
Polemik bestimmte in den vergangenen Tagen die Diskussion um die angekündigte Auftragsvergabe des Deutsche-Bahn-Konzerns zur Beschaffung neuer Omnibusse.
Zunächst war in der Presse der angebliche Abschluss eines Rahmenvertrags über den Kauf von 700 Elektrobussen beim chinesischen Hersteller BYD kontrovers kommentiert worden – knapp 200 Stück sollten davon fest bestellt werden, hieß es. Die DB selbst bestätigte diese Zahlen nicht. Insbesondere von Seiten der Gewerkschaften wurde die Auftragsvergabe an einen Hersteller außerhalb der EU und dann auch noch an einen Fabrikanten aus China stark kritisiert, denn schließlich handele es sich beim Deutsche-Bahn-Konzern um ein rein staatliches Unternehmen, und aus industriepolitischer Sicht sowie unter Berücksichtigung deutscher Arbeitsplätze im Nutzfahrzeugbau setze man damit ein klares Signal in die falsche Richtung.
Inzwischen veröffentlichte die Deutsche Bahn konkrete Angaben zur Beschaffungspolitik in den Jahren bis 2032: Rund 3.300 neue Omnibusse werden insgesamt in Dienst gestellt. Mit dem deutschen Hersteller MAN wurde ein Rahmenvertrag über mehr als 3.000 Busse mit Hybrid- oder Elektroantrieb in verschiedenen Versionen als Solo- und Gelenkwagen zur Auslieferung in den Jahren 2027–2032 abgeschlossen. Details zur jeweiligen Stückzahl der verschiedenen Varianten stehen noch aus. Die Fahrzeuge werden teilweise in den Werken von MAN in Polen und der Türkei hergestellt. Es handelt sich um den größten Omnibusauftrag, den die DB bislang jemals vergeben hat. Ein Teil der Fahrzeuge wird u. a. für weitere großräumige Schienenersatzverkehre in den nächsten Jahren benötigt.

Die zur Bestellung bei BYD vorgesehenen E-Busse in Überlandversion gehören zu einem Segment, das nach DB-Angaben lediglich rund fünf Prozent der erwarteten neuen Fahrzeuge ausmacht. Sie werden im ungarischen Werk der BYD-Gruppe montiert und von dort ausgeliefert. Zusätzlich hat der Konzern nachrangige Rahmenverträge mit den Firmen IVECO, Scania, Daimler Buses und Zhongtong abgeschlossen, um die Verfügbarkeit neuer Fahrzeuge zu jedem benötigten Zeitpunkt sicherzustellen.
Die DB hat bereits seit 2020 diverse Elektrobusse mit unterschiedlichen Antriebskonzepten und von verschiedenen Herstellern in Dienst gestellt; wir hatten u. a. hier darüber berichtet:

Zu den jüngsten Neubeschaffungen gehören u. a. Brennstoffzellenbusse des portugiesischen Herstellers Caetano. Sechs Stück haben soeben bei der DB Regio Bus Nord (Weser-Ems Bus) im Raum Jever den Fahrgastbetrieb aufgenommen.
Die Deutsche Bahn betreibt durch die Regionalverkehrstochter DB Regio AG landesweit Omnibusverkehr mit rund 6.000 eigenen sowie weiteren 5.000 Fahrzeugen von Subunternehmern. Rund 561 Mio. Fahrgäste wurden im vergangenen Jahr auf dem Netz befördert; darunter finden sich auch diverse Stadtverkehrsbetriebe.


