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Nürnberg: Planfeststellungsbeschluss zur Verlängerung der Tramlinie 4 – und noch mehr Pläne

Gibitzenhof Schleife heute | © Budach

Die Stadt Nürnberg plant seit mehreren Jahren konkret die Verlängerung der Straßenbahnlinie 4 von der derzeitigen Endhaltestelle Gibitzenhof über die Dianastraße und Minervastraße bis zum Anschluss an die Linie 5 in der Julius-Loßmann-Straße (Höhe Finkenbrunn). Über deren Strecke erreicht die 4 dann die gemeinsame Endstelle Worzelsdorfer Straße. Die Schleife Gibitzenhof wird aktuell von den Linien 4 und 11 angefahren. Im Stadtteil hat die Straßenbahn seit weit mehr als 100 Jahren ihre Endstation.

Heutige Endstelle Gibitzenhof | © Budach
© Budach
Einfahrt in die Schleife Gibitzenhof. Hier geht es künftig zweispurig weiter | © Budach

Die Regierung von Mittelfranken hat der Stadt nun mit dem jetzt erteilten Planfeststellungsbeschluss Baurecht erteilt – die ersten vorbereitenden Arbeiten können im Oktober 2025 beginnen. 2027 soll die neue Strecke fertig sein.

Durch die neue, 1,7 km lange Strecke wird für die Siedlungsschwerpunkte Falkenheim, Gartenstadt und Kettelersiedlung künftig eine direkte Verbindung über den zentralen Umsteigepunkt Plärrer an die westliche Altstadt und in den Norden der Stadt geschaffen. Das Tramdepot und die Werkstatt erhalten so eine zweite Verbindung im Fall von Störungen und für eine bessere, zum Teil kürzere Erreichbarkeit.

Die Straßenbahn wird in Straßenmitte sehr weitgehend auf einem eigenen, begrünten Bahnkörper als Rasengleis getrennt vom Individualverkehr geführt werden. Auf Höhe des Minervaplatzes gibt es eine neue barrierefreie Haltestelle, die bisherige Schleife Gibitzenhof wird aufgegeben, eine neue Haltestelle mit gleichem Namen errichtet und daran anschließend auch eine neue Wendeschleife mit Abstellgleis. Hier sollen Zwischenkurse und die Linie 11 wenden.

Das künftige Straßenbahnnetz nach Verwirklichung der aktuellen Ausbaupläne, gemäß der Beschlusslage von 2023 | © VAG Verkehrs-Aktiengesellschaft Nürnberg

Im fortgeschrittenen Planungsstadium ist außerdem die Verlängerung der bestehenden Straßenbahnlinie 7 in der Allersberger Straße in den neuen Stadtteil Lichtenreuth bis zum U1-Bahnhof Bauernfeindstraße. Insgesamt fünf neue, barrierefreie Straßenbahnhaltestellen sind zunächst vorgesehen, nördlich der Bauernfeindstraße entsteht an Stelle des heutigen P+R-Parkplatzes eine Wendeschleife mit direktem Übergang zum U-Bahnhof.  Die Trasse ist als Rasengleis auf eigenem Bahnkörper mit parallelem Geh- und Radweg geplant. Künftig soll es ab Bauernfeindstraße noch weitergehen, über die Messe, Langwasser Nordost bis Langwasser Süd. Hierzu liegen aber noch keine endgültigen Baubeschlüsse vor, jüngst tauchten auch Pläne über den Bau einer ersten kommerziellen Anwendung des Magnetschwebesystems von Bögl auf, die von politischer Seite einigen Rückenwind erhielten.

Schon seit einger Zeit wird außerdem an der Wiederinbetriebnahme der Strecke vom Rathenauplatz zur Schleife Stadtpark gearbeitet. Die Schleifenanlage Stadtpark entsteht dabei ganz neu. Hier wird künftig die verlängerte Linie 7 fahren.

Rasengleis bei der doppelspurigen Schleifenausfahrt am Stadtpark | © Budach
Künftige Endstelle Stadtpark im Bau – Mai 2025 | © Budach
10.07.2025