Die Škoda Group hat den Auftrag zur Lieferung einer ersten Fahrzeugserie für das neue Stadtbahnsystem im schwedischen Uppsala erhalten. Der Vertrag umfasst zunächst 20 Zweirichtungsfahrzeuge sowie eine Option auf weitere 18 Straßenbahnen. Einschließlich der Optionen, eines Wartungsvertrags, Generalüberholungen und technischer Unterstützungsleistungen kann das Auftragsvolumen bis zu 270 Mio. Euro erreichen. Die Gesamtinvestitionen für das Stadtbahnprojekt werden auf rund 450 Mio. Euro beziffert. Uppsala zählt rund 150.000 Einwohner und gilt als älteste Universitätsstadt Skandinaviens.
Die Fahrzeuge sind für das derzeit von der Region Uppsala und der Kommune Uppsala entwickelte Stadtbahnnetz vorgesehen. Dieses soll auf einer rund 17,6 km langen zweigleisigen Strecke mit 22 Haltestellen den Hauptbahnhof mit neuen Wohn- und Gewerbegebieten sowie den Universitäts- und Klinikstandorten verbinden. Ziel ist es, angesichts des anhaltenden Stadtwachstums zusätzliche Kapazitäten im öffentlichen Personennahverkehr zu schaffen.
Bereits zwischen 1906 und 1953 verfügte Uppsala über ein kleines Straßenbahnnetz mit zeitweise vier Linien.

Die neuen Fahrzeuge basieren auf dem für Tampere in Finnland entwickelten Straßenbahntyp von Škoda, werden jedoch an die betrieblichen Anforderungen in Uppsala angepasst. Die 38 m langen Zweirichtungsfahrzeuge werden vollständig niederflurig ausgeführt und ermöglichen aufgrund ihrer beidseitigen Führerstände den Betrieb ohne Wendeschleifen an den Endpunkten. Die Kapazität beträgt 186 Fahrgäste, darunter 80 Sitzplätze.
Für einen zügigen Fahrgastwechsel verfügen die Fahrzeuge auf jeder Seite über drei doppelflügelige und zwei einflügelige Einstiegstüren. Zur Ausstattung gehören Mehrzweckbereiche für Rollstühle und Kinderwagen, dynamische Fahrgastinformationssysteme, USB-Ladeanschlüsse sowie eine Klimaanlage. Das Fahrzeugkonzept erfüllt die aktuellen Anforderungen an einen barrierefreien Zugang.
Zum Sicherheitskonzept gehört ein Hinderniserkennungs- und Kollisionsassistenzsystem, das Kollisionen mit anderen Verkehrsteilnehmern oder Hindernissen vermeiden beziehungsweise deren Folgen mindern soll. Ergänzend wird eine automatische Geschwindigkeitsüberwachung installiert, die in Kurven und weiteren definierten Streckenabschnitten die zulässige Geschwindigkeit überwacht und begrenzt.

Nach Angaben des Herstellers erfolgt die Ausgestaltung der Serienfahrzeuge in enger Abstimmung mit dem künftigen Betreiber und den späteren Nutzern. Auch die Entwicklung des Fahrerarbeitsplatzes soll gemeinsam mit dem Fahrpersonal erfolgen, um den aktuellen europäischen Anforderungen hinsichtlich Ergonomie und Arbeitssicherheit gerecht zu werden.
Zum Lieferumfang gehört außerdem ein zwölfjähriger Instandhaltungsvertrag sowie ein ebenfalls auf zwölf Jahre ausgelegtes Generalüberholungsprogramm für die Fahrzeuge und mehrere wesentliche Systemkomponenten. Beide Verträge enthalten jeweils eine Option auf eine Verlängerung um ein weiteres Jahr.
Das Stadtbahnprojekt in Uppsala gilt derzeit als größtes innerstädtisches Schienenverkehrsvorhaben in Schweden. Mit der Inbetriebnahme wird nach mehr als 70 Jahren wieder ein Straßenbahnbetrieb in der Stadt aufgenommen. Die neue Stadtbahn soll künftig eine tragende Rolle im öffentlichen Nahverkehr Uppsalas übernehmen.
Alle Abbildungen: © Škoda Group


