für zwei Nächte nach Kölner Vorbild verwandelt I © ZTP Kraków

In der Nacht des 9. und 10. Dezember diente die unterirdische Krakauer Haltestelle „Politechnika“ als Filmkulisse für die Serie „Westwall“, die das ZDF derzeit in Polen, Köln und Umgebung dreht. Sie spielte unter anderem die Haltestelle „Rudolfplatz“ in Köln, Deutschland. An den Dreharbeiten nahm auch eine Bombardier Straßenbahn der MPK Kraków teil, der zu diesem Anlass die Farben der Kölner Verkehrs-Betriebe AG erhielt.
Die Straßenbahnen in Kraków (Krakau) tragen üblicherweise eine Farbgebung in königsblau mit weißen und schwarzen Farbelementen. Die Wagennummer 1448 des Fahrzeug ist imaginär. Die Stadt- und Straßenbahnwagennummern der KVB Köln nutzen die Zahlenbereiche 2000, 4000 und 5000.

Bildergalerie (zum Öffnen bitte anklicken):

Bei dem Fahrzeug handelt es sich um ein Fahrzeug der Baureihe NGT6 der ersten oder zweiten Bauserie aus den Jahren 1999/ 2000/ 2003, von denen insgesamt 26 nach Kraków geliefert wurden. Konzeptionell sind die Niederflurstraßenbahnen von Kraków und Köln zufällig sogar verwandt. Bei den NGT6 in Kraków wie auch bei die K4000 und K4500 in Köln handelt es sich um sechsachsige dreiteilige Niederflurgelentriebwagen des Herstellers Bombardier mit einem mittig angeordneten Gelenkwägelchen. Die Krakauer Fahrzeuge gehören jedoch der „Flexity Classic“ Produktfamilie an, während es sich bei den Kölner Pendants um Fahrzeuge der Familie „Flexity Swift“ handelt. Auch in den Dimensionen unterscheiden sich die Fahrzeuge: Krakóws Flexity’s sind 26 m lang und 2,4 m breit, während die Kölner Variante als Niederflurstadtbahn mit 28,4 m (K4000) bzw. 28,5 m (K4500) Länge und 2,65 m Breite deutlich größer ausgelegt wurde.

Der Triebwagen wurde mit der Linie 12 nach Merkenich beschildert, die auch in Köln über den Rudolfplatz verläuft und mit Niederflurbahnen betrieben wird I © ZTP Kraków

Die Tunnelhaltestelle ist eine von zwei unterirdischen Haltestellen im gesamten Krakauer Straßenbahnnetz. Die 1,4 km lange Tunnelstrecke führt über Politechnika mit der gleichnamigen Haltestelle auch direkt unter dem Hauptbahnhof (Dworzec). Bisherige U-Bahn Planungen für Kraków sind bislang im Sande verlaufen. Einen Übersichtsplan der Straßenbahn Kraków findet sich hier:

http://www.urbanrail.net/eu/pl/kra/krakow.htm

Sechsteilige Miniserie vom ZDF

Bei dem Filmprojekt handelt es sich um eine sechsteilige Event-Miniserie mit dem Arbeitstitel „Westwall“. Basis ist der gleichnamige Roman von Benedikt Gollhardt, der als Creative Producer auch das Drehbuch schrieb. Isa Prahl inszeniert den atemlosen Thriller um die ungewöhnliche Liebesgeschichte von Julia (Emma Bading) und Nick (Jannik Schümann), die in eine rechtsextremistische Verschwörung verwickelt werden. 

Als die junge Polizeischülerin Julia Gerloff den geheimnisvollen Nick kennenlernt, ist sie drauf und dran, sich zu verlieben. Doch nach der ersten gemeinsamen Nacht entdeckt sie geschockt, dass Nick ein riesiges Hakenkreuz-Tattoo auf dem Rücken trägt. Julias Vater, der Altlinke Wolfgang (Karsten Mielke), ist empört, und auch ihre Mitbewohnerin Lydia (Lorna Ishema) rät Julia, den Typen sofort zu vergessen. Doch Julia glaubt Nick, der beteuert, dass er sein früheres Leben hinter sich gelassen habe. 

Kölner Liniennetzplan mit Haltestellenbeschriftung „Rudolfplatz“ in der Straßenbahnhaltestelle „Politechnika“ in Kraków I © ZTP Kraków

Julia beginnt, auf eigene Faust zu recherchieren, und erkennt bald, dass sie nur eine Marionette in einem viel größeren Plan ist. Als sie auf ein rechtsextremes Netzwerk stößt, das bis in die Polizei und den Verfassungsschutz reicht, gerät ihr Leben völlig aus den Fugen. Sie folgt einer Spur tief in die Wälder der Eifel zu den verlassenen Bunkern des Westwalls. An der alten Verteidigungsanlage aus dem Zweiten Weltkrieg findet die Polizeischülerin den Unterschlupf einer Terroristin (Jeanette Hain) – mit der sie mehr verbindet, als sie ahnt. 

In weiteren Rollen spielen Devid Striesow, Rainer Bock, David Schütter, Suzanne von Borsody, Kostja Ullmann, Stephan Grossmann, Ilknur Boyraz und andere. Es produziert die Gaumont GmbH, Köln. Die Produzentinnen und Produzenten sind Sabine de Mardt, Andreas Bareiss und Rainer Marquass. Die ZDF-Redaktion liegt bei Bastian Wagner und Johannes Frick-Königsmann. Die Dreharbeiten dauern voraussichtlich bis Dezember 2020, ein Sendetermin steht noch nicht fest. 

Quellen: ZDF, ZTP Kraków

13.12.2020
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