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BUS2BUS 2021 – der Bus auf dem Weg in die Zukunft

Seit einigen Jahren ist in Berlin die Bus-Fachmesse und –tagung „BUS2BUS“ zuhause. So auch dieses Jahr, wo sie, corona-bedingt, „nur“ digital stattfand. Die Tagung stand unter dem Leitgedanken, wohin sich die Zukunft des Busses entwickeln werde.

Karl Hülsmann, Präsident des Bundesverbands der Deutschen Omnibusunternehmer (BDO), und Herr Ecknig von der Messe Berlin kamen in ihrem Eingangsstatement zu dem Ergebnis, dass der Bus ein ausgesprochen flexibles Verkehrsmittel ist, ohne das eine „Verkehrswende“ nicht möglich ist. Nachdem die Corona-Krise das Busgewerbe in erhebliche Existenzprobleme gestürzt hat, müssten jetzt die Hilfen, die der Bund der Branche gewähre, verlängert und angepasst werden. Dafür sprächen nicht zuletzt die hohe Geschwindigkeit, mit der die Bustechnologie sich verändere, und die hohe Aufgeschlossenheit der Branche gegenüber neuen Technologien.

Für das kommende Jahr 2022 stelle sich die Frage: „Wie gelingt uns der Neustart?“ Und im Verbund damit: „Man muss uns auch lassen!“

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer sagte in seinem Grußwort, Ziel der Bundesregierung sei „mehr Mobilität bei weniger Verkehr“. Für den Bus spreche, dass er „überall einsetzbar, flexibel und bezahlbar“ ist. Das mache die Busbranche zu einem „Schlüsselfaktor für Mobilität“.

Scheuer: „Im Interesse unserer Umwelt müssen wir noch stärker auf alternative Antriebe setzen.“ Wozu natürlich batterie-elektrische Busse zählen, aber auch Busse mit Wasserstoff-Brennstoffzelle und solche, die mit Biomethan betrieben werden. – Schon heute seien 12 % aller Linienbusse mit alternativen Antrieben unterwegs. Für die Zukunft komme es auf einen „modernen Mobilitäts-Mix“ an.

Minister Scheuer | © Messe Berlin

Zudem kündigte Scheuer an, die Gesetzgebung für autonomes Fahren deutlich modernisieren zu wollen. „Unser Ziel ist es, einen flexiblen Rechtsrahmen zu schaffen, der dem autonomen Bus den freiheitlichen Rahmen gibt, damit er sich auch wirklich entwickeln kann.“ Zum Ende resümierte Scheuer: „Der Bus wird immer eine entscheidende Rolle spielen.“

Die Zukunftsforscher Tristan Horx und Dr. Stefan Carsten

Tristan Horx und Dr. Stefan Carsten, Zukunftsforscher aus Wien und Berlin, beschäftigten sich mit der Frage, wie die Zukunft des Busses aussehen wird. Ihr einleitendes Statement: „Der Bus mit Verbrennungsmotor ist tot.“

Zurzeit seien die Fahrgastzahlen im Busverkehr aufgrund der Corona-Krise „im Keller“, das werde aber nicht so bleiben. Allerdings hätten die Fahrgäste sich in der Corona-Krise angewöhnt, wieder großen Wert darauf zu legen, nicht mit anderen Leuten gemeinsam unterwegs zu sein, sondern individuell im eigenen Auto. „Die Menschen sind nicht mehr bereit, ihren Transportraum zu teilen.“ Dementsprechend sprachen sie von einer „Renaissance des Autos“. „Das wird,“ da waren sie sich einig, „so schnell nicht vorbei gehen.“ Für die Zukunft sei die Frage: „Wie schaffen wir es, den Wunsch der Fahrgäste nach individueller Beförderung mit den Gegebenheiten des ÖPNV zu vereinbaren?“ Denn: „Freiheit und Unabhängigkeit sind die Präambeln der Mobilität der Zukunft.“

Da kämen Angebote wie On-demand-services“ ins Spiel. Und im Zusammenhang damit autonom fahrende Busse. Der Rechtsrahmen für solche autonomen Busse müsse endlich so erweitert werden, dass die auch wirklich auf die Straße könnten. Auch sei die Zeit vorbei, da autonomes Fahren nur für Mini- oder allenfalls Midibusse geeignet zu sein schien. „Die Busindustrie arbeitet längst an „ausgewachsenen“ autonomen Bussen.“     

Weitere Inhalte

Im Rahmen von drei interaktive Expertentalks kamen verschiedene, aktuell relevante themen der Branche zur sprache:

Bei den Tech-Boost dreht sich alles um die Entwicklung der nachhaltigen Mobilitätswende in Zeiten der Pandemie. Verschiedene Unternehmen als Anbieter von „smarten“ Mobilitätslösungen tauschten sich über neue Standards aus. In der zweiten Tech-Boost Session diskutierten unterschiedliche Produktanbieter über Wasserstoff als klimafreundliche Antriebtechnik. Zum Abschluss gingen in der sogenannten „Fresh Travel Session“ Expert*innen der Frage nach, wie Kundenbedürfnisse in den Mittelpunkt von Innovationen in der Bustouristik gestellt werden können.

Ausblick

Für das kommende Jahr plant das Team der BUS2BUS mit seinem Konzept als Präsenzveranstaltung den innovativen Austausch mit Fokus auf die Busbranche, der 27. und 28. April 2022 sind dafür aktuell vorgesehen.

Im Rahmen des Nachhaltigkeitspreis wurden u.a. folgende Firmen ausgezeichnet:

Solaris

2012 brachte Solaris seinen ersten batterie-elektrischen Bus auf die Straßen. Inzwischen haben über 1000 Elektrobusse das Werk in Bolechowo verlassen. Der Preis auf der BUS2BUS ging an Solaris für seinen „Urbino 15 LE electric“. Damit wurde auch die Bedeutung von Solaris als Vorreiter der Elektromobilität gewürdigt.

Solaris Urbino 15 LE electric | © Solaris

CMF Fluids AG

CMF rüstet Dieselbusse zu Hybridbussen um. Die weniger fossilen Brennstoff verbrauchen, weil sie einen Teil ihres Wegs mit Strom zurücklegen, den sie beim Bremsen selber rekuperiert haben.

Iveco Erdgasbus

Der Preis für den innovativsten Erdgasbus ging an den „Iveco Crossway LE Natural Power“, der die Jury vor allem mit seiner Reichweite von 600 Kilometern zu überzeugen wusste.

Iveco Crossway LE Natural Power | © IVECO

MAN Minibus

In der Kategorie der Mini- bzw. Midibusse ging der Preis an MAN für seinen MAN eTGE Kombi. Er ist ein Minibus für acht Fahrgäste, dessen Batterien ihren Platz unter dem Fußboden des Fahrgastraums gefunden haben. Und damit eindrucksvoll das immer wieder gehörte Gerücht widerlegen, dass die Batterien von Elektrobussen fürchterlich groß, schwer und unförmig sein müssten. (Und dass die Batterien immer auf dem Dach oder im Heck sein müssten.)

MAN eTGE Komb | © Christian Marquordt

MAN Lion’s Intercity C | © MAN

MAN Überlandbus

In der Kategorie Überlandbusse ging der Preis erneut an MAN, und zwar für seinen „Lion’s Intercity“.

Konvekta

Das Konvekta EmCO2s-System (Ecological Mobile CO2 System) wurde in der Kategorie Fahrzeugkomponenten ausgezeichnet.

Volvo Reisebus

Als innovativster Reisebus wurde der ganz neue Volvo 9.700 DD (Doppeldecker) ausgezeichnet.  

Volvo 9700 DD | © Volvo Bus
21.04.2021

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