
Aschaffenburg liegt ganz im Nordwesten des Bundeslandes Bayern und ist mit seinen rund 72.000 Einwohnern Teil Rhein-Main Metropolregion. Der Busbetrieb der Stadtwerke Aschaffenburg (StwAB) stellt gemeinsam mit der Verkehrsgesellschaft Bayerischer Untermain (VAB) das Rückgrat des öffentlichen Personennahverkehrs in der Stadt Aschaffenburg dar. Die Stadtwerke sind dabei im Verkehrsbetrieb tätig, die Stadt Aschaffenburg selbst fungiert als Aufgabenträger und finanziert das Busangebot. Insgesamt betreiben die Stadtwerke 15 Stadtbuslinien (Linien 1–12, 14, 15, 16), die den Regionalen Omnibusbahnhof (ROB) mit Stadtteilen und Umland verbinden. Tagsüber herrscht auf den wichtigsten Verbindungen ein 10-20 Minuten-Takt. Nachts, wenn kein regulärer Linienbetrieb stattfindet, ergänzt das Angebot ein Anruf-Sammel-Transport-System (ASTflex), um Mobilität auch außerhalb der Betriebszeiten sicherzustellen.


Elektro- und Wasserstoffbusse
Um ihren Fuhrpark am aktuellen Trend zur Elektromobilität auszurichten, stellen die Stadtwerke Aschaffenburg zunächst 13 Hybridbusse und 2022 auch die ersten voll-elektrischen Batteriebusse in Dienst. Diese drei Solaris Urbino 12 electric IV haben eine Batteriekapazität von 440 kWh, der Hersteller verspricht 240 bis 280 km Reichweite.
Die weitere Umstellung der Flotte geschah durch die Beschaffung von 12 Wasserstoffbussen. 10 Solaris Urbino 12 hydrogen und 2 Urbino 18 hydrogen Gelenkwagen trafen 2024 in Aschaffenburg ein. Die Solobusse sind mit 70 kW Brennstoffzellen und 30 kWh Batterien ausgestattet, die beiden Gelenkwagen mit mit 100 kW Brennstoffzellen und zwei 30 kWh High‑Power‑Batterien.
Alle H₂‑Fahrzeuge sind serienmäßig mit Klimaanlage, USB-Ladebuchsen, automatischem Fahrgastzählsystem sowie einem Fahrgastkommunikationssystem ausgestattet. Zur Sicherheit gehören Überwachungskameras im Innen- und Außenbereich sowie das Assistenzsystem „MobileEye Shield+“, das vor Objekten oder Personen in der Nähe des Fahrzeugs warnt.


Auf dem Betriebshof entstand eine moderne Wasserstofftankstelle, die auch anderen Abnehmern u.a. aus den öffentlichen Betrieben der Stadt zur Verfügung steht. Dort können die Fahrzeuge mit 350 oder 700 bar betankt werden. Pro Bus dauert dies etwa 10 Minuten für ca. 25 kg Wasserstoff. Der Wasserstoff wird per Lkw angeliefert, bis auf längere Sicht ein Anschluss an die im Bau befindliche überregionale H₂-Leitung Midal-Süd hergestellt werden kann.
Förderung durch die öffentliche Hand
Die Kosten für die drei E-Busse lagen pro Stück bei rund 560.000 Euro. Hierfür wie auch für die Ladeinfrastruktur erhielten die Stadtwerke eine Förderung aus Bundesmitteln von einer knappen Million Euro. Für die Beschaffung der Wasserstoffbusse gewährte das Bundesministerium für Verkehr rund 3,8 Mio. Euro Fördermittel, für den Bau der Wasserstofftankstelle kamen 1,9 Mio. Euro von der bayerischen Landesregierung.
Der Fuhrpark besteht aktuell aus 48 Mercedes-Benz Citaro Omnibussen unterschiedlicher Bauart, davon 2 Gelenkwagen und 13 Hybridbusse, dazu kommen 4 Solaris Urbino 12 III aus 2010 und nun die 12 Wasserstoffbusse, insgesamt also 64 Fahrzeuge. Rund 5,5 Mio. Fahrgäste werden damit pro Jahr befördert.




