• de
  • en

München: Die MVG erprobt den Großraumbus CapaCity von Mercedes-Benz

Testwagen 5701 | © MVG

München gilt als Hochburg für den Einsatz von Omnibuszügen, das sind Dieselbusse mit einem Personenanhänger gekuppelt. Sie werden bevorzugt auf Linien eingesetzt, auf denen die Kapazität herkömmlicher Gelenkwagen nicht ausreicht.

Im Zuge des weltweiten Trends zur Elektromobilität mussten der Betreiber MVG feststellen, dass aktuell am Markt noch keine leistunsgfähigen batterie-elektrischen Busse angeboten werden, die für den Einsatz mit Personenanhängern geeignet sind. Das muss nicht so bleiben, doch um auch auf Alternativen zurückgreifen zu können, die schon bald auch in elektrischer Version erhältlich sein sollten, erprobt die MVG nun auf die längere, vierachsige Variante des Gelenkbusses aus dem Hause Dailer-Benz unter dem Namen “CapaCity” im Alltagsbetrieb.

Schon 2017 war ein solcher Wagen zu Vorführzwecken in der bayerischen Landeshauptstadt, jetzt kommt ein wagen unter der Nummern 5701 für längere Zeit in den Liniendienst. Busse mit höherer Kapazität werden auch künftig in der bayerischen Hauptstadt stark gefragt sein, soll doch das Busnetz in den kommenden zehn Jahren Schritt für Schritt weiter ausgebaut und attraktiver gestaltet werden.

Test auf Linie 57 | © MVG
Am Pasinger Bahnhof | © MVG

Der CapaCity ist mit gut 19,7 Metern knapp zwei Meter länger als ein herkömmlicher Gelenkbus. Er bietet Platz für rund 115 Fahrgäste. Die Kapazität liegt damit zwischen dem Platzangebot eines Buszugs (Bus mit Anhänger) und eines Gelenkbusses, die rund 130 beziehungsweise 100 Personen fassen.

Attraktive Alternative auf Linien mit hoher Nachfrage

„Der überlange Gelenkbus ist eine Alternative für Strecken, auf denen normale Gelenkbusse an ihre Kapazitätsgrenze geraten. Abhilfe könnten hier zwar die Buszüge schaffen. Allerdings besteht bisher keine Aussicht darauf, dass Buszüge elektrifiziert werden. Der CapaCity bietet dagegen diese Perspektive. Er könnte sich daher gut in unsere wachsende E-Bus-Flotte einfügen“, sagt MVG-Chef Info Wortmann. So er denn künftig vollelektrisch hergestellt wird…

Buszug der MVG, gebildet aus Solaris Urbino 12 und Hess-Personenanhänger, hier am Pasinger Bahnof. Bislang gibt es noch kein passendes Elektrobusmodell für den Anhängerbetrieb – ob sich da bald ein Hersteller berufen fühlt…? | © Budach

Der Innenraum ist speziell auf die Bedürfnisse der MVG angepasst. Breite Gänge und sehr große Auffangbereiche an den Türen sollen für einen reibungslosen Fahrgastwechsel an den Haltestellen und eine gute Verteilung der Fahrgäste im Bus sorgen. Der Faltenbalg ist an den Seiten transparent, lässt damit Tageslicht ins Innere und macht den Mittelbereich des Busses attraktiver für die Fahrgäste. Dies kommt der Fahrgastverteilung ebenfalls zugute.

Europaweit kommt der vierachsige CapaCity bereits seit Jahren bei diversen Verkehrsbetrieben zum Einsatz.

05.10.2020

Kommentare ansehen

avatar
  Abonnieren  
Benachrichtige mich bei