ZF zieht sich zurück: Autonom fahrender Busbetrieb in Herford unterbrochen – neue Phase in Vorbereitung

© Dirk Budach

Der Linienverkehr mit zwei autonom fahrenden Kleinbussen in Herford macht ab dem 31. März 2026 vorübergehend Pause. Noch im Jahr 2026 sollen neue autonom fahrende Fahrzeuge nach Herford kommen. Dafür laufen Gespräche mit unterschiedlichen Fahrzeugherstellern.

Seit September 2025 sind die beiden bisherigen, autonom fahrenden Kleinbusse des Herstellers ZF Mobility Solutions auf einem Rundkurs in der Herforder Innenstadt im öffentlichen Linienverkehr unterwegs – zuvor gab es bereits mehrere Monate Testfahrten ohne Fahrgäste. Wir hatten hier berichtet: https://www.urban-transport-magazine.com/jetzt-auch-in-herford-autonomes-fahren-im-testbetrieb/

Erste Ergebnisse des Probebetriebs zeigen: autonome Shuttles können ein zuverlässiger Bestandteil des öffentlichen Nahverkehrs sein, insbesondere im ländlichen Raum. Noch im Januar 2026 war das Projekt live diversen Vertretern von kleineren Umlandgemeinden aus dem Kreis Herford vorgestellt worden.

© Dirk Budach
© Dirk Budach

Am 31. März 2026 endet nun die Zusammenarbeit mit dem bisherigen Partner ZF; das Unternehmen stellt die Entwicklung autonomer Transportsysteme ein. Im Rahmen des ULTIMO-Projektes hatte ZF zwei Fahrzeuge gemeinsam mit dem österreichischen Hersteller eVersum zur Verfügung gestellt und außerdem beim Aufbau der Leitstelle und bei der Definition der notwendigen Prozessschritte hin zum Regelbetrieb unterstützt. Die DB wird deshalb das bestehende Betriebsmodell im Linienverkehr in Herford in eine neue Projektphase führen: Neue Fahrzeugtypen sollen nach Herford kommen, auch die Umstellung von einer Fahrzeugflotte auf eine andere soll in der Praxis erprobt werden. Ebenso sind neue Angebotsformen wie ein Bedarfsverkehr (On-Demand-Service) vorstellbar. Das ULTIMO-Team bereitet während der vorübergehenden Betriebspause nun alles vor, um neue autonom fahrende Fahrzeuge in Herford an den Start zu bringen.

© Dirk Budach

Über das Projekt ULTIMO

Der Projektname ULTIMO meint das „letzte“ größere EU-Projekt zum autonomen Fahren im ÖPNV, bevor die Technologie serienreif ist. Das Projekt soll Standards entwickeln, wie autonome Fahrzeuge verschiedener Hersteller gemeinsam im öffentlichen Nahverkehr eines Ortes betrieben werden können.

Im Rahmen von ULTIMO arbeiten unter Projektleitung der DB 23 Partner aus sieben europäischen Ländern daran, in den drei Städten Genf, Oslo und Herford jeweils autonome Fahrzeuge unterschiedlicher Größe in den Regelbetrieb zu bringen. Im Februar 2024 begann in Oslo der erste Erprobungsbetrieb.

Das Projekt ULTIMO wird von der Europäischen Union mit insgesamt rund 24 Millionen Euro finanziell unterstützt.

(Info: DB)

© Dirk Budach
© Dirk Budach
24.03.2026