Überlebensstrategie: Neue Trolleybusse für den einzigen Betrieb in Usbekistan

Mithilfe von Fördermitteln der halbstaatlichen SQB (O’zsanoatqurilishbank = Uzbek Industrial and Construction Bank) kann die Modernisierung des einzigen im Land verbliebenen Trolleybusbetriebs eingeleitet werden: Der chinesische Hersteller Yutong lieferte im Juni 2026 die ersten von zehn neuen 12-Meter-Trolleybussen des Typs ZK6126BEVG nach Urgench aus, der Provinzhauptstadt im Westen Usbekistans. Hier besteht eine rund 33 km lange Überlandlinie, die in die alte Festungsstadt Chiva (Xiva) am Rand der Wüste führt. Zum Einsatz kommen dort bisher neun Skoda/Iveco 24 Tr Trolleybusse aus dem Jahr 2013, die den regelmäßigen Verkehr auf der Linie abwickeln.

Wir hatten den interessanten Betrieb schon einmal hier ausführlich vorgestellt:

Mit den Neuwagen soll der Verkehr attraktiver gestaltet werden, die Linie soll den neuen Fernbahnhof und auch den Flughafen von Urgench anbinden. Bahnhof und Flughafen waren vor Jahren schon einmal von der Obuslinie bedient worden, doch nach Straßenbauarbeiten wurden die Fahrleitungen schon vor rund 15 Jahren entfernt.


Die neuen chinesischen Wagen haben ausreichend dimensionierte Traktionsbatterien für Fahrten abseits der Fahrleitung und können diese Abschnitte künftig im Batteriemodus zurücklegen. Um die Mitfahrt auch auf der recht langen Überlandstrecke bei rund 50 Minuten Fahrzeit angenehm zu halten, sind die Neuwagen mit ausreichender Klimatisierung sowie extra getönten und isolierten Fenstern ausgestattet, liegen doch die Temperaturen im trockenen Wüstenklima Usbekistans hier nicht selten über 40 Grad. Landestypisch haben die Wagen, wie auch die bislang eingesetzten Skoda/Iveco-Trolleybusse, Gardinen im Innenraum, um die Fenster abdunkeln zu können.

Eine Serie äußerlich sehr ähnlicher batterie-elektrischer Busse von Yutong kommt ebenfalls im Raum Urgench zum Einsatz.

Skoda/Iveco Trolleybus auf der Überlandstrecke 2022 | © Dirk Budach
© UZ Press

03.08.2026