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Wie geht kommunale Mobilitätsplanung?

Herzogenaurach | © Urban Transport Magazine/b

Die PTV Transport Consult analysierte im Auftrag des Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) Erfolgsfaktoren in Verwaltungsstrukturen, -prozessen und -kulturen. Die veröffentlichte Studie „Impulse für eine erfolgreiche Mobilitätsplanung in der Kommunalverwaltung“ untersucht drei zentrale Gestaltungsfelder und fasst die besonderen Herausforderungen insbesondere der ländlichen Kommunen zusammen. 

Mobilität entscheidet darüber, wie lebenswert und attraktiv eine Region ist. Ob Radwege, Bürgerbusse oder digitale Lösungen für den ÖPNV: In vielen Kommunen steckt dabei hohes Engagement, um die Mobilitätswende vor Ort voranzubringen. Doch nicht nur äußere Faktoren wie Bevölkerung, Wirtschaft oder Klima nehmen Einfluss auf die Mobilitätsplanung: „Auch innerhalb der kommunalen Verwaltungen gibt es Hürden“, so Dr. Peter Jakubowski, Leiter der Abteilung Raum- und Stadtentwicklung im BBSR im Vorwort der Studie der PTV Transport Consult, „knappe finanzielle und personelle Ressourcen, langwierige Abstimmungsprozesse und eine oft wenig flexible Struktur bremsen notwendige Veränderungen aus.“ Vor allem ländliche Kommunen sehen sich großen Herausforderungen gegenüber: knappe Mittel, demografischer Wandel und steigende Anforderungen durch Klimaschutz und Digitalisierung.

Erfolgsversprechende Faktoren für eine erfolgreiche Mobilitätsplanung

Das BBSR hat vor diesem Hintergrund die PTV Transport Consult mit einem Forschungsprojekt beauftragt. Von April 2024 bis Oktober 2025 galt es, die aktuelle Situation der Mobilitätsplanung in Kommunen ländlich geprägter Regionen zu analysieren: Das Forschungsprojekt „Erfolgsversprechende Faktoren innerhalb kommunaler Verwaltungsstrukturen für eine erfolgreiche Mobilitätsplanung“ wurde im Rahmen des Bundesprogramms Region gestalten beauftragt. Das Bundesprogramm selbst wird durch das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Auftrag des Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) durchgeführt.

Drei Stellschrauben für erfolgreiche Planung

Für das Projekt führte PTV Interviews mit Beschäftigten aus 20 Kommunen in ganz Deutschland. Ergänzt wurde die Untersuchung durch Fachanalysen und einen Workshop mit Expertinnen und Experten. Die Analyse zeigt: Erfolgreiche Mobilitätsplanung braucht eine solide Basis in drei Feldern – in den Verwaltungsstrukturen, den Verwaltungsprozessen und der Verwaltungskultur. 

© PTV Group

Eine gesunde Verwaltungsstruktur zeichnet sich durch klare Zuständigkeiten, qualifiziertes Personal und eine gesicherte, langfristige Finanzierung aus. Die Mobilitätsplanung sollte dabei innerhalb der Kommune als gemeinsame, bereichsübergreifende Aufgabe verstanden werden. Effiziente Verwaltungsprozesse zeichnen sich durch integrierte Strategien, schlanke möglichst digitale und agile Arbeitsabläufe aus. Eine integrierte Mobilitätsstrategie mit Vision, konkreten Zielen, passenden Maßnahmen und stetiger Erfolgskontrolle bildet die Basis für die Mobilitätsplanung. Ebenso wichtig ist eine Verwaltungskultur, die von Offenheit, Innovationsgeist und Zusammenarbeit über Ressortgrenzen hinweg geprägt ist. Führungskräfte, die den kulturellen Wandel aktiv vorleben, spielen eine zentrale Rolle.

Pfafffenhofen | © Urban Transport Magazine/b

Praxisnahe Erkenntnisse und konkrete Handlungsempfehlungen

Die vom PTV Transport Consult Team erstellte Publikation liefert praxisnahe Erkenntnisse und konkrete Handlungsempfehlungen, wie sich Prozesse innerhalb der Verwaltung – sowohl formal als auch informell – justieren lassen. Ziel ist es, die Mobilitätsplanung zielgerichteter und mehr an den Bedürfnissen der Menschen auszurichten. Die Publikation steht auf den Seiten des BBSR als Download zur Verfügung.

Expert Consultant und Projektleiter seitens der PTV Transport Consult Alexander Dahl hebt die besondere Motivation hervor, die in den Kommunalverwaltungen spürbar ist: „Die Gespräche mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Kommunalverwaltungen haben mich tief beeindruckt: Mit welchem Elan, welcher Ausdauer und welchen kreativen Ideen sie die Mobilitätsplanung vorantreiben, verdient große Anerkennung. Genau hier setzen wir an und zeigen, wie sich Verwaltungsstrukturen, Prozesse und eine offene Kultur so gestalten lassen, dass dieses Engagement bestmöglich wirkt.“

Effiziente Mobilitätsplanung

Kommunen können anhand der praxisnahen Impulse und Empfehlungen ihre Verwaltungsstrukturen und -prozesse sowie ihre Kultur aktiv verbessern. Zusätzlich benötigen sie Unterstützung von Land und Bund – zum Beispiel in Form von zusätzlichem Personal, Weiterbildungsangeboten, moderner Technik (Digitalisierung) und ausreichenden finanziellen Mitteln. Damit lässt sich schließlich eine nachhaltige Mobilitätsplanung effizient und bürgernah umsetzen. 

Heidelberg | © Dirk Budach
18.11.2025