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Tram-Westtangente: Stadtwerke München reichen Bauantrag ein

Boschetsrieder Str. im Juli 2019 - 28 Jahre nach der Stilllegung! Der Omnibusanhängerzug fährt auf der Linie 51, die weitgehend durch die Westtangente der Tram ersetzt werden soll | © Dirk Budach

Die Stadtwerke München (SWM) haben am Donnerstag, 9. April 2020 bei der Regierung von Oberbayern (ROB) den Planfeststellungsantrag für die Tram-Westtangente eingereicht. Der Start des Genehmigungsverfahrens markiert den nächsten wichtigen Meilenstein auf dem Weg zu der ca. 8,3 Kilometer langen Straßenbahn-Neubaustrecke, welche die fünf Stadtbezirke Neuhausen-Nymphenburg, Laim, Hadern, Sendling-Westpark und Thalkirchen-Obersendling-Forstenried-Fürstenried-Solln verbindet. Die Tram-Westtangente soll nach aktuellem Planungsstand von 2023 bis 2026 gebaut und möglichst zum Fahrplanwechsel im Dezember 2026 in Betrieb genommen werden. Sie ist ein zentraler Baustein der städtischen ÖPNV-Offensive.

Die geplante Streckenführung der Tram Westtangente I © MVG

Teilweise Nutzung stillgelegter Straßenbahntrassen

Die neue Westtangente wird teilweise auf in den 1990er Jahren stillgelegten Straßenbahntrassen verkehren. Als am 1. Juni 1991 die U-Bahnlinie 3 um das letzte Teilstück bis nach Fürstenried-West verlängert wurde, wurde die damalige Straßenbahnlinie Linie 16 auf ihrer gesamten Strecke eingestellt. Teile der Gleisanlagen in der Boschetsriederstraße sowie eine Straßenbahnschleife am Ratzingerplatz sind bis heute erhalten.

Als am die U-Bahnlinie 6 von Holzapfelkreuth zum Klinikum Großhadern am 23. Mai 1993 verlängert wurde, wurde nach vielen Diskussionen und Protesten die Straßenbahnlinie 26 zwischen Westendstraße und Lorettoplatz endgültig stillgelegt. An der Würntalstraße wird die neue Westtangente die ehemalige Trasse der Linie 26 im rechten Winkel kreuzen.

Botschetsrieder Str. 1996, man sieht den Tunneleingang in Richtung Fürstenried, April 1996 – fünf Jahre nach der Stilllegung. Der Tunneleingang heute nicht mehr zugänglich, die Trasse mehr zugewachsen, aber noch zu sehen | © Dirk Budach

Fahrgastzuwachs durch Umstellung auf Straßenbahnbetrieb

Die neue Strecke hat voraussichtlich 17 Haltestellen. Damit wird das heute insgesamt 82 km lange Tramnetz um etwa zehn Prozent ausgeweitet. Auf ihrem Abschnitt ersetzt die Tram Westtangente den Metrobus 51 und verbindet verschiedene U-Bahn-Linien (U3, U5, U6), Tramlinien (12, 16/17, 18, 19) sowie den S-Bahn-Haltepunkt Laim. Mit der Tram Westtangente soll die derzeit von Schwabing kommende und am Romanplatz endende Linie 12 auf der Tram Westtangente direkt bis zur Aidenbachstraße weiterfahren.

Prognosen bestätigen, dass die Tram Westtangente deutlich mehr Fahrgäste anziehen wird, als heute zwischen Romanplatz und Aidenbachstraße mit den Bussen der MVG unterwegs sind („Schienenbonus“). Gleiches gilt für die bestehende Tramlinie 12 zwischen Romanplatz und Schwabing durch die Verlängerung nach Laim und Sendling.

Weiteres Verfahren für Parzivalstraße

In einem weiteren Verfahren wird beantragt, die Straßenbahngleise in der Parzivalstraße in Schwabing, nördlich des Stadtzentrums, künftig für den Linienbetrieb zu nutzen. Dazu muss der vorhandene Planfeststellungsbeschluss entsprechend geändert werden. Bisher dürfen die Gleise in der Parzivalstraße nur von ein- und ausrückenden Zügen befahren werden, die auf der Linie 23 eingesetzt werden. Eine Genehmigung für den Linienverkehr würde neue Direktverbindungen zwischen der Parkstadt Schwabing, dem Scheidplatz und der Innenstadt ermöglichen.

Die bestehende Straßenbahnstrecke zwischen Scheidplatz und Parzivalplatz soll für den Straßenbahnplanverkehr genutzt werden I © MVG

Weitere Projekte

Darüberhinaus planen die MVG derzeit zwei weitere Straßenbahnstrecken: Die Nordtangente mit einer oberleitungsfreien Strecke durch den Englischen Garten (2,2 km zwischen Tivolistraße, Elisabethplatz und Müncher Freiheit) sowie die Verlängerung der Straßenbahnlinie 23 im Münchner Norden, die die Haltestellen Am Hart und Kiefergarten miteinander verbinden soll. Einen detaillierten Zeitplan für beide Projekte gibt es derzeit nicht. Presseberichten zufolge planen die MVG außerdem perspektivisch die Einführung von 2,65 Meter breiten und 60 Meter Straßenbahnen – anstatt der aktuell gängigen 2,30 Meter Breite und 37 Metern Länge (bei den vierteiligen T-Wagen). Dies hat die Verbreiterung des Gleismittenabstandes und die Verlängerung der Bahnsteige zufolge. Da dies nicht auf allen Strecken möglich ist, würden sich die Maßnahmen und somit auch der spätere Einsatz der breiteren Fahrzeuge auf bestimmte Strecken beschränken. Für die Umsetzung plant die MVG einen Zeitrahmen von ca. 10 Jahren ein.

So könnte die Rasengleistrasse ohne Oberleitung der Nordtangente durch den Englischen Garten aussehen I © MVG

Quelle: SWM/ eigene Recherche

23.04.2020
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Anthony Mercer
Anthony Mercer
7 Monate zuvor

It would be better to extend the subway system and replace the remainin tram network by an modern bus system ( BRT )

Leander
Leander
7 Monate zuvor
Reply to  Anthony Mercer

No, you’re extremely wrong. If you would live in Munich you would understand.
It was a big mistake to replace trams with buses and subways. That became very obvious now.

  1. Trams in Munich are much more effective than buses and much faster
  2. Subways are too expensive to build
  3. Buses get stuck in traffic jams much faster
  4. The bus to Hasenbergl from Moosach takes around 45 Minutes or so and the tram line which was longer than the bus line was much faster

We bought 72 more new Trams which come next year. The trams in Munich are the future of our public transport. I have experience with that since my dad is a tram driver in Munich.

Leander
Leander
7 Monate zuvor
Reply to  Anthony Mercer

And also, how are bus systems modern? Place a bus next to a tram. Who is bigger? Correct, the tram. Who is safer? Correct, the tram. Who is faster? Correct, the tram.
Look, we need every public transport vehicle in Munich. Without the trams, the subway would be even more overfilled and without the buses, the trams would be too overfilled than they are now.

You live in 1990 because it was a european trend to shutdown tram system. Update yourself and live in 2021 where trams shouldn’t get shutted down anymore.

Leander
Leander
7 Monate zuvor
Reply to  Anthony Mercer

I’m pretty annoyed by people like you which are outdated and with their brain in 1990 because if you would live in 2021, you would know that we extended our tram system again. We extended a tram line to Berg am Laim, we have plans of extending the tram line 23 to reach Freimann again just like many years ago so you don’t have to switch to the subway which is far again from Münchner Freiheit.

Leander
Leander
7 Monate zuvor
Reply to  Anthony Mercer

Okay, let me tell you why replacing trams is a bad thing. Now I will write this normal that it’s easier to understand.

  1. Shutting down tram system is a european trend from the 90s which is outdated today
  2. Without the tram in Munich, buses and subways would be overfilled
  3. Without the tram near my house, I wouldn’t have a fast connection to the main train station
  4. Without the tram, my dad would lose his job as tram driver
  5. Trams became a very important part of the German Public Transport
  6. They’re often used in munich and very famous
  7. They wanted to shut down the complete tram system in Munich (München) a long time and many people from Munich demonstrated against this that it doesn’t get shutted down that’s why it still exists.
  8. Come to Munich first and ride with all public transport vehicles before you say something against the tram
  9. We bought 72 new Trams which come next year
  10. The tram is the future of Munich’s public transport
Basti
Basti
7 Monate zuvor
Reply to  Anthony Mercer

1 thing. There is a subway line where the tram line is. But it should get some backup from the tram.

Last edited 7 Monate zuvor by Basti
Basti
Basti
7 Monate zuvor

Finde ich super! Ab auf die Schiene, weg von der Straße! So soll das sein. Die Westtangente sollte auf jeden Fall reaktiviert werden. <3