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Stadtwerke Osnabrück erhöhen Elektrobus-Anteil der eigenen Flotte auf 94 %: 19 Mercedes-Benz eCitaro kommen

Mercedes-Benz eCitaro | © Daimler Buses

Beachtliche Neuigkeiten kommen von den Stadtwerken Osnabrück: mit der Bestellung von 19 Mercedes eCitaro-Solowagen wird der Anteil der Elektrobusse am Wagenpark des Betriebs ab dem Jahr 2025 beachtliche 94 % erreichen!

Mit einem so respektabelen Anteil von Elektrobussen am gesamten Fuhrpark ist Osnabrück absoluter Vorreiter. Zwar nennen Wiesbadens ESWE beispielsweise schon heute 120 Elektrobusse ihr eigen – was am 13. Mai gefeiert werden wird – und sind damit den Stadtwerken Osnabrück mit ihren – ab 2025 – 81 Wagen in der absoluten Zahl deutlich überlegen, aber bei einem Betrieb mit 360 Bussen sind 120 Elektrobusse eben nur 33,3 % des Wagenparks.

Wenn die neuen eCitaro im Einsatz sein werden, werden die Stadtwerke Osnabrück nur noch fünf Dieselbusse haben. Erstaunlich eigentlich, dass der Verkehrsbetrieb einer Stadt von der Größe Osnabrücks mit nur 86 Bussen auskommt. Das kann nur funktionieren, wenn man entsprechend viele Privatwagen „im Auftrag“ auf seinen Linien im Einsatz hat und Überlandlinien, die von anderen Unternehmen gefahren werden, in die Bedienung des Stadtverkehrs mit einbezieht, und diese fahren derzeit meist als Dieselbusse.

Bemerkenswert auch, dass alle bisherigen Elektrobusse in Osnabrück Gelenkwagen sind (62 VDL vom Typ „Citea SLFA-181/electric“) – siehe dazu hier. Jetzt kommen nicht nur die ersten Elektro-Solowagen in die Stadt, zugleich bestellt man auch bei einem anderen Hersteller, nämlich bei Daimler Buses.

Der Zuschlag für die Lieferung an Daimler Buses erfolgte nach europaweiter Ausschreibung. Rüdiger Kappel, Leiter Vertrieb ÖPNV Deutschland bei Daimler Buses: „Dieser Auftrag ist für uns ein weiterer wichtiger Schritt zum Ausbau der elektrifizierten Mobilität im ÖPNV deutscher und internationaler Städte.“

Mercedes eCitaro Wagen 2123 der NEW Mönchengladbach ist für Nachladung über Pantograph ausgelegt. Hier an der Endhaltestelle Künkelstraße im Stadtteil Eicken | © Christian Marquordt

Zur Ausstattung von Osnabrücks eCitaro

Die neuen eCitaro der SWO werden die Betriebsfarben der Stadtwerke, weiß mit rot, tragen. Im Interesse eines zügigen Fahrgastwechsels werden sie Dreitürer sein, mit doppeltbreiten Türen in Bug, Mitte und Heck. Die manuell ausklappbare Rampe für Rollstühle wird an der Hecktür eingebaut werden.

Die Wagen werden für 69 Fahrgäste ausgelegt sein, 30 Sitz- stehen 39 Stehplätze gegenüber. Zahlreiche Doppel-Ladesteckdosen werden den Fahrgästen zum Aufladen mobiler Endgeräte zur Verfügung stehen

Für ein angenehmes Raumklima in den Bussen wird eine umweltfreundliche Klimaanlage mit einer CO2-Wärmepumpe sorgen. Eine Wank-Nick-Regelung (WNR) wird dafür sorgen, dass die Busse ruhig auf der  Fahrbahn liegen. Alle Beleuchtungseinrichtungen, so zum Beispiel auch die Scheinwerfer und die äußeren Begrenzungsleuchten, werden in LED-Technik ausgeführt. Neu ist, dass die Busse im Bereich der drei Türen eine „Umfeldbeleuchtung“ bekommen werden, die dafür sorgt, dass der Fahrgast nicht an einer schlecht beleuchteten Haltestelle in ein „schwarzes Loch“ hinein aussteigt.

Selbstverständlich werden die neuen eCitaro der ab Juli 2024 vorgeschriebenen „General Safety Regulation“ (GSR) entsprechen. Das bedeutet, dass sie über seit langem bewährte Assistenzsysteme wie den „Sideguard Assist 2“ verfügen werden. Hinzu wird der völlig neue „Frontguard Assist“ kommen. Alle Assistenz-Systeme zusammen ergeben ein komplettes Warnsystem, das auf Personen und Hindernisse neben und vor dem Bus aufmerksam macht. Hinzu kommt der „Attention Assist (AtAs)“, der aufpasst, dass der Fahrer aufpasst. Der Reifendruck wird automatich kontrolliert, die elektrohydraulische Lenkung „intelligent eco steering“ erleichtert es dem Fahrer, den Wagen sicher durch den Verkehr zu bewegen. Und der „Traffic Sign Assist“ sagt dem Fahrer zum Beispiel, ob er zu schnell unterwegs ist.

Anmerkung: 1956 bestellten die damaligen Stadtwerke Bad Godesberg einen Mercedes-Benz O 321 H-L, der etwas über 50.000 Mark kostete, das sind nach dem offiziellen Kurs bei der Euro-Einführung etwas über 25.000 Euro. Quelle: Stadtarchiv Bonn. Heute kostet ein Bus ein Vielfaches dessen. Nur: damals konnte ein Bus fahren, rechts und links abbiegen, Leute ein- und aussteigen lassen, aber das war’s im Wesentlichen auch schon. Heute kann ein Bus unendlich viel mehr. Und das kostet eben auch.

Zum Elektroantrieb

Osnabrücks neue Mercedes-Elektrobusse werden fünf Batteriepakete mit einer Kapazität von je 98,3 kWh und mithin eine Gesamtkapazität von 491,5 kWh haben. Damit bescheinigt Mercedes ihnen eine Reichweite von 270 Kilomtern. Und sagt: „Das ist mehr als ausreichend für eine Linienstrecke.“

Nachladen wird man die neuen eCitaro auf dem Betriebshof der SWO.

Die sieben Anhängerzüge „Bus Plus“ werden künftig ebenfalls nicht mehr hinter Dieselbussen fahren, sondern ausser Dienst gestellt werden | © D. Budach
Grün statt rot wie künftig in Osnabrück: Schon im September 2020 bekam Hannovers üstra ihre ersten Mercedes eCitaro, hier Wagen 9505 bei der Präsentation am Stadion | © Christian Marquordt
 

03.05.2024