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RVK Köln testet Wasserstoffbus von Caetano

Testbetrieb mit Fahrgästen auf der Bonner Linie SB60 | © Christian Marquordt

Die „Regionalverkehr Köln GmbH (RVK)“, zurzeit der Busbetrieb in Deutschland mit den meisten Wasserstoffbussen, testet augenblicklich einen dreitürigen Brennstoffzellenbus des portugiesischen Herstellers Caetano vom Typ „H 2 City Gold“. Die RVK hat zur Stunde 35 Wasserstoffbusse von Van Hool vom Typ „A 330-CNG“ im Einsatz, dazu kommen 15 „Solaris Urbino 12 hydrogen“ – mehr Brennstoffzellen-Busse betreibt aktuell niemand in Europa.

Jetzt also testet man mit dem „H 2 City Gold“ den Wagen eines weiteren Herstellers, nämlich einen portugiesischen Caetano. Seine Brennstoffzelle stammt aus Japan, nämlich von Toyota.

Der Wagen mit dem Kennzeichen „K-UO 85“ (zugelassen auf Toyota Deutschland in Köln) ist für längere Zeit an die RVK ausgeliehen, um umfangreiche Tests zu ermöglichen. Seit dem 10. Januar setzt die RVK ihn im Auftrag der Bonner SWB auf deren Schnellbuslinie „SB 60“ (Hauptbahnhof – Flughafen Köln/Bonn) über die Autobahn A 59 ein. Der Linienweg misst etwas über 20 Kilometer (hin und zurück also schon mehr als 40 Kilometer): die tägliche Laufleistung eines Wagens auf dieser Linie erreicht mehr als 600 Kilometer.  Will man hier nicht mehr mit Diesel fahren, bleibt nichts anderes als der Wasserstoffbus: noch sind Batteriebusse nicht so weit, dass sie mehr als 600 Kilometer schaffen würden.

Und sollte es mal mit der Reichweite knapp werden: auf dem Flughafen Köln/Bonn gibt es eine Wasserstoff-Tankstelle,

Der Vorführwagen der RVK kommt jetzt erst einmal vom Betriebshof Meckenheim aus zum Einsatz.  Er soll drei Wochen lang auf den Meckenheimer Linien laufen – darunter die im Auftrag der Bonner SWB gefahrene Flughafenlinie. Danach soll er den Betriebshof wechseln, indem er nach Wermelskirchen (Kreis Bergisch Gladbach) umzieht.   

© Christian Marquordt
© Christian Marquordt
13.01.2022
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Pierre Ofzareck
3 Monate zuvor

Ich halte es da mit Elon Musk:
„Hydrogen is waste of time.“
Auf Deutsch: „Wasserstoff ist Zeitverschwendung“.
Ein Wasserstofffahrzeug braucht etwa dreimal so viel Energie, wie ein Batterieelektrischer Bus. Hinzu kommt, dass Wasserstoff in der Natur nicht in reiner Form existiert sondern nur verbunden mit anderen Elementen.

Die Wasserstoffherstellung ist sehr Energieaufwändig, weil bei der Elektrolyse immer auch Wärme entsteht.

Wir werden also nie eine Massenverbreitung von Wasserstoff im Straßenverkehr sehen, können aber froh sein, wenn wir genügend davon herstellen können, um damit das Kerosin in der Luftfahrt zu ersetzen oder den Koks bei der Stahlgewinnung. Selbst bei der Eisenbahn werden Akkubetriebene Züge dem Wasserstoff den Rang ablaufen, da Akkutriebwagen so gebaut werden können, dass sie unter dem Fahrdraht wieder nachladen können. Doch Akkutriebwagen sind bei der Bahn ein alter Hut. Die ersten wurden noch unter Kaiser Wilhelm bei der Königlich Preußischen Eisenbahn Verwaltung K.P.E.V. in Dienst gestellt.

Bei den Kleinflugzeugen gibt es heute schon Elektroflieger. Das größte Elektroflugzeug fasst derzeit sechs Passagiere nebst dem Piloten. Damit soll jetzt eine Fluglinie zwischen Berlin und Zürich aufgezogen werden. Da der Elektroflieger deutlich billiger abheben kann, als ein Düsenjet, reichen die sechs Passagiere locker aus, um konkurrenzfähige Flugpreise anbieten zu können.

Christian Marquordt
Christian Marquordt
3 Monate zuvor

Diese Darstellung ignoriert vollständig, dass ein Betrieb wie die Regionalverkehr Köln den Wasserstoff nicht herstellt, sondern dass der Wasserstoff als Abfallprodukt (!) der umliegenden chemischen Industrie entsteht. Bislang konnte man nichts damit anfangen und hat den Wasserstoff deshalb einfach nur durch Abfackeln vernichtet. Zum Glück ist jemandem aufgefallen, dass dieses „Abfallprodukt“ ein hervorragender Kraftstoff alle möglichen Arten von Kraftfahrzeugen ist, so auch für Busse.
Und ist es nicht eine Schande, in einer Zeit, in der Energie immer wichtiger wird, einen Energieträger einfach nur zu vernichten?
Andere Betriebe, so zum Beispiel Wuppertals WSW, haben eine Möglichkeit gefunden, sich ihren Wasserstoff selber herzustellen. Der Chef von Wuppertals WSW: „Kostengünstiger als mit unserem eigenen Wasserstoff könnten unsere Busse überhaupt nicht fahren.“
Andere Betriebe setzen auf die Herstellung von Wasserstoff in Windparks …
Nebenbei: die Aufgabe des Journalisten besteht darin, nüchtern und tendenzlos zu berichten. Und nicht Meldung und Kommentar durcheinander zu schmeissen. Letzteres überlassen wir gerne den Verkehrsamateuren …