• de
  • en

Neue Straßen-, Stadt- und U-Bahnen in Deutschland – der aktuelle Marktüberblick

Im Zeitraum 2020 - 2021 befinden sich 1014 Straßen- und Stadtbahnen bestellt oder in Auslieferung. Collage: Skoda/ VDV/ Stadler/ Siemens/ Alstom/ Bombardier
Hohe Nachfrage trotz schwieriger Zeiten

Eine weiterhin hohe Nachfrage nach Straßen- und Stadtbahnfahrzeugen sowie U-Bahnen dokumentiert die nun vorliegende neue 21. Übersicht für die Verkehrsbetriebe in Deutschland. Die Corona-Krise führte allerdings dazu, dass sich viele Auslieferungen von in Fertigung befindlichen Fahrzeugen verzögern, Aufträge später als geplant vergeben werden konnten und auch die Ausschreibungen [bzw. Finanzabsicherungen] stockten.

Damit entsteht zwischen den vor der Auslieferung stehenden Wagen und geplanten Ausschreibungen ein längerer Zeitraum, welcher zu sehr vielen Positionen in der Zusammenstellung führt. Die Autoren haben sich daher zur Verbesserung der Übersichtlichkeit dafür entschieden, die Liste aufzuteilen: In Teil I werden die in Auftrag oder Fertigung befindlichen Fahrzeuge genannt, in Teil II dann die erfolgten oder geplanten Ausschreibungen.


Die Marktanteile der derzeit in Deutschland bestellten oder in Auslieferung befindlichen Straßen- und Stadtbahnen (bezogen auf die Fahrzeuganzahl) sowie die Anteile an Hoch- und Niederflurfahrzeugen
Marktanteile

Zunächst ein Blick auf die Marktanteile der bestellten und in Produktion befindlichen Fahrzeuge: Dank eines soliden Auftragsbestandes und der Großbestellung für 109 Hochflurstadtbahnen aus Düsseldorf und Rheinbahn ist Siemens für den Zeitraum 2020 – 2021 mit einem Marktanteil von 33 % (291 Fahrzeuge) Marktführer, dicht gefolgt von Bombardier (seit dem 29.1. Teil von Alstom) mit 26,7 % (271 Fahrzeuge). Am 29. Januar 2021 erfolgte die offizielle Übernahme von Bombardier Transportation durch Alstom. Auf das Straßenbahn- und Stadtbahngeschäft hat dies zunächst den Effekt, dass Alstom mit den aufgekauften Bombardier Aktivitäten auf einen Schlag rückwirkend Marktführer mit 37,5 % und 380 Fahrzeugen geworden ist. Der Übersichtlichkeit halber werden in dieser Übersicht beide Hersteller noch getrennt betrachtet. Welche Auswirkungen die Übernahme auf die zukünftige Produktstrategie von Alstom haben wird, bleibt abzuwarten. Stadler und Škoda konnten sich im Berichtszeitraum mit einem Marktanteil von jeweils 14 % bzw. 13 % behaupten. Hervorzuheben ist die Bestellung der 24 Škoda ForCity Straßenbahnen für Brandenburg, Cottbus und Frankfurt (Oder), die sich durch ein Gerichtsverfahren sehr in die Länge gezogen hatte. Heiterblick produziert neue Straßenbahnen für Bielefeld (Hochflur) und Würzburg (Niederflur).

Design der Bombardier (jetzt Alstom) Flexity Neunteiler der neuesten Generation mit neuem Außendesign|© Alstom Group
Alles dauert länger

Vergleicht man die Übersichten der letzten Jahre miteinander, so lässt sich leider feststellen, dass sich die Zeiträume zwischen der Auftragsvergabe und der Auslieferung ebenso immer weiter in die Länge ziehen, wie auch der Abstand zwischen der Veröffentlichung einer Ausschreibung und der Auftragsvergabe. Auch zwischen der ersten Ankündigung einer Ausschreibung und deren Platzierung im Amtsblatt der EU können schon einmal Jahre liegen. Diese Fahrzeuge finden sich dann entsprechend lange in den Übersichten.

Der erste Bombardier HF6 wurde im Dezember 2020 an die KVB ausgeliefert. Hier ist das Fahrzeug noch auf dem Weg nach Köln zu sehen I © Markus Vogelfänger/ stadtbahnkoeln.de

Rekordverdächtig in dieser Hinsicht ist dabei die Kölner Bestellung für neue Hochflurstadtbahnwagen des Herstellers Bombardier, wo zwischen der Auftragsvergabe im Mai 2015 und der Ablieferung der ersten beiden Vorausfahrzeuge im Dezember 2020 ein Zeitraum von fünfeinhalb Jahren liegt. Der Beginn der Serienlieferung verzögert sich um ein weiteres Jahr, da aufgetretene Fertigungsmängel bei den gleichzeitig bestellten und schon zuvor nach Düsseldorf gelieferten Einheiten auch den Produktionsprozess der Kölner Wagen behinderten. Auch entschieden sich die Kölner Verkehrsbetriebe dazu, mit zunächst nur zwei Wagen eine eingehende Prüfphase vor Abruf der restlichen Serie einzuschieben.

Probewagen werden weitgehend zum Standard

Die Vorablieferung von Fahrzeugen zur Erprobung findet sich immer mehr als fester Bestandteil in den Auftragsvergaben. Damit soll verhindert werden, dass es zu Nachbesserungen an zahlreichen Serienwagen erst dann kommt, wenn sich die Probleme während des laufenden Betriebes einstellen. Hierzu hat es in der Vergangenheit leider zahlreiche unschöne Beispiele gegeben. Dies hat die viele Verkehrsbetriebe vorsichtiger werden lassen.    

Im September 2020 begannen die Probe- und Einstellungsfahrten mit der ersten Bombardier (jetzt Alstom) Flexity Classic Bahn der DVG in Duisburg I © Daniel Tomczak / DVV.

Zunehmend wird das in den Ausschreiberichtlinien neu geschaffene Instrument der Markterkundung dazu genutzt, mit Herstellern schon in einer sehr frühen Phase in Kontakt zu treten um Wünsche auf Realisierbarkeit und Finanzierung hin „vorzuchecken“. Damit wird verhindert, dass Ausschreibungen ins Leere laufen, da auf sie wegen unrealistischer Vorstellungen in technischer und/oder finanzieller Hinsicht keine Angebote erfolgen. Dennoch konnte nicht verhindert werden, dass im Berichtszeitraum auf eine Ausschreibung der Ruhrbahn für normalspurige Hochflurwagen des Netztes Essen-Mülheim keine Auftragsvergabe erfolgte. Die Gründe hierfür sind bislang ungeklärt unbestätigt, liegen wohl bei einem Einspruch, der gerichtlich zu klären ist.

Auftragsvergaben in zwei Kategorien und zwei Sonderfällen

Die Auftragsvergaben des Zeitraumes von Frühjahr 2020 bis Frühjahr 2021 teilen sich wieder grundsätzlich in zwei Kategorien: Umwandlung von bestehenden Optionen und Neuvergaben aufgrund von Erstausschreibungen. Darüber hinaus sehen die Vergaberichtlinien auch Auftragserteilungen ohne diese beiden Vorgaben vor, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind. So darf die Spezifikation bestellter Fahrzeuge verändert werden und deren Stückzahl nachträglich in bescheidenem Maße aufgestockt werden, wenn eine Neuausschreibung dafür mit einem hohen Kosten- und Zeitaufwand verbunden wäre.

Übersicht der Verlängerung der Frankfurter Alstom T-Wagen mit dem zusätzlichen Wagen Teil I © VGF Frankfurt/ Main/ Alstom/ VDE

Beide Fälle gab es im Berichtszeitraum: Frankfurt am Main orderte für 22 seiner 38 bestellten Niederflurtriebwagen je ein zusätzliches Mittelteil zur Verlängerung und Köln gab die Notwendigkeit zur kurzfristigen Aufstockung seiner bestellten Hochflurwagen HF6 um sieben Einheiten bekannt, bestellte dann aber nur sechs Stück tatsächlich.


Übersicht der Verlängerung der Frankfurter Bombardier (jetzt Alstom) U5-Wagen mit dem zusätzlichen Mittelwagen I © VGF Frankfurt/ Main/ Alstom/ Bombardier

Aus Optionen umgewandelt wurden Bestellungen für Augsburg (4 NF), Berlin (20 NF), Frankfurt am Main (7 NF), Stuttgart (20 HF) und Ulm (6 NF).

Bei den U-Bahnwagen vergab Berlin einen Großauftrag, der maximal 1500 Fahrzeuge umfassen könnte. Stadler Deutschland liefert 236 Züge für das Großprofilnetz und 140 Stück für das Kleinprofilnetz, eine erste Option besteht auf 270 Einheiten, deren Einsatzbereich bei Einlösung festgelegt wird. In München wurden aus einer Option weitere 22 Sechsteiler Sechswagen-U-Bahnzüge bestellt.  

So sehen die neuen U-Bahnen der Baureihe JK (links) und J (rechts) von Stadler für die BVG Berlin aus I © Stadler

Im Berichtszeitraum sind sowohl kleinere als auch größere Aufträge fest vergeben und zumeist zusätzliche Optionen erteilt worden. So bestellte die Rheinbahn in Düsseldorf bei Siemens Mobility 91 Hochflurwagen fest und vergab 42 Optionen. An dem gemeinsamen Auftrag beteiligt sich Duisburg mit 18 Einheiten (davon zwei Vorab-Probewagen) und erteilte 6 Optionen.

Die Düsseldorfer Rheinbahn und die DVG Duisburg beschaffen gemeinsam insgesamt 109 neue Hochflur-Stadtbahnen bei Siemens, die die B-Wagen Flotte in beiden Städten ab 2023 ersetzen werden |© Rheinbahn/ Büro+Staubach/ DVG/ UTM

Von den Kölner Verkehrsbetrieben erhielt Alstom Deutschland einen Auftrag über Triebwagen für das niederflurige Teilnetz mit 62 doppelteiligen Langzügen (= 124 Einzelwagen) und zwei Kurzzügen. Zwei der Langzüge und die beiden Kurzzüge kommen vorab zur Erprobung. Zusätzlich sind 11 Langzüge (= 22 Einzelwagen) und 25 Kurzzüge optioniert. Eigentlich sind diese Fahrzeuge aufgrund ihrer Bodenhöhe für 35cm hohe Bahnsteige aber Mittelflurwagen!

Ansicht eines Doppeltriebwagens von Alstom für die Kölner KVB|© KVB/ Alstom

Eine weitere Gemeinschaftsbestellung gab es nach längerer Vorlaufphase und gerichtlicher Klärung wegen ungeklärter Finanzierung Details von den drei meterspurigen Straßenbahnbetrieben Brandenburg, Cottbus und Frankfurt an der Oder im Februar 2021: Skoda-Transportation aus Tschechien liefert 24 Niederflurwagen fest und erhält weitere 21 Optionen.

Design der neuen Škoda Trams für Brandenburg/Havel | @ Škoda Transportation

Jena erhält von Stadler R[r]ail 24 Niederflurwagen in zwei Längen. Weitere 19 Einheiten, ebenfalls in beiden Längen, sind optioniert. Es handelt sich um die Tramlink Variante, gebaut durch Stadler Valencia, die in ähnlicher Form auch nach Augsburg und Erfurt geliefert wird.

Generischer Designentwurf des fünfteiligen Tramlinks für Jena – die Fahrzeuge werden in den Jenaer Hausfarben lackiert |© Stadler Rail
Zahl der Optionen ist stark gestiegen

Damit sind im Berichtszeitraum 297 Straßenbahn- und Stadtbahnfahrzeuge (davon 135 HF[-] und 162 NF) neu bestellt und zusätzlich 272 Wagen (davon 48 HF und 224 NF) optioniert worden. Hinzu kommen 398 U-Bahnzüge als Festbestellung und 270 Optionen.

Zum Vergleich: Im gleichen Zeitraum der Vorjahre 2019/2020 waren es 267 Straßenbahnfahrzeuge in Niederflurbauweise und 84 Optionen dieser Bauart. Hochflurfahrzeuge wurden keine bestellt. Hinzu kamen 63 U-Bahnzüge für Hamburg, München und Nürnberg.

Ausschreibungen weiter auf hohem Niveau

Einen erheblichen zahlenmäßigen Umfang haben in diesem Berichtszeitraum die geplanten oder veröffentlichten Ausschreibungen. Bei den sechs geplanten Ausschreibungen für Bonn, Gera, Hannover, Potsdam, Rostock und Stuttgart bestanden fünf aber bereits im Berichtszeitraum 2019/2020 und neu ist nur jene für Stuttgart hinzugekommen.

Leipzig, Görlitz und Zwickau schreiben erstmals gemeinsam Straßenbahnen aus I © Fotomontage UTM/ Jakob Gilg/ Ralf Wittenberg

Tatsächliche Neuausschreibungen gibt es für sechs Betriebe (Chemnitz, Görlitz, Halle a.d. Saale, Leipzig, Mageburg und Zwickau), dabei handelt es sich bei den drei sächsischen Betrieben Görlitz, Leipzig und Zwickau um eine gemeinsame Ausschreibung.

Fest ausgeschrieben sind zum 1. März 2021 277 Straßen- und Stadtbahnfahrzeuge (115 Hochflur- und 162 Niederflurwagen), hinzu kommen 435 geplante Optionen (200 Hochflur- und 235 Niederflurwagen)  

Gemeinsame Ausschreibungen für die Tram Train-Netze gestartet

Ein besonderes Kapitel sind die Fahrzeuge des VDV TramTrain, da sie nicht nur für Unternehmen in Deutschland, sondern auch in Österreich ausgeschrieben werden. Diese Fahrzeugplattform war von den Einsatzbetrieben dieser Fahrzeuge unter Federführung von Verkehrsbetrieben Karlsruhe und der Albtal-Verkehrsgesellschaft mit Unterstützung des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) im Jahre 2019 geschaffen worden. In einer Art Baukastensystem lassen sich die für die einzelnen Einsatzbereiche notwendigen Varianten konfigurieren. Insgesamt sieben Kombinationen sind vorgesehen. Das Projekt beinhaltet nicht nur die Entwicklung und Beschaffung der Fahrzeuge, sondern auch langjährige Wartungsverträge mit den Herstellern. Das gemeinsame Vorgehen soll erhebliche Kosteneinsparungen gegenüber betriebsweisen Einzellösungen ermöglichen.

Designentwurf für die gemeinsame VDV TramTrain-Bestellung | © VDV

Von den ursprünglich beteiligten deutschen Unternehmen Chemnitz, Karlsruhe/AVG und Saarbrücken ist die sächsische Stadt mittlerweile ausgestiegen und setzt die Beschaffung von Mehrsystemwagen in eigener Regie auf Basis des vorhandenen Typs fort. Die AVG ist auch an den Fahrzeugen für die Regionalstadtbahn Neckar-Alb (RSBNA) beteiligt. Auch die Erms-Neckar-Bahn (ENAG) enthält Fahrzeuge des VDV-Typs und ist wiederum an den geplanten Strecken der RSBNA in den Bereichen Reutlingen und Tübingen beteiligt. Für AVG und RSNBA/ENAG werden die Fahrzeuge über die Schienenfahrzeuggesellschaft Baden-Württemberg (SFBW) beschafft und finanziert.

Für Österreich war Schiene Oberösterreich in Linz an der Donau von Beginn an dabei. Neu ist mittlerweile das Land Salzburg für die Strecken der Salzburger Lokalbahn hinzugekommen, so dass nun wieder sechs Partner, davon zwei in Österreich an dem Projekt beteiligt sind.

Die ausgeschriebenen und zusätzlich optionierten Fahrzeuge sind in einer eigenen Tabelle dargestellt. Für die vier deutschen Betriebe sind aktuell 206 Fahrzeuge in fünf Varianten ausgeschrieben und 208 zusätzlich optioniert. Hinzu kommen 40 ausgeschriebene Einheiten in zwei Varianten für Österreich zuzüglich 55 Optionen.

Was kommt in 2021 neu auf die Schiene?

Die Auslieferung der bestellten Hochflur-Stadtbahnwagen für Bielefeld und die Normalspurstrecke der BOGESTRA hat bereits 2020 begonnen. In Bremen wird die Auslieferung der Niederflurwagen Avenio fortgesetzt. Dortmund soll seine ersten neuen Stadtbahnwagen in diesem Jahr erhalten. Auch in Dresden und Leipzig ist der Lieferbeginn der bestellten weiteren Wagen bereits vorhandener Typen zu erwarten, für Erfurt sollen die ersten Fahrzeuge des neuen Typs Tramlink ausgeliefert werden.

Die Auslieferung der Heiterblick VAMOS der zweiten Serie für Bielefeld hat begonnen| © MoBiel

Für Düsseldorf stehen zahlreiche Hochflursechsachser HF6 derzeit noch beim Hersteller Bombardier in Bautzen, da der Betrieb bis zur Vorlage eines Gutachtens zu den aufgetretenen Fertigungsmängeln keine Wagen annimmt. Bestellt waren zur Lieferung bis 2020 ursprünglich 43 Stück, eine Option über 15 Einheiten ist schon seit längerem eingelöst. Köln soll weitere Fahrzeuge des Typs ab Jahresende erhalten, wenn die Erprobung der zwei Vorauswagen erfolgreich verläuft. Bestellt sind noch 24 Stück.

Die in Frankfurt am Main schon im letzten Jahr erwarteten ersten beiden Vorabwagen der Type T stehen aktuell ebenso noch aus, wie der ebenfalls 2020 geplante Lieferbeginn zusätzlicher Mittelteile zu den vorhandenen U5-50 Hochflur-Stadtbahnwagen. Hamburg wird weitere DT5-Einheiten für seine U-Bahn erhalten. In Karlsruhe wird die Auslieferung der Niederflur 2-Systemwagen fortgesetzt.


Aktualisiertes Design der Alstom Citadis für Frankfurt am Main | © Alstom

Ob die Auslieferung der ersten nachbestellen 73 Vierteiler für München Ende 2021 tatsächlich beginnt, bleibt abzuwarten. In Nürnberg fehlen von den für 2018-2019 zur Auslieferung vorgesehenen 21 vierteiligen Einheiten des Typs G1 für die U-Bahn immer noch einige Züge. Die Auslieferung der ersten Einheiten des neuen Typs der Rhein-Neckar-Tram verzögert sich bis vsl. Dezember 2021. Stuttgart erwartet weitere DT 8 für die Stadtbahn und die neuen Fahrzeuge für die meterspurige Zahnradbahn ebenfalls in diesem Jahr.

Der erste Stadler Tramlink aus Valencia erreiche Erfurt Anfang April 2021 und wird derzeit ausgiebig auf dem Streckennetz getestet – hier am 15.04.2021 an der zentralen Haltestelle Anger mit Bundesgartenschau-Beklebung |© Tobias Schubbert/ Instagram th_zugfotografie
Die Informationsbeschaffung wird zunehmend schwieriger

Die Autoren hoffen, mit der aktuellen Aufstellung wieder für etwas Klarheit im zunehmend weniger transparenten Geschäft mit neuen Schienenfahrzeugen für deutsche Verkehrsbetriebe gesorgt zu haben. Ergänzungen und Korrekturen werden gerne entgegengenommen.

Die Beschaffung der notwendigen Informationen und deren Überprüfung wird leider von Jahr zu Jahr schwieriger, da kompetente Ansprechpartner zunehmend rar werden und bestandene langjährige Kontakte weggefallen sind. Auch der Ausfall der Leitmesse InnoTrans in Berlin macht sich hier negativ bemerkbar, wo häufig im Gespräch mit Ausstellern und Fachkollegen manches Detail zu klären war. Auch entfiel für die Hersteller die Notwendigkeit, für ihre ausgestellten Fahrzeuge ergänzendes Informationsmaterial zu erstellen. Hinzu kommt, dass die Hersteller die Options-Einlösungen meist nicht publizieren!

Die auf deren Internetplattformen zu neuen Fahrzeugen zu findenden Angaben werden, zum Teil von den Bestellern so gewollt, immer geringer und gehen über schön anzusehende Animationen der geplanten Fahrzeuge kaum noch hinaus. Die Zeiten, dass mit der Auftragsvergabe auch ein Datenblatt vorlag, welches im Idealfall auch vermaßte, maßstäbliche Zeichnungen von Außenansichten und Grundriss mitlieferte, sind leider Geschichte. Dabei ist es nicht unbedingt fehlender Wille, der dies verhindert, sondern es liegt auch an teilweise grundlegend geänderten Planungsabläufen. Waren Pläne für ein Fahrzeug früher zur Auftragserteilung schon weitgehend ausgereift vorhanden, so setzt die Phase der Detailplanung heute erst danach ein, so dass tatsächlich zunächst nur die Animationen vorliegen. Dies hat dann zwangsläufig auch eine Verlängerung der Zeit zwischen Auftragserteilung und Auslieferung zur Folge, spart aber Aufwand und damit Kosten!

Die Marktübersicht aus dem Jahr 2020 findet sich hier:

Liste: In Auftrag oder Fertigung befindliche Fahrzeuge

Liste: Ausgeschriebene Aufträge oder Fahrzeuge

Liste: Tram Train Ausschreibungen

26.04.2021

1
Kommentare ansehen

avatar
1 Kommentar Themen
0 Themen Antworten
1 Follower
 
Kommentar, auf das am meisten reagiert wurde
Beliebtestes Kommentar Thema
1 Kommentatoren
Manecke Letzte Kommentartoren
  Abonnieren  
neueste älteste meiste Bewertungen
Benachrichtige mich bei
Manecke
Gast
Manecke

Sehr informativer und gut recherchierter Bericht!
Für uns als Hersteller von Mockups sehr hilfreich.