
Die Metropolitan Transportation Authority (MTA) von New York hat Alstom mit der Lieferung von 316 neuen elektrischen Triebzügen des Typs M-9A beauftragt. Der Auftrag hat ein Volumen von rund 2,3 Milliarden Euro (2,0 Milliarden USD) und umfasst zusätzlich eine Option auf bis zu 242 weitere Fahrzeuge im Wert von 1,3 Milliarden Euro (1,5 Milliarden USD). Eingesetzt werden die neuen Fahrzeuge auf den beiden bedeutenden Pendlerbahnlinien Long Island Rail Road (LIRR) und Metro-North Railroad, die gemeinsam den Großraum New York mit mehreren Millionen täglichen Fahrgästen erschließen.
Die neuen Fahrzeuge der M-9A-Serie basieren auf Alstoms Adessia-Plattform für moderne Nahverkehrszüge. Sie lösen die rund 40 Jahre alten M-3-Fahrzeuge ab, die derzeit noch im Einsatz sind, und bieten eine spürbare Verbesserung bei Fahrkomfort, Energieeffizienz und Barrierefreiheit. Zur Ausstattung zählen unter anderem USB-Ladeanschlüsse an den Sitzplätzen, automatische Türen zu barrierefreien Toiletten, breitere Einstiegstüren für kürzere Haltezeiten sowie moderne Informations- und Sicherheitssysteme. Alle Fahrzeuge sind elektrische Triebzüge (EMUs), die auf den elektrifizierten Strecken der MTA betrieben werden – auf den Linien Hudson und Harlem bei Metro-North sowie im gesamten LIRR-Netz.

Die Produktion erfolgt vollständig in den USA: Die Wagenkästen werden im neu errichteten Werksteil „Plant 4“ am Standort Hornell im Bundesstaat New York gefertigt, während die Drehgestelle im Werk Plattsburgh entstehen. Die Antriebssysteme kommen aus dem Werk West Mifflin in Pennsylvania. Die Endmontage erfolgt ebenfalls in Hornell, das über eine 170-jährige Tradition in der Eisenbahnproduktion verfügt und heute als größtes Werk für Schienenfahrzeuge in den USA gilt. Insgesamt schafft das Projekt rund 300 qualifizierte Arbeitsplätze, viele davon in Zusammenarbeit mit der Gewerkschaft IAM (International Association of Machinists).
Der Fahrplan für das Projekt sieht die Lieferung erster Pilotfahrzeuge im Jahr 2029 vor. Die ersten Züge sollen 2030 bei der LIRR in Betrieb gehen, die komplette Auslieferung ist für 2032 geplant. 160 Fahrzeuge sind für die LIRR vorgesehen, die als verkehrsreichste Pendlerbahn der USA gilt, und 156 Fahrzeuge für Metro-North, die den Norden von New York City und angrenzende Regionen in Connecticut bedient. Mit diesem Auftrag steigt die Zahl der von Alstom (einschließlich Bombardier Transportation, das 2021 übernommen wurde) an die MTA gelieferten Fahrzeuge auf über 5.400 Einheiten.

Die neuen Fahrzeuge erfüllen auch die aktuellen Cybersecurity-Anforderungen der MTA und setzen laut Betreiber Maßstäbe für mehr Sicherheit und Zuverlässigkeit im Pendlerverkehr. Alstom konnte sich mit dem Angebot gegen den chinesischen Anbieter CRRC durchsetzen, der als einziger weiterer qualifizierter Bieter im Verfahren war. Die neue Bestellung ist ein bedeutender Bestandteil des aktuellen Capital Program der MTA, der insgesamt fast 2.000 neue Fahrzeuge im Gesamtwert von rund 10,9 Mrd. USD vorsieht.
Gouverneurin Kathy Hochul, zahlreiche Kongressabgeordnete und Vertreter:innen des Bundesstaates New York sowie die Gewerkschaften lobten den Auftrag als wichtigen Impuls für die Wirtschaft im ländlichen Raum und den Hightech-Industrie-Standort Upstate New York. Besonders hervorgehoben wurde die erfolgreiche Strategie der „Reshoring“-Produktion: Mit der Investition in den Standort Hornell werde die Herstellung von Wagenkästen wieder vollständig in die USA zurückgeholt. Auch Senator Chuck Schumer und weitere politische Akteure betonten die Bedeutung des Auftrags für eine umweltfreundliche und zuverlässige Nahverkehrsinfrastruktur sowie für hunderte Arbeitsplätze in der Region.
Die neuen M-9A-Züge werden künftig die Pünktlichkeit und den Komfort im stark frequentierten Pendlernetz der Metropolregion New York erhöhen – einem der größten und anspruchsvollsten öffentlichen Verkehrsnetze Nordamerikas.
Die aktuelle Flotte: Von M1 bis M9
Der Pendlerverkehr auf Long Island und in den nördlichen Vororten von New York wird seit Jahrzehnten von mehreren Generationen elektrischer Triebzüge (EMUs) geprägt. Die ältesten noch eingesetzten Fahrzeuge sind die Budd M3 und M3A, die Mitte der 1980er-Jahre gebaut wurden und auf der Vorgängerbaureihe M1 beruhten. Die Long Island Rail Road (LIRR) erhielt 174 Einheiten, die Metro-North 142 M3A. Diese Wagen mit Gleichstromantrieb (ca. 640 PS pro Einheit) und klassischen Drehstrommotoren wurden zur damaligen Zeit als Ersatz für die M1 eingeführt. Aktuell sind noch etwa 94 M3 bei der LIRR und rund 140 M3A bei Metro-North im Einsatz.
Ab 2002 ersetzten modernere M7-Modelle von Bombardier die älteren Fahrzeuge: 836 Einheiten gingen an die LIRR, 336 M7A an Metro-North. Die Triebwagen mit IGBT-gesteuerten Drehstromantrieben, regenerativer Bremse und Fahrgastinformationssystemen brachten spürbare Fortschritte bei Komfort und Energieeffizienz.

Ein weiterer Technologiesprung erfolgte mit den M8, die seit 2011 bei Metro-North auf der New Haven Line eingesetzt werden. Sie wurden ursprünglich von Kawasaki/Bombardier für die Connecticut DOT und Metro-North entwickelt. Insgesamt wurden 405 Einheiten beschafft. Die M8 sind auf den Betrieb mit 750 V DC (Third Rail) sowie 12,5 kV und 25 kV Wechselstrom-Oberleitung ausgelegt – ideal für die elektrifizierten Strecken von New Haven bis Grand Central Terminal. Sie verfügen über Klimaanlage, mehrsprachige Anzeigen, Fahrradhalterungen und Spannungsumschaltung während der Fahrt.

Ab 2019 kamen bei der LIRR erste M9-Triebwagen von Kawasaki Rail Car zum Einsatz. Bis heute wurden 202 Fahrzeuge ausgeliefert. Die letzten Züge wurden im Mai 2024 an LIRR geliefert. Sie basieren technisch auf der M7-Plattform, bieten jedoch Verbesserungen bei Fahrgastkomfort, Barrierefreiheit, Informationssystemen und Energieeffizienz. Die M9 kommen auf der Hauptlinie sowie in elektrifizierten Nebenstrecken der LIRR zum Einsatz.
Im Juli 2025 erhielt Alstom den Zuschlag zur Lieferung von 316 neuen M9A-Einheiten – 160 für die LIRR, 156 für Metro-North. Die neuen Fahrzeuge beruhen auf der M9-Plattform und werden vollständig in den USA gefertigt (Hornell, Plattsburgh, West Mifflin). Mit USB-Anschlüssen, barrierefreien Toiletten, breiteren Türen und modernen IT-Sicherheitsstandards erfüllen sie die neuesten Anforderungen an urbane Mobilität. Die ersten Pilotfahrzeuge sollen 2029 geliefert werden, der Regelbetrieb beginnt voraussichtlich 2030. Eine Option über weitere 242 Fahrzeuge ist Teil des Vertrags.
09.07.2025
