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Stadler liefert neue Trams für die Genfer Verkehrsbetriebe (TPG) 

Artist's Impression der siebenteiligen Tramlink für die tpg Genf. Erstmalig kommt bei der Genfer Straßenbahn auch wieder die Hausfarbe Orange verstärkt zur Anwendung I © Stadler

Die Genfer Verkehrsbetriebe (tpg) haben den Hersteller Stadler mit dem Bau einer neuen Serie von Straßenbahnzügen beauftragt. Die neuen Tramlink Niederflurbahnen sind als Wagenparkvergrößerung für die zahlreichen Erweiterungen des Netzes geplant und werden mittelfristig auch die bestehenden Duewag-Vevey Flotte ersetzen.

Die tpg entschieden sich für das Modell Tramlink, das vom Schweizer Hersteller Stadler entwickelt wurde. Diese Entscheidung erfolgte nach einer internationalen Ausschreibung, die von den tpg im August 2021 eröffnet wurde. Sie wurde am 7. Juli 2022 allen Beteiligten mitgeteilt. Gegen den Vergabeentscheid kann noch Beschwerde eingelegt werden. 

Erstes Los von 38 Fahrzeugen

Ein erstes Los von 38 Zügen wird bestellt. Eine Option auf weitere 10 bis 25 Züge ist vorgesehen. Die Lieferung des ersten Zuges ist für November 2024 angekündigt, die Inbetriebnahme soll im ersten Quartal 2025 erfolgen. 

Tatsächlich wird es für die tpg in den nächsten Jahren darum gehen, den Betrieb der neu geplanten Tramlinie nach Grand-Saconnex und Ferney-Voltaire zu gewährleisten sowie die geplanten Erweiterungen bis zum Industriegebiet von Plan-les-Ouates, Saint-Julien-en-Genevois und Annemasse-Glières zu begleiten. 

In den nächsten Jahren sollen darüber hinaus auch die Einrichtungs-Duewag-Vevey Trams der Linie 12 ersetzt werden, die rund 40 Jahre lang ihren Dienst getan haben. Mit dem Modell Tramlink werden sie in Zukunft über ein Zweirichtungs-Tram mit Standardabmessungen verfügen (44 Meter lang, 2,3 Meter breit und mit einer Kapazität von 250 Fahrgästen), das auf allen Linien des tpg-Netzes ohne Ausnahme eingesetzt werden kann (Linien 12, 14, 15, 17 und 18). 

Erste Düwag-Vevey Teil-Niederflur-Generation in Genf | © UTM/b

Zukunft der Duewag-Vevey Altwagen

Der vollständige Ersatz der Duewag-Vevey-Züge ist nach Aussagen der Verkehrsbetriebe für 2030 geplant. Über die angekündigte Anschaffung hinaus haben die tpg auch die historische Perspektive im Blick, da es sich bei den Duewag-Vevey Fahrzeuge um eine der ersten Niederflurstraßenbahnserien weltweit handelt. In diesem Zusammenhang hat die tpg bereits Kontakt mit einem lokalen Verein aufgenommen, der daran interessiert ist, dieses Erbe „am Leben zu erhalten“.

Für den Rest der Züge sehen die tpg verschiedene Möglichkeiten, wobei vor allem die Kosten berücksichtigt werden. Zur Option steht eine Abgabe an andere Verkehrsbetriebe, Recycling, Spende…

Dekarbonisierung

Die Anschaffung dieser neuen Tramserie erfolgt zu einer Zeit, in der die tpg im Rahmen des vom Genfer Staatsrat verabschiedeten kantonalen Klimaplans ebenfalls an der Dekarbonisierung ihrer Flotte arbeiten. In Übereinstimmung mit ihrer Unternehmensstrategie CAP 2030 streben sie bis dahin den Betrieb einer Flotte an, die zu 100 % elektrisch ist und auf erneuerbarer Energie basiert. 

Eine positive Entwicklung für die Genfer Bevölkerung, die sowohl von einer Verbesserung der Luftqualität als auch von einer Verringerung der Lärmbelästigung profitieren wird. Investitionen, die in beiden Fällen darauf abzielen, der Bevölkerung des Großraums Genf auch in Zukunft zuverlässige und umweltfreundliche Fahrzeuge zu garantieren. 

15.07.2022
3.4 8 Stimmen
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