Urban Transport Magazine
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München: 45 Citaro Gelenk- Hybridbusse für die MVG

Wagen 5745 auf Linie 151 in der Nähe des Romanplatzes | © Frederik Buchleitner

Münchens städtischer Verkehrsbetrieb MVG (Münchner Verkehrs-Gesellschaft, Tochter des Stadtwerke-Konzerns SWM) meldet, dass 45 Mercedes-Benz Citaro Hybrid-Gelenkbusse in Dienst gestellt worden sind. Die Wagen, deren betriebsinterne Nummern mit 5741 beginnen, sind 18 Meter lang und bieten Platz für gut 100 Fahrgäste. Sie sind sicherer als alle bisherigen Busse der MVG, denn als Neuheit verfügen sie erstmals über einen Abbiege- und Bremsassistenten.

Die Sicherheitsassistenten

Der Abbiegeassistent (auch „Totwinkelassistent“) erkennt, ob sich beim Abbiegen oder beim Spurwechsel ein Radfahrer, ein anderes Fahrzeug oder ein Fußgänger in dem Bereich neben dem Bus  befindet, den der Fahrer trotz sorgfältiger Beobachtung der Umgebung des Busses durch die Spiegel nicht einsehen kann (so genannter „toter Winkel“).  Stellt der Assistent hier Personen oder ein anderes „Hindernis“ fest, so warnt er. Zum einen wird eine Warnung im Wageninneren auf einem Bildschirm an der A-Säule angezeigt, zum anderen wird der Fahrer auch haptisch auf die Gefahr aufmerksam gemacht, indem der Fahrersitz vibriert.

Der Bremsassistent erkennt, ob es vor dem Bus vorausfahrende langsamere Fahrzeuge oder gar stehende Hindernisse gibt. Oder ob zum Beispiel Fußgänger vor dem Bus die Fahrbahn überqueren.  Wenn das so ist; warnt er nicht nur optisch über den Bildschirm an der A-Säule, sondern auch akustisch. Zudem leitet der Bus selbstständig eine Teilbremsung ein, womit das Tempo des Busses wesentlich verringert und die Risiken eines eventuellen Zusammenstoßes deutlich reduziert werden. Andererseits bleibt der Fahrer „Herr des Verfahrens“: er kann unverändert selber entscheiden, was jetzt gemacht werden soll: ist eine Notbremsung geboten, hat die Situation sich entspannt und der Bus kann ganz normal weiterfahren?

Der Hybridantrieb

Die neuen Gelenk-Citaro der Münchener MVG haben einen Dieselmotor der Schadstoffklasse Euro VI, der schon „per se“ ausgesprochen sauber ist. Zur Erinnerung: gegenüber Motoren der Schadstoffklasse Euro 0, wie sie noch vor rund 30 Jahren in Bussen eingebaut worden sind, filtert ein Motor der Norm Euro VI heute 98 % der Schadstoffe, die ein Euro 0-Motior freisetzte, aus dem Abgasstrom heraus. Aber damit gibt Münchens MVG sich bei den neuen Gelenkwagen nicht zufrieden. Um sie noch sauberer zu machen, haben sie einen parallelen Hybridantrieb („mild Hybrid“), bei dem ein Elektromotor die Dieselmaschine unterstützt: beim Anfahren und Beschleunigen stellt der Elektromotor zusätzliches Drehmoment zur Verfügung. Den Strom für diesen Elektromotor erzeugt der Bus selber: beim Bremsen – und bei Fahrten im Gefälle – rekuperiert er. Das heißt, der Elektromotor wird zum Generator, der Strom wird in einer Batterie gespeichert und beim nächsten Anfahren oder Beschleunigen wieder zum Vortrieb des Wagens verwendet.

Auf diese Weise verbraucht der neue Münchener Gelenk-Citaro 8 % weniger Dieselkraftstoff. Und damit spart er natürlich auch 8 % der Kraftstoffkosten und – was gerade in Zeiten des Klimawandels ganz wesentlich ist – auch 8 % des Schadstoffausstoßes im Vergleich zu einem Euro VI-Bus ohne Hybridantrieb.

Die Fahrgäste können sich über USB-Ladebuchsen in den neuen Bussen freuen.

Die 45 Citaro-Gelenk Hybridbusse haben gut 15 Mio Euro gekostet. Dazu hat die MVG einen Zuschuss in Höhe von 4,6 Mio Euro als Förderung nach dem bayerischen GVFG (Gemeinde-Verkehrs-Finanzierungsgesetz) erhalten. Und immerhin 10 der in den neuen Bussen eingebauten Abbiegesassistenten sind durch das Bundesamt für Güterverkehr mit 15.000 Euro bezuschusst worden.

Bus 5767 | © SWM/MVG

Geplante Busbeschaffungen 2020

Auch im kommenden Jahr 2020 wird Münchens MVG weiter in neue Busse investieren.

– So werden zum einen weitere 10 Mercedes-Benz Citaro-Gelenk Hybrid erwartet.

– Bei MAN hat die MVG 37 Lion’s City geordert. Auch sie werden mit Abbiegeassistenten ausgestattet. Vor allem aber werden sie eine Start-Stop-Automatik haben: Kommt der Wagen zum Stehen, schaltet der Motor sich automatisch aus, geht es wieder weiter, startet der Motor ebenso automatisch wieder. Auch das spart Kraftstoff und Schadstoffe, denn der Motor arbeitet – zum Beispiel vor einer roten Ampel – nicht nutzlos im Leerlauf.

– Schließlich wird es im Jahr 2020 auch neue Elektrobusse bei der MVG geben.

Mehr zum Münchner Nahverkehr laufend auch unter:
https://www.tramreport.de/

11.12.2019

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