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SWB Bonn: Drei Elektro-Gelenkbusse von Solaris

Solaris Urbino 18 electric der SWB, Wagen 2033 bis 2035 | © Martin Magunia fuer SWB Bonn


SCHWERPUNKTTHEMA: Alternative Antriebe

Bonns städtischer Verkehrsbetrieb SWB Bus und Bahn hat seine drei ersten batterie-elektrischen Gelenkbusse in Dienst gestellt. Es handelt sich um Wagen des polnischen Herstellers Solaris vom Typ „Urbino 18 electric“. Solaris gehört zur spanischen CAF-Gruppe.

Die Wagen sind die ersten Solaris in der fast hundertjährigen Geschichte des Bonner Busbetriebs (gegründet im August 1925), aber sie sind nicht die ersten Elektrobusse der SWB. Zu Beginn des Jahres 2016 gab es schon einmal sechs 12 Meter lange Elektro-Solowagen, denen Anfang 2018 sogar noch ein siebter folgte. Sie hatten, so sagen die SWB, ein Problem: sie brachten nicht die Reichweite, die der Hersteller zugesagt hatte. Deshalb wurden sie alle an den Hersteller zurückgegeben, die beiden letzten Anfang 2019. Immerhin sind sie damit ja doch drei Jahre in Bonn gewesen …

Jetzt also der „Neustart“ in Sachen Elektrobus in Bonn. Und zwar gleich „eine Nummer größer“, nämlich mit Gelenkwagen. Anja Wenmakers, die Geschäftsführerin von SWB Bus und Bahn, sagt: „Die Zukunft fährt elektrisch. Wir halten an dem Plan fest, die Busflotte sukzessive auf emissionsfreie und komfortable Busse umzustellen, die lokal CO2-neutral und geräuscharm angetrieben werden.“ Und zwar mit „grüner Energie“, also Strom aus erneuerbaren Quellen.

Solaris garantiert, dass die Wagen mit einem einzigen Ladevorgang innerhalb von 24 Stunden Tag für Tag mindestens 200 Kilometer fahren werden, und das nicht nur über die erwartete Mindestlebensdauer von 12 Jahren, sondern auch völlig unabhängig davon, welches Wetter gerade herrscht. Die Wagen konnten bei den ungewöhnlich niedrigen Temperaturen der letzten Wochen, bei denen sie schon auf Schulungsfahrten hier in Bonn unterwegs waren, zeigen, dass Solaris da nicht zu viel verspricht. Solaris setzt auf eine neue Generation von Lithium-Ionen-Batterien, nämlich seine „High-Energy-Batterien“. Ihre Kapazität beträgt mehr als 550 kWh. Das macht es möglich, dass die Wagen unabhängig von den Straßenbedingungen und dem Wetter, das gerade herrscht, unabhängig davon, ob Heizung oder Klimaanlage laufen und unabhängig davon, wie stark der Wagen besetzt ist, die geforderte Reichweite in jedem Fall erreichen werden.

Nun gibt es in einem Verkehrsbetrieb natürlich Kurse, die morgens früh um 3 Uhr vom Betriebshof ausfahren und erst in der Nacht um 2.30 Uhr „nachhause“ zurückkehren. Die kommen dann nicht mit einer Reichweite von 200 Kilometern aus. Aber es gibt auch eine Menge Kurse, die schon gegen 19 oder 20 Uhr zum Betriebshof zurückkehren, und die sind mit 200 Kilometern gut dabei. Man muss also nur bei der Ausfahrt vom Hof etwas darauf achten, welcher Wagen auf welchen Kurs geht …

Frau Wenmakers betont, dass Bonn ganz bewusst auf das Nachladen unterwegs auf der Linie verzichtet.

Linke Seitenansicht eines der neuen Solaris | © Martin Magunia fuer SWB Bonn

Angetrieben werden die Wagen auf der dritten Achse. Es handelt sich um die Elektro-Portalachse AVE 130 von ZF, in die zwei Elektromotoren mit einer Leistung von je 125 kW integriert sind. Im Gegensatz zu den früheren Bonner Elektrobussen werden die neuen Solaris ausschließlich elektrisch beheizt und klimatisiert, die Klimaanlage nutzt eine Wärmepumpe. Zum Heizen wird die Außentemperatur in der Umgebung des Busses herangezogen.

Auf ihrem Betriebshof Friesdorf haben die SWB in den vergangenen Monaten eine neue Ladeinfrastruktur installiert. Die Wagen werden hier über Nacht mittels CCS-Combo-Stecker geladen (Over-Night-Charging). Die Anlage ist so ausgelegt, dass jeder Elektrobus egal welchen Herstellers, der mit Gleichstrom geladen wird, hier auch geladen werden kann.

Und eins ist Bonns SWB besonders wichtig: „Weil wir unsere Elektrobusse nicht unterwegs nachladen müssen, kann jeder unserer Elektrobusse auch völlig freizügig auf jeder unserer Linien eingesetzt werden.“    

CCS Combo-Stecker | © Martin Magunia fuer SWB Bonn

   

02.03.2021

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