Verona erhält die ersten Batterie-Trolleybusse von HESS

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Wie in vielen anderen italienischen Städten löst auch in Verona der Trolleybus die Straßenbahn in den vierziger und fünfziger Jahren nach und nach als Hauptverkehrsmittel ab – ein städtisches und ein Überland-Obusnetz entstanden so und blieben bis 1975 bzw. 1981 in Betrieb.

Nun kommt der Trolleybus in moderner Form zurück, dieses Mal als zeitgemäßes Bus-Rapid-Transit-System (BRT) mit einem hohen Anteil von Trassenelementen, die vom Individualverkehr separiert eine schnelle, unbehinderte Fahrt erlauben werden. Batterie-Trolleybusse kommen zum Einsatz, die größere Streckenabschnitte ohne Fahrleitung im Batteriemodus zurücklegen können und deren Traktionsbatterien bei der Fahrt unter den reduzierten Oberleitungsabschnitten wieder aufgeladen werden. Das spart Ladezeit und erlaubt die Verwendung gewichtsparender, kleinerer Energiespeicher, als dies bei reinen Batteriebussen der Fall ist – und ist dadurch insgesamt energieeffizienter. Das gleichmäßige Laden im Tagesverlauf vermeidet zudem hohe Spitzenlasten im Stromversorgungsnetz.

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Anläufe zum Aufbau eines solchen Systems gibt es in Verona seit mehr als 20 Jahren, doch langwierige Planungs-, Entscheidungs- und Genehmigungsprozesse, dazu Finanzierungsfragen bei wechselnden politischen Mehrheiten in der Regionalpolitik verhinderten eine zügige Umsetzung. Bauarbeiten an der Infrastruktur einschließlich eines ganz neuen Depots sind aber nun seit geraumer Zeit im Gang, und nun trafen im Juni 2026 auch endlich die ersten vom Schweizer Hersteller HESS gefertigten 39 Gelenkwagen vom Typ „lighTram®19“ (ursprünglich unter der Bezeichnung „Swisstrolley 5“ angeboten) in Verona ein. Die Fahrzeuge waren schon 2019 bestellt worden, konnten aber nicht alle ausgeliefert werden, weil sich der Bau der Infrastruktur verzögert hatte. Ein Vorserienwagen absolvierte bereits im März 2020 Testfahrten im schweizerischen Biel. Sechs Wagen waren in den letzten Monaten im Testbetrieb auf dem Netz der Verkehrsbetriebe in Bologna, und eben diese Wagen werden jetzt nach Verona verbracht. Die ersten beiden sind seit dem 11. Juni 2026 auf dem Gelände des neuen, künftigen Depots.

Die Fahrzeuge sind 18,7 m lang, und bieten mehr als 140 Fahrgästen Platz. Die E-Ausrüstung stammt von Kiepe Electric, deren Trolleybus-Sparte Hess vor einigen Monaten übernommen hatte, wir berichteten hier: https://www.urban-transport-magazine.com/abgeschlossen-jetzt-kiepe-gibt-das-trolleybusgeschaeft-an-hess-ab/

Nun geht es mit dem Bau hoffentlich zügig voran, sodass die schon mehrfach verschobene Eröffnung zumindest der ersten Teilstrecke noch vor dem Jahresende 2026 stattfinden kann. Insgesamt sind vier Linien der neuen „Filovia Verona“ vorgesehen. Das Gesamtprojekt wird mit Investitionskosten von rund 150 Mio. EUR veranschlagt und zu Teilen durch Mittel der Zentralregierung aus Rom (EUR 14 Mio.) sowie durch Unterstützung der Europäischen Investitionsbank EIB (EUR 62 Mio.) mitfinanziert.

BRT-Trasse in Mittellage mit neuen Masten | © Urban Transport Magazine/B
Eigentrasse parallel zur Straße | © Urban Transport Magazine/B
Depotzufahrt – das neue Depot im Hintergrund | © Urban Transport Magazine/B
4 Linien der Filovia Verona | © Comune die Verona
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12.06.2026