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RSVG Troisdorf: 66 MAN Lion’s City Hybrid

Die ersten neuen MAN Hybridbusse für die RSVG | © RSVG

Die Rhein-Sieg Verkehrs Gesellschaft in Troisdorf macht ernst mit der Umstellung ihrer Busflotte auf umweltfreundliche Antriebe und weg vom ausschließlichen Dieselantrieb. So beschafft sie in diesem Jahr 2020 die beachtliche Zahl von 66 Hybridbussen aus dem Haus MAN: 39 Gelenkwagen vom Typ „MAN Lion’s City 18 Hybrid“ und 27 Solowagen vom Typ „MAN Lion’s City 12 Hybrid.“ Aktuell läuft die Auslieferung der ersten 36 dieser Busse. Die restlichen 30 Wagen sollen zum Beginn der zweiten Jahreshälfte bei der RSVG eintreffen.

Zur Technik der neuen Busse

Die neuen Hybridbusse entsprechen der besonders strengen Abgasnorm „Euro 6 d-TEMP“. Sie ersetzen ältere Dieselwagen der Abgasnormen Euro 3, Euro 4 und Euro 5. Der Bus-Fuhrpark wird also gewissermaßen „auf einen Schlag“ in Sachen Abgas wesentlich sauberer.

Die Solowagen werden von Motoren mit einer Leistung von 206 kW angetrieben. Sie haben 26 Sitz- und 71 Stehplätze, sie können also 97 Passagiere befördern. Die Gelenkwagen bieten 40 Sitz- und 100 Stehplätze, sie nehmen also 140 Fahrgäste mit. Ihre Motoren leisten 243 kW.

Bus 2786 am 6.2.2020 am Bonner Hbf. | © Christian Marquordt


Bus 2787 am 6.2.2020 am Bonner Hbf. | © Christian Marquordt


Durch ihr intelligentes Energie-Management verbrauchen die Wagen weniger fossile Brennstoffe, also Dieselöl. Und damit stoßen sie bei der Verbrennung natürlich weniger Schadstoffe und hier vor allem CO2 aus. Zudem sind sie auch deutlich geräuschärmer.

RSVG-Geschäftsführer Reinhardt betont denn auch: „Mit ihrem Hybridantrieb sind unsere neuen Busse besonders umweltschonend unterwegs. Beim Bremsen wird elektrische Energie rekuperiert und gespeichert, und mit diesem gespeicherten Strom fährt der Bus beim nächsten Mal an. Deshalb muss der Dieselmotor weniger Energie für den Antrieb zur Verfügung stellen.“

Der Dieselverbrauch wird darüber hinaus durch eine Start-Stopp-Automatik gesenkt. Kommt der Bus an einer Haltestelle, vor einer Ampel oder zum Beispiel in einem Stau zum Stehen, schaltet die Maschine sich automatisch aus, wenn der Fahrer das nächste Mal Gas gibt, springt der Motor ebenso automatisch wieder an.

Zudem sparen die neuen Hybridbusse der RSVG am Dieselverbrauch, weil die Wagen wegen geklebter – und nicht verschraubter – Karosserieteile im Vergleich mit ihren älteren Vorgängern ein geringeres Eigengewicht haben.

Nebenbei sei darauf hingewiesen, dass die neuen Hybridbusse vollklimatisiert sind.  

Bessere Luft in der Stadt dank Hybridbussen

Geschäftsführer Reinhardt resümiert: „Dank des geringeren Kraftstoffverbrauchs ist nicht nur der CO2-Ausstoß deutlich geringer. Mit Blick auf den Feinstaub weisen Partikelanzahl und Partikelmasse in der Abluft der Fahrzeuge geringere Konzentrationen auf als in der städtischen Umgebungsluft.“

Auffällig ist, dass die Solowagen Drei- und die Gelenkwagen Viertüren sind. Die RSVG begründet das damit, dass die Fahrgäste sich zunehmend angewöhnt haben, in der Nähe der Türen stehen zu bleiben, um möglichst schnell aussteigen zu können. Was liege da also näher, als durch mehr Türen dafür zu sorgen, dass die Menschen sich gleichmäßiger im Bus verteilen? Zudem, so ergänzt Geschäftsführer Otto, „werden durch die jeweils zusätzlichen Tür Ein- und Ausstieg beschleunigt, so dass die Busse besser ihren Fahrplan einhalten können.“

Die Busse tragen den vor ein paar Jahren eingeführten Look der RSVG mit einem weißen Untergrund,  auf den wellenförmige Streifen in mehreren Blautönen zwischen dunkelblau und türkis aufgeklebt sind. Zudem zeigen sie die große Aufschrift „RSVG Hybrid“, die ergänzt wird von „Wir reinigen die Luft.“ Schließlich zeigen sie die Köpfe von drei Menschen, die – Zitat RSVG – „genussvoll einatmen.“ Und damit symbolisieren, dass diese neuen Busse eben sauber sind.

Für die 66 neuen Hybridbusse investiert die RSVG rund 19 Millionen Euro. Das ist die größte Investition in der 48-jährigen Geschichte des Unternehmens seit seiner Gründung zum 01. Januar 1972. Geschäftsführer Otto: „Durch die sauberen und vollklimatisierten Fahrzeuge wird die Qualität des RSVG-Fuhrparks deutlich erhöht und der ÖPNV im Kreis noch attraktiver.“

Exkurs: Zur Geschichte der RSVG

Der heutige Rhein-Sieg Kreis entstand mit der Raumordnung des Großraums Bonn zum 01. August 1969. Damit gab es innerhalb der Kreisgrenzen gleich drei Verkehrsbetriebe, nämlich

  • die Rhein – Sieg Eisenbahn (RSE) mit ihrem Sitz im heutigen Bonner Stadtteil Beuel
  • die Siegburger Verkehrs Gesellschaft (SVG), Siegburg
  • die Verkehrsbetriebe des Rhein-Sieg Kreises (VRSK), hervorgegangen aus der Kleinbahn Siegburg – Zündorf, mit dem Sitz im heutigen Troisdorfer Stadtteil Sieglar (bis zum 01. August 1969 eine eigenständige Gemeinde).

Diese drei Betriebe fusionierte der Rhein-Sieg Kreis ab dem 01. Januar 1972 zur „Rhein – Sieg Verkehrs Gesellschaft, die ihren Betriebssitz in Troisdorf-Sieglar in den Räumen der bisherigen VRSK bezog.

Bei ihrer Gründung hatte die RSVG einen sehr bunt „zusammengewürfelten“ Wagenpark. Es gab Busse der Marken Büssing (von der RSE und der VRSK), Magirus (von der SVG), Mercedes (von der RSE und der SVG) und MAN (von der SVG). Die neue Gesellschaft sorgte unverzüglich dafür, dass der Wagenpark vereinheitlicht wurde: bis in die achtziger Jahre hinein gab es Neufahrzeuge nur noch von MAN. Mit Ausnahme von drei Mercedes O 305, die die RSE noch vor der Fusion bestellt hatte, die aber schon an die RSVG ausgeliefert wurden und von Anfang an die Lackierung der RSVG trugen: weiss mit dunkelblau.

14.02.2020

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