Urban Transport Magazine
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Barcelona: Wiederaufbau der Tibidabo-Straßenbahn stockt weiterhin

Die obere Endstelle an der Talstation der Standseilbahn zum Tibidabo | © Dirk Budach

Nur zwei Touristenlinien überlebten das große Straßenbahnsterben in Spanien bis Mitte der siebziger Jahre. Neben der Bahn in Sóller auf der Insel Malllorca verblieb die selbständig betriebene, kurze Tram Tibidabo in Barcelona, auch „Tramvía Blau“ auf katalanisch genannt. Ihr Fahrzeugpark besteht bis heute aus diversen Originaltriebwagen der Baujahre 1901 und 1904, dazu ein umgebauter Sommerwagen der städtischen Straßenbahn Barcelona (Tw 129). Seit einem Unfall vor einigen Jahren durften die steile Strecke allerdings nur noch drei der Triebwagen vom Baujahr 1904 befahren: Sie waren 2012 mit moderner, elektronischer Steuerungstechnik ausgerüstet worden, das historische Erscheinungsbild ist damit nur noch äußerlich gegeben. Es handelt sich dabei um die Tw 5, 6 und 7. Die übrigen Fahrzeuge können nur noch die kurze Zufahrstrecke zum Depot befahren und sind damit praktisch nicht verwendbar.

Vor zwei Jahren, am 28.2.2018, ging die insgesamt nur 1,3 km lange Strecke außer Betrieb. Sie verbindet die Endstation der U-Bahn an der Avinguda Tibidabo mit der Talstation der Standseilbahn zum gleichnamigen Aussichtsberg. Die Strecke soll für insgesamt 11 Mio. EUR umfassend saniert und zum Teil in Seitenlage neu trassiert werden, die Straße wird dabei ebenfalls vollständig umgebaut und erneuert.

Die Bauarbeiten haben jedoch bis heute nicht wirklich begonen, lediglich einige Vorarbeiten wurden geleistet. Verschiedene Interessengruppen reklamieren den Wiederaufbau und die erneute Betriebsaufnahme dieser Attraktion von Barcelona, Beschlüsse zum Weiterbau liegegn vor, doch in der Praxis ist bislang wenig passiert. Die Dauer der Arbeiten war mit zwei Jahren veranschlagt worden und damit ohnehin schon recht großzügig bemessen. Diese Zeit ist verstrichen und eine Wiedereröffnungsdatum bei weitem nicht in Sicht. Tatsächlich hat die Stadtregierung von Barcelona nun die Ausschreibung der Bauarbeiten zeitnah angekündigt – es bleibt abzuwarten, ob und wann dies tatsächlich geschieht.

Die Bahn ist eine reine Touristenattraktion, denn sie fährt ganzjährig nur an den Wochenenden, täglich außerdem während der Schulferien. Der hohe Fahrpreis macht die Mitfahrt nur für Touristen interessant, die Anwohner benutzen den parallel fahrenden Stadtbus zum Normaltarif.

Parallelbus zur Oldtimertram | © Dirk Budach

24.02.2020

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