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Erfolgreicher Start für die mobility move ’24 in Berlin

Vom 5. bis 7. März 2024 fand im Hotel und Kongresszentrum Estrel in Berlin die Mobility Move statt, bei der es sich um die bekannte Elektrobuskonferenz des VDV handelt, die jetzt unter einem neuen Namen vermarktet wird. Mit rund 1.400 Teilnehmenden und 90 Ausstellern war die Messe nahezu ausgebucht – auch wenn aufgrund des Streiks der DB einige Messeteilnehmer bereits früher abreisen mussten.

Veranstalter sind die VDV-Akademie und das Forum für Verkehr und Logistik.

Es wurden 20 E-​Fahrzeuge verschiedener Größen auf der Fachmesse gezeigt – darunter solche mit Brennstoffzelle oder autonom fahrende. Und die Elektrifizierung geht einher mit der Digitalisierung der Branche – vor allem beim Ticketing: Erstmals richten die Fachleute des Vereins „Kontiki“ ihre Konferenz im Rahmen der mobility move aus. Der neutrale Zusammenschluss von Verkehrsunternehmen und -​verbünden, Aufgabenträgern, IT-, Industrie-​ und Beratungsunternehmen hat sich zum Ziel gesetzt, die Digitalisierung im öffentlichen Verkehr voranzutreiben: Er setzt auf interoperable, standardisierte und vor allem kundenfreundliche Lösungen. 

VDV Präsident Ingo Wortmann während der Eröffnung der mobility move ’24 I © VDV

Bei der mobility move drehte sich alles um die Vernetzung im straßengebundenen öffentlichen Verkehr auf der Straße. Während auf der Fachmesse die neuesten technischen Lösungen präsentiert wurden, konnten im Forum zahlreiche Beiträge rund um die politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, Antriebskonzepte, Erfahrungsberichte, Innovationen, Autonomes Fahren im ÖPNV, Digitalisierung, IoT, Ticketing und Fahrgastinformation gehört werden.

„Die mobility move steht für eine neue Ära des branchenweiten Austauschs, den wir brauchen, um den technischen Wandel zu organisieren und den Herausforderungen in der Arbeitswelt aktiv zu begegnen. Mobility move ist die zentrale Plattform für die Diskussion der Branche über die Transformation des öffentlichen Verkehrs“, so VDV-Präsident Ingo Wortmann zur Eröffnung der Mobility Move im Berliner Estrel.

In Deutschland sind rund 50.000 Linienbusse im Einsatz, von denen über 6.000 als E-Busse entweder bereits im Regelbetrieb sind oder bestellt wurden. Dies entspricht einer Quote von über zwölf Prozent emissionsfreier Busse. Ein Anteil, der mehr als dreimal so hoch ist wie der bei Elektro-Pkw. Trotz dieser Führungsrolle im Bereich der Flottenumstellung deutet sich an, dass der Markthochlauf vor Herausforderungen steht, insbesondere angesichts des Bundeshaushalts 2024. Die Förderung von E-Bussen war ein Kernthema des E-Bus-Forums am ersten Tag der mobility move.

Daniela Kleckert, Parlamentarische Staatsekretärin beim Bundesminister für Digitales und Verkehr und Beauftragte für Ladesäuleninfrastruktur I © VDV

Nach Ansicht von Nina Schoenian (Greenpeace Deutschland), ist dies durch eine Kombination aus Anreizen (Push & Pull), politischem Druck und gesellschaftlicher Akzeptanz erreichbar. „Eine erfolgreiche Mobilitätswende erfordert eine Orientierung an Visionen, nicht am Status quo“, so Nina Schoenian in ihrer Keynote.

Ein visionäres Ziel ist die Integration flexibler autonomer Fahrzeuge in den öffentlichen Verkehrsnetzbetrieb. Anjes Tjarks, Senator für Verkehr und Mobilitätswende in Hamburg, sprach in seinem Impuls beim Forum Autonomes Fahren über die Vision des Hamburg-Takts. Die Hansestadt plant, bis 2030 10.000 autonome Fahrzeuge einzuführen. Dies soll den autonomen On-Demand-Verkehr als Treiber der Mobilitätswende etablieren. 

Die Vision des Hamburg-Takts, eine Erreichbarkeit öffentlicher Mobilitätsangebote innerhalb von fünf Minuten sowohl in der Stadt als auch auf dem Land, soll durch zusätzliche flexible On-Demand-Angebote realisiert werden.

Ein weiteres Highlight ist der Wettbewerb #LieblingsbusfahrerIn 2024. Hier steht die Wertschätzung im Fokus. Der Startschuss für den Wettbewerb „LieblingsbusfahrerIn 2024“ fiel am 6. März auf der mobility move. Lisa Gadomski (VDV-Arbeitgeberinitiative) stellte den Wettbewerb zusammen mit den Jurymitgliedern bzw. Initiatoren vom Fahrgastverband PRO BAHN, der DB Regio und dem Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmen vor. Fahrgäste sind dazu aufgerufen, auf der Plattform lieblingsbusfahrerin.de ihre Anerkennung zu zeigen, indem sie bis zum 17. Mai ihre persönlichen Busgeschichten einreichen und so den Busfahrerinnen und Busfahrern ihren Dank aussprechen.

Beim Forum Personal hob Harald Klaus (DSW21/ VDV-Akademie) die vier zentralen Säulen für die Personalgewinnung hervor: Integration und Inklusion, Verbesserung der Arbeitsbedingungen, Lobbyarbeit für eine bessere Finanzierung und das Gestalten der Transformation. „Ohne ausreichendes Personal kann weder eine Mobilitätswende noch wirtschaftliches Wachstum erreicht werden“, betonte er.

Verkehrsexpertin Katja Diehl stellt die Frage auf: „Ist der Fachkräftemangel ein Mangel an Wertschätzung?“ In ihrem Impuls betonte sie die Bedeutung von Kommunikation auf Augenhöhe, Anerkennung und Lob, Entwicklungsmöglichkeiten, Empathie und Fürsorge sowie Partizipation und Mitbestimmung. Ein Perspektivwechsel in der Unternehmenskultur und auf der Führungsebene hin zu mehr Wertschätzung ist notwendig. Es wird geschätzt, dass Deutschland jährlich etwa 400.000 Fachkräfte aus dem Ausland benötigt, um den aktuellen Fachkräftemangel zu bewältigen.

Die nächste mobility move ’25 wird vom 1. bis 3. April 2025 in Berlin stattfinden.

08.03.2024