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Rettet PESA die Leipziger HeiterBlick GmbH?

Einer der beiden bislang ausgelieferten HeiterBlick Trams für Würzburg I © Archiv Urban Transport Magazine

Licht am Horizont für den Leipziger Hersteller von Straßenbahnen HeiterBlick: Seit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens im Frühjahr 2025 herrschte große Unsicherheit, wie es mit dem mittelständischen Unternehmen weitergeht (wir hatten HIER darüber berichtet), doch nun zeichnet sich eine Lösung ab, so berichtet es verschiedene regionale Medien.

Der polnische Schienenfahrzeugfabrikant PESA hat offenbar die Absicht, sich am Unternehmen mehrheitlich zu beteiligen und damit das Überleben des Werks sicherzustellen. Eine Voraussetzung ist dabei die Zustimmung der involvierten Finanzinstitute. Außerdem wird die Aufstockung der bisherigen Festbestellung von Straßenbahnen für die örtlichen Verkehrsbetriebe LVB um weitere 30 Fahrzeuge erwartet, um die Auslastung des Werks mit abzusichern. 25 Trams in 45-Meter „XXL“-Ausführung zählten ohnehin schon zum Auftragsbestand. Nach längeren Verhandlungen sind die Leizpiger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft LVV, zu denen die LVB gehört, nach Abgabe eines entsprechenden Stadtratsbeschlusses nun dazu bereit, die weiteren neuen Bahnen zu bestellen, bei gleichzeitiger Abgabe einer Ausfallbürgschaft durch die Stadt Leipzig in Höhe von angabegemäß rund 150 Mio. EUR.

Designentwurf XXL Tram Leipzig I © HeiterBlick
Dortmund – Vamos I © HeiterBlick

Die Unsicherheit der vergangenen Monate hatte bereits zu einschneidenden Konsequenzen für das Unternehmen HeiterBlick GmbH geführt: Bestehende Aufträge der Verkehrsbetriebe Zwickau und Görlitz wurden storniert, Alstom als Unterlieferant von Wagenkästen stellte im Sommer seine Lieferungen ein.

Aktuell zählen neben der Bestellung aus Leipzig Lieferverträge mit den Verkehrsbetrieben Dortmund DSW 21 und der Würzburger Versorgungs- und Verkehrs-GmbH (WVV) zum Auftragsbestand. 2 der 18 bestellten Würzburger Niederflurwagen sind bereits seit längerem vor Ort und im Test (mehr dazu HIER und HIER), in Dortmund sind bislang 24 der bestellten 34 neuen Stadtbahnwagen auf den Gleisen (siehe HIER). In beiden Betrieben herrschte seit Monaten Besorgnis über die Zukunft weiterer Auslieferungen. Eine Neubestellung bei einem anderen Fahrzeughersteller würde z.B. in Würzburg zu mehrjährigen Verzögerungen bei der notwendigen Modernisierung des Wagenparks führen.

PESA will durch das Werk am Standort Leipzig m,it seinen aktuell rund 250 Arbeitsplätzen zur Ausweitung seiner Fertigungskapazitäten insgesamt nutzen, um künftige Aufträge zügig abarbeiten zu können.

25.12.2025