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Europäische Mobilitätswoche 2020: Förderung der emissionsfreien Mobilität für alle

Zukunftsmodell für die Großstadt? In Berlin wurde im Rahmen eines Modellprojekts ein Teil der zentralen Friedrichstraße "vom Autoverkehr befreit". Die Straße gehört bis Januar 2021 Fußgängern, Radfahrern und Flaneuren I © Stefan von Mach

Am 16. September wurde die diesjährige Europäische Mobilitätswoche eröffnet. Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen, an den zahlreichen Veranstaltungen auf Straßen, an Wanderungen und interaktiven Workshops teilzunehmen. Die „European Mobility Week“ findet vom 16. bis 22. September in Städten in ganz Europa statt. Ab Mittwoch, dem 16.9. werden im Rahmen der Kampagne für einen sauberen und nachhaltigen Verkehr Tausende von Städten aus über 40 Ländern ihre eigenen Events veranstalten und die Bedeutung der emissionsfreien Mobilität für alle ins Rampenlicht rücken. Dieses Jahr findet die „European Mobility Week“ und der bekannte autofreie Tag, an dem die Straßen für den motorisierten Verkehr geschlossen und für Fußgänger, Radfahrer, Hoverboarder, E-Scooter-Fahrer geöffnet sind, zum 19. Mal statt.

In Luxemburg werden anlässlich der Europäischen Mobilitätswoche Informationsgeschenke an Radfahrer verteilt I © City of Luxemburg

EU-Verkehrskommissarin Adina Vălean sagte: „Dieses Jahr ist eine große Herausforderung für unsere Städte. Die Pandemie hat uns aber auch gezeigt, dass die Menschen unsere Städte schätzen und erwarten, dass sie sicherer, sauberer und für alle zugänglich werden. In dieser Woche und darüber hinaus werden unsere Partnerstädte aus ganz Europa zeigen, wie umweltfreundlichere und digitalere europäische Städte aussehen können.“

Parallel dazu und in Zusammenarbeit mit European Mobility Week organisiert das europäische Netzwerk der Straßenverkehrspolizei (ROADPOL) eine neue Kampagne für die Straßenverkehrssicherheit – die ROADPOL-Sicherheitstage (vormals „Projekt EDWARD“). Im Rahmen der Kampagne werden die nationalen Polizeikräfte die Zahl der Verkehrstoten am 17. September aufzeichnen und an diesem Tag null Todesfälle anstreben. Öffentliche Veranstaltungen werden die Rolle hervorheben, die jeder Verkehrsteilnehmer bei der Vermeidung von Todesfällen spielen kann, sowie die Bedeutung der Verkehrspolizei für die Durchsetzung der Vorschriften und die Arbeit an der „Vision Zero“ der EU – null Verkehrstote und schwere Verletzungen auf europäischen Straßen bis 2050 .

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Initiativen in ganz Europa

Die European Mobility Week bietet Kommunalverwaltungen in ganz Europa (und darüber hinaus) die Möglichkeit, die Bewohner in die Lage zu versetzen, alternative Mobilitätsmodi zu testen und die Vorteile nachhaltiger Verkehrsmittel zu entdecken.

In diesem Jahr wird Essen (Deutschland) die erste Bürgersteigerweiterung (oder Parklet) der Stadt eröffnen und Workshops zu Verkehrssicherheit und nachhaltiger Mobilität organisieren, in denen beispielsweise untersucht wird, wie lokale Unternehmen zu fahrradfreundlichen Arbeitgebern werden können. Darüber hinaus wird die Stadt eine neue E-Ladestation eröffnen und intelligente Laternenpfähle installieren.

Lahti (Finnland) feiert die Woche mit geführten Wanderungen, Workshops und Seminaren zur Bedeutung nachhaltiger Mobilität. Es wird ein Aufräumtag organisiert, an dem die Bewohner aufgefordert werden, Müll aus öffentlichen Bereichen der Stadt zusammenzubringen.

Cesena (Italien) wird die Woche als Gelegenheit nutzen, um Feedback von den Anwohnern zu ihrem neuen Plan für nachhaltige städtische Mobilität einzuholen. Darüber hinaus wird die Stadt Kinder einladen, Fotos und Zeichnungen einzureichen, die ihre Erfahrungen beim Pendeln in der Stadt veranschaulichen.

Girona (Spanien) verteilt ein kostenloses Frühstück, um diejenigen zu belohnen, die mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren. Darüber hinaus organisiert die Stadt geführte Wanderungen, Workshops zur Sicherheit und Wartung von Fahrrädern, eine Ausstellung zu Elektro- und Hybridfahrzeugen sowie eine Filmvorführung zu nachhaltiger Mobilität.

Gdańsk (Danzig, Polen) organisiert Radtouren zu lokalen Denkmälern und Sehenswürdigkeiten. Während des autofreien Tages können Anwohner, die ein Auto besitzen, kostenlos auf öffentliche Verkehrsmittel zugreifen.

Das Maskottchen der Europäischen Mobilitätswoche I © City of Krusevac

Auch die Schienenverkehrsbranche beteiligt sich an der Aktionswoche: So hat der Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) in der Region Dresden Probefahrten mit dem ersten batteriebetriebenen Elektrotriebzug von Siemens unternommen. Der VVO und Siemens Mobility zeigten am 16.9. am Dresdner Hauptbahnhof den neuen Batterietriebzug vom Typ Desiro ML, der als Ciyjet eco gemeinsam mit den Österreichischen Bundesbahn (ÖBB) enstand. Mit geladenen Gästen wurde eine Fahrt von Dresden nach Königsbrück durchgeführt.

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Der VVO untersucht aktuell mögliche neue Antriebe für Bahnstrecken, auf denen derzeit noch Dieseltriebwagen zum Einsatz kommen. Wissenschaftlich werden die Untersuchungen zum Einsatz von Wasserstoff- oder Batteriezügen von der TU Dresden sowie der TU Berlin begleitet und vom Bundesverkehrsministerium sowie dem sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr (SMWA) unterstützt.

Auch viele kleinere und mittelgroße Städte beteiligen sich an der Europäischen Mobilitätswoche und bieten Testfahrten mit E-Rollern, E-Tretrollern, E-Carsharing CITY, Bike-Sharing und ÖPNV-Angeboten an. Auch Berlin beteiligt sich am internationalen autofreien Tag am 22. September. ÖPNV-Nutzer erhalten Rabatte auf ihre Fahrscheine. Außerdem werden 25 Spielstraßen eingerichtet, in denen zwischen 14 und 18 Uhr das Autofahren verboten ist. Großes Aufsehen erregte der Berliner Senar bereits Ende August, als die zentrale Friedrichstraße komplett für den Autoverkehr gesperrt und in eine Fahrrad- und Fußgängerzone verwandelt wurde. Das Pilotprojekt soll bis Januar 2021 andauern.

In Frankreich geht man am 22. September sogar noch einen Schritt weiter. In Paris und anderen Städten dürfen im gesamten Stadtgebiet zwischen 11 und 18 Uhr keine Autos fahren.

Mehr Fahrrad und weniger Auto? Viele Städte in Europa und weltweit wollen den Autoverkehr in der Innenstadt reduzieren I © Stefan von Mach

Beteiligung

In diesem Jahr haben Städte angesichts der Pandemie maximale Flexibilität bei der Teilnahme. Die lokalen Behörden können ihre Veranstaltungen und permanenten Infrastrukturinitiativen wie gewohnt registrieren, aber auch ihre Online-Alternativen und ihre kurzfristigen Maßnahmen, um Menschen zu helfen, sich während der COVID-19-Pandemie sicher zu bewegen. Zu den Maßnahmen können die vorübergehende Neuzuweisung des Straßenraums zur Schaffung von Popup-Radwegen oder die Einführung von Geschwindigkeitsbeschränkungen gehören.

Neben Städten wird die Teilnahme von anderen, einschließlich Unternehmen, Institutionen, NGOs, Schulen und Hochschuleinrichtungen, nachdrücklich gefördert. Sämtliche Teilnehmer können ihre Aktionen das ganze Jahr über registrieren.

Darüber hinaus können die lokalen Behörden im Rahmen der Mobilitätswoche an mehreren Preisauszeichnungen teilnehmen:

  • EU Urban Road Safety Award, mit dem die lokalen Behörden für innovative Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit ausgezeichnet werden. Die Ausschreibung ist vom 29. September bis 31. Oktober 2020 geöffnet.
  • EUROPEANMOBILITYWEEK Awards für lokale Behörden, die während der Kampagne erhebliche Anstrengungen zur Förderung einer nachhaltigen Mobilität in der Stadt unternehmen. Die Bewerbungsfrist dauert vom 29. September bis zum 31. Oktober 2020.
  • SUMP-Preis für lokale und regionale Behörden, die hervorragende Leistungen in der nachhaltigen Planung der städtischen Mobilität (SUMP) erbracht haben. Bewerbungsschluss ist der 31. Oktober 2020.

Weitere Informationen zur European Mobility Week gibt es hier:

https://mobilityweek.eu/home/

20.09.2020

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