
Retrofit von Omnibussen war lange schon ein attraktives Geschäftsmodell. Die Umrüstung des Antriebsstrangs einschließlich des Austauschs wesentlicher mechanischer Teile oder gar die Neukarossierung ganzer Fahrzeuge war vor einigen Jahrzehnten gang und gäbe. Doch heute spielen Elektrobussen mit anderen Herausforderungen eine mehr und mehr wichtige Rolle im Fuhrpark.
Die Umstellung auf E-Busse vollzieht sich in relativ kurzer Zeit mit einer beispiellosen Entwicklung der damit verbundenen Technologie, was zu einer schnellen Veraltung von technologischen Komponenten während der normalen Nutzungsdauer der Fahrzeuge führt. So unterscheiden sich beispielsweise die in Fahrzeugen vor einem Jahrzehnt eingebauten Batterien in Bezug auf Kapazität und Leistung erheblich von den heute entwickelten Batterien.
Der polnische Hersteller Solaris führt derzeit ein neues Serviceangebot namens „zero-emission vehicle retrofit ” ein, das durch den Austausch bestimmter Komponenten von Elektrofahrzeugen – insbesondere Batterien, aber auch anderer Elemente des Antriebsstrangs – die Lebensdauer von Elektrobussen verlängert. Solaris – heute Teil der spanischen CAF-Gruppe – produziert seit 2011 Elektrobusse. Aktuell sind mehrere Tausend Elektrofahrzeuge der Marke auf europäischen Straßen unterwegs, von denen einige schon seit mehr als einem Jahrzehnt erfolgreich Passagiere befördern und fast eine Million Kilometer zurückgelegt haben. Die Nachrüstung, d. h. der Austausch von EV-Komponenten durch neue nach Ablauf der Garantiezeit, unterstützt die Betreiber dabei, die Rendite ihrer Investitionen in die E-Mobilität zu verbessern.
Das Angebot zur Nachrüstung emissionsfreier Fahrzeuge beginnt mit Batterien und umfasst die Modernisierung von Energiespeichersystemen, wodurch deren Effizienz verbessert wird. Auf diese Weise ist es möglich, modernste Energiespeichereinheiten anzubieten, die die Leistung und Haltbarkeit verbessern.

Das Angebot an Nachrüstungsdienstleistungen umfasst die Fallanalyse, die Berechnung und die vollständige Dokumentation über die Sammlung gebrauchter Batterien bis hin zum Einbau neuer Batterien. Der Service gilt nicht nur für Batteriebusse, sondern auch für Trolleybusse, die mit Batterien und IMC-Systemen ausgestattet sind, und in Zukunft auch für Wasserstoffbusse. Weitere Prozesse umfassen den Austausch notwendiger elektrischer Komponenten, die Aufrüstung oder Installation eines BTMS (Battery Thermal Management System, verantwortlich für die Kühlung und Beheizung der Batterien), Aktualisierungen des BMS (Battery Management System) und die Sicherstellung der Kompatibilität der modifizierten Batterien mit der bestehenden Ladeinfrastruktur – all dies mit dem Ziel, die Lebensdauer der Batterien deutlich zu verlängern. Die Experten des Unternehmens bieten optimale Batterielösungen auf Basis von LFP-, NMC- oder LTO-Technologien an, die alle auf die Erwartungen des Kunden zugeschnitten sind und die erwartete Lebensdauer der Batterie, die Lade- und Nutzungsmethoden, den täglichen Energiebedarf für den Transportbetrieb und natürlich die Kosten berücksichtigen.
Die ersten Kunden von Solaris zeigen bereits Interesse, z. B. MPK Kraków. Im Rahmen des Ausschreibungsvertrags ist Solaris für den Austausch der Batterien nach Ablauf der Garantie in 20 Bussen verantwortlich: siebzehn elektrische Urbino 12 und drei elektrische Gelenkbusse Urbino 18. Weitere Nachrüstungsaufträge von Kunden in Berlin, Hamburg, Paris und Warschau sind aktuell in Bearbeitung.


