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Metro-Linie 3 von Guadalajara, Mexiko, eröffnet

Die 19,8 km lange Metrolinie 3 in Guadalajara wurde am 12. September eröffnet I © Roberto Castañeda

Am 12. September ging in Guadalajara, mit 4 Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt Mexikos, die Linie 3 des kombinierten Stadtbahn- / U-Bahn-Systems in Betrieb. Die Linie verläuft in Nordwest – Südost Richtung, hat eine Länge von 19,8 km Kilometern und umfasst 18 Stationen. Angebunden werden die Orte Zapopan, Guadalajara und Tlaquepaque. Betreiber ist SITEUR (Sistema del Tren Eléctrico Urbano – Städtisches elektrisches Zugsystem). Die neue Linie wird voraussichtlich täglich rund 230.000 Passagiere befördern.

Im Jahr 2014 wurde Alstom vom mexikanischen Bundessekretariat für Kommunikation und Verkehr (SCT) beauftragt, die Metrolinie 3 als Turnkey Projekt zu bauen. Das Projekt umfasst eine Investition von knapp 330 Mio. EUR (davon 240 Mio. EUR für Alstom).

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Der Lieferumfang umfasst die Lieferung von 18 Metropolis-Dreiwagenzügen, Kommunikationssystemen, Hochspannungsausrüstung und Unterwerken sowie dem Signalsystem auf der Basis von Urbalis 400, dem CBTC-System von Alstom. Die Züge sind mit Klimaanlage, Videoüberwachung und Fahrgastinformationssystemen ausgestattet und basieren auf den U-Bahnzügen der Serie 9000 der Metro Barcelona. Ähnliche Züge kommen auch in Lima, Peru, Panamá City und Santo Domingo, Dominikanische Republik zum Einsatz.

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Infrastruktur und Bau

Die Linie 3 ist die dritte Schienenschnellverkehrslinie in der Metropolregion Guadalajara. Im Gegensatz zu den ersten zwei Linien wurde die dritte Linie als U-Bahn und nicht mehr als Stadtbahn geplant und gebaut. Die gesamte Strecke ist kreuzungsfrei mit Viadukt- und Tunnelabschnitten gebaut. Die Strecke besteht aus zwei Viaduktabschnitten (Guadalajara-Zapopan, Tlaquepaque-Guadalajara) und einem 4 km langen Tunnelabschnitt mit 11,5 m Durchmesser im Stadtzentrum. Der Tunnel wurde mit einer Tunnelbohrmaschine der spanischen Firma Sacyr gebaut. Die Stromversorgung erfolgt per Oberleitung mit 1500 Volt DC. Sowohl die Plätze als auch die Zugangswege zu den Bahnhöfen sind freundlich und modern gestaltet. Besonders ins Auge sticht der Bahnhofsvorplatz des nordwestlichen Endpunktes „Zapopan Centro“, der als neuer urbaner Platz mit viel Grün umgesetzt wurde.

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Die Strecke verbindet das Stadtzentrum von Guadalajara mit den Stadtteilen Zapopan und Tlaquepaque über den diagonalen Hauptkorridor von Guadalajara, der aus den Alleen Juan Gil Preciado, Juan Pablo II und Manuel Ávila Camacho, Alcalde / 16. September und Revolución / Francisco Silva Romero besteht. Die dritte Linie wurde bereits seit Anfang der 1990er Jahre geplant, aber nie umgesetzt. Das Projekt wurde letztlich durch den vormaligen mexikanischen Präsidenten Enrique Peña Nieto mit der SCT als eines von ursprünglich fünf Schienenprojekten angekündigt, welches er zu Beginn seiner Amtszeit in den Jahren 2013/ 2014 versprochen hatte. Die Eröffnung war ursprünglich für das Jahr 2016, schließlich für 2017 vorgesehen, musste aber aufgrund von Verspätungen bei der Bauarbeiten mehrfach verschoben werden.

Die Einweihungsfeier

Die Eröffnungszeremonie wurde am 12. September von dem mexikanischen Präsidenten Andrés Manuel López Obrador begleitet und lokalen Politikern und Stellvertretern der Stadt Guadalajara und SITEUR begleitet. Nach der Eröffnungszeremonie, die um 11.00 Uhr über einen Web-Stream stattfand, begann der kommerzielle Betrieb um 16.00 Uhr. Passagiere dürfen bis zum 20. September kostenlos reisen.

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Weitere Erweiterungen geplant

Das Stadtbahn- und U-Bahn-System von Guadalajara hat jetzt eine Gesamtlänge von 44,8 km. Die Linien 1 und 2 werden mit zweiteiligen Gelenk-Stadtbahntriebwagen der Hersteller Concarril-Melmex, Bombardier-Siemens und Bombardier der Baujahre 1988 – 2015 betrieben, die teilweise in Dreifachtraktion zum Einsatz kommen. Dabei handelt es sich um Lizenzbauten des in den 1970er Jahren durch die DUEWAG in Deutschland entwickelten B-Wagens.

Eine 20 km lange, vierte Linie 4 zwischen Guadalajara Huantitán El Bajo und Tlajomulco, die teilweise auf einem bestehenden Eisenbahnkorridor verläuft, ist geplant.

Weitere Hintergrundinformationen, Bilder und ein Netzplan des „Tren Ligero“ von Guadalajara finden sich hier:
http://www.urbanrail.net/am/guad/guadalajara.htm

Der Platz rund um den nordwestlichen Endpunkt „Zapopan Centro“ wurde komplett neu gestaltet und mit Bäumen und Gewächsen aufgelockert I © Roberto Castañeda
15.09.2020

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