
Ergebnisse der Zero Emission Bus Conference in Brüssel
Interessante Ergebnisse und Schlussfolgerungen können wir von der sechsten Ausgabe der European Zero Emission Bus Conference berichten – UTM war als Mediapartner vor Ort dabei. Die ZEB wurde von ERM – Environmental Resources Management und der Busworld Foundation organisiert und fand im Oktober 2025 parallel zur Busworld Europe in Brüssel statt.

Die ZEB-Konferenz brachte mehr als 90 Fachreferenten zusammen, darunter Vertreter europäischer Ministerien, Busbetreiber, Verkehrsbehörden, führender Verbände, Forscher und Pioniere der Branche. Hinzu kamen über 350 Teilnehmer aus der gesamten ZEB-Lieferkette – darunter OEMs, Zulieferer, Infrastrukturanbieter/-integratoren und Datenanalyseunternehmen.
In 13 Sitzungen, die sich über 2,5 Tage erstreckten, diskutierten die Teilnehmer die neuesten Entwicklungen und Innovationen im Bereich der Einführung emissionsfreier Flotten, untersuchten die Herausforderungen der Branche und schlugen Lösungen für Themen aus den Bereichen Technologie, Arbeitskräfte und Politik vor.

Wichtige Eckdaten und Ergebnisse der ZEB 2025:
• Der europäische Markt für emissionsfreie Busse wächst weiterhin rasant, wobei die Verkaufszahlen für Elektrobusse diejenigen für Dieselmodelle übertreffen (58 % gegenüber 32 %). 83 % der in der EU verkauften emissionsfreien Busse werden in Europa hergestellt. Nationale Beispiele des deutschen Bundesverkehrsministeriums und des österreichischen Ministeriums für Innovation, Mobilität und Infrastruktur veranschaulichten die starke politische und finanzielle Unterstützung, die die Marktakzeptanz vorantreibt.
• Für Betreiber sind Batterien nach wie vor weitgehend eine „Black Box“ – ihnen fehlt der direkte Zugriff auf die Daten, die für ein umfassendes Verständnis des Zustands, der Leistung und des Status der Batterien erforderlich sind. Daher sind ein transparenter, zuverlässiger Datenaustausch und eine kontinuierliche Zusammenarbeit mit den OEMs unerlässlich. Die Priorisierung der Sicherheit beim Batteriemanagement und ein innovatives Second-Life-Management sind entscheidend für einen nachhaltigen und zuverlässigen Betrieb von Elektrobussen.
• Der universelle Zugang zu hochwertigen, standardisierten Betriebsdaten ist von entscheidender Bedeutung. Der EU-Datenakt und die laufenden Standardisierungsbemühungen sollen die Betreiber stärken, die Zusammenarbeit verbessern und bessere finanzielle und betriebliche Ergebnisse unterstützen.
• Einige der führenden öffentlichen Verkehrsunternehmen Europas, darunter aus Großbritannien (The Go-Ahead Group), Norwegen (Ruter, Unibuss), Deutschland (WSW – Wuppertal), Spanien (EMT Madrid) und Irland (Translink), nahmen an Diskussionen zum Thema „Organisatorischer Wandel und reale Leistung emissionsfreier Busse” teil. Die erfolgreiche Integration von emissionsfreien Bussen erfordert erhebliche organisatorische Anpassungen und die Neugestaltung von Flotteneinsatzstrategien, Routenplanung und Logistik für das Aufladen oder Betanken.
• Hochwertige Wasserstofftankstellen stehen nach wie vor vor Herausforderungen, insbesondere in Bezug auf Preisgestaltung und Zuverlässigkeit. Um diese Probleme anzugehen, sind robuste, ausreichend dimensionierte Tankstellen, erfahrene Anbieter und ein Fokus auf die Zuverlässigkeit des Systems erforderlich, um eine breitere Akzeptanz der Wasserstoffmobilität zu fördern.
• Die Ladeinfrastruktur muss frühzeitig geplant und an die lokalen Gegebenheiten angepasst werden, wobei die effektivste Nutzung der sich weiterentwickelnden Ladetechnologie zu berücksichtigen ist.
• Hochrangige politische Entscheidungsträger und institutionelle Führungskräfte der Europäischen Kommission, darunter die GD Internationale Partnerschaften, die CINEA sowie Transdev und die Europäische Investitionsbank (EIB), bestätigten, dass der Zugang zu Finanzmitteln strategische Partnerschaften und kohärente Rahmenbedingungen erfordert.
• Die ACEA (Europäischer Automobilherstellerverband) sprach über die Zukunft der Herstellung von ZEBs in Europa und erklärte, dass zur Erreichung des CO₂-Reduktionsziels der EU für 2030 von -43 % etwa ein Drittel der Busproduktion emissionsfrei sein muss. Die Erreichung dieses Ziels hängt von unterstützenden Maßnahmen und Investitionen ab, um die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Fertigung angesichts des globalen Preisdrucks aufrechtzuerhalten. Prognosen zufolge werden zwischen 2025 und 2030 rund 48.000 elektrische Stadtbusse und 20.000 elektrische Überlandbusse und Reisebusse auf den europäischen Markt kommen. Um die EU-Ziele zu erreichen, sind umfangreiche politische Unterstützung und Investitionen erforderlich, um die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Fertigungsindustrie angesichts des globalen Preisdrucks aufrechtzuerhalten. Es folgte eine fruchtbare Diskussion mit Beiträgen von Transdev, ACEA und Vervoerregio Amsterdam, die eine Reihe von Meinungen einbrachten.

Weitere Informationen zu den wichtigsten Ergebnissen der ZEB-Konferenz finden Sie hier: ZEB 2025 – Konferenzbericht. Die Folien der Konferenzpräsentationen sind hier verfügbar: Zero Emission Bus Conference | Brüssel, 7. bis 9. Oktober 2025.
Die wertvollen Beiträge aller Beteiligten machten diese Ausgabe zu etwas Besonderem. Besonderer Dank gilt den Sponsoren, Referenten und allen Teilnehmern, die zu neuen Erkenntnissen, Wissensaustausch und Kontakten beigetragen haben.
(Info: ZEB)
04.01.2026
