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Milliardenaufträge: Renfe bestellt neue Nahverkehrszüge bei Alstom und Stadler

Die spanischen Staatsbahnen Renfe ist im Kaufrausch: Für knapp 2,4 Mrd. Euro werden über 200 neue Nahverkehrszüge bei Alstom und Stadler beschafft I © UTM

Renfe erteilt Alstom und Stadler den Zuschlag für den Kauf von 211 Hochleistungszügen für Cercanías (Vorortzüge) für eine Gesamtsumme von 2,445 Milliarden Euro.

Der Verwaltungsrat von Renfe hat am 8. März 202 die Vergabe des Auftrags für den Kauf von 211 Hochgeschwindigkeitszügen für Cercanías an die Firmen Alstom und Stadler im Gesamtwert von 2.445 Millionen Euro genehmigt. Von der Gesamtzahl der Züge werden 176 jeweils eine Länge von 100 Metern und weitere 35 eine Länge von 200 Metern aufweisen.

Der Vertrag ist in zwei Lose aufgeteilt: Das erste, welches an Alstom Transporte vergeben wurde, beinhaltet die Lieferung von 152 Zügen mit einer Länge von 100 Metern, für 1,447 Mrd. Euro. Das zweite Los wurde an Stadler Rail Valencia vergeben und umfasst 24 Züge mit einer Länge von 100 Metern und 35 Züge mit einer Länge von 200 Metern, für 998 Millionen Euro.

Ein Teil der Cercanías und Regionales Flotte ist veraltet – hier ein Zug der Baureihe 447 im Einsatz des Rodalies Netzes in Barcelona/ Katulien I © UTM

Beide Lose beinhalten neben den Fahrzeugen den Erstbestand an Ersatzteilen und die dazugehörigen Werkzeuge sowie die Wartung für 15 Jahre. Die Wartungsleistungen werden über gemeinsame Aktiengesellschaften erbracht (51% des jeweils beauftragten Unternehmens und 49% Renfe Fabricación y Mantenimiento).

Erhöhung der Kapazität um 20 %

Die neuen Züge, die für den Einsatz in den großen Cercanías (S-Bahn) Netzen bestimmt sind, verfügen über eine Kapazität von jeweils mindestens 900 Sitzplätzen (20 % mehr als die derzeitigen Civia-Züge). Darüber hinaus werden sie die Ein- und Ausstiegszeiten der Fahrgäste durch ein modernes Design mit mindestens 10 Türen und geräumigen Vorräumen minimieren.

Alle Züge werden auch vollständig zugänglich sein, um Menschen mit eingeschränkter Mobilität das Reisen zu erleichtern, und werden über Wifi und große Mehrzweckräume für Fahrräder und Kinderwagen verfügen.

Die Fahrzeugbeschaffung ist Teil des Flottenerneuerungsprogramms, welches die Renfe im Jahr 2019 begonnen hat, um die Qualität und die Verbesserung des SPNV in den kommenden Jahren zu gewährleisten und um vor allem die Erneuerung von 50 % der Cercanías- und sogenannten „Media-Distancia“ (Regional-  und Interregionalverkehr) Züge vorsieht.

Die neue Alstom / Stadler Zugflotten bringen 20 % mehr Kapazität als die bestehende CAF Civia Fahrzeuge I © UTM

Für Renfe handelt es sich bei der Beschaffung um die größte Wagenparkinvestition der letzten Jahrzehnte. Das Auftragsvolumen beläuft sich auf insgesamt mehr als 3,5 Mrd. Euro und werden laut Renfe-Angaben rund 52.000 neue Arbeitsplätze schaffen.

Die erste dieser Ausschreibungen wurde im vergangenen Juni an den Hersteller Construcciones y Auxiliar de Ferrocarriles (CAF) für die Lieferung von 31 Meterspur- und 6 Bergzügen sowie die teilweise Wartung der Zugflotte für einen Zeitraum von 15 Jahren für insgesamt 258 Millionen Euro vergeben. Wir berichteten hier:

Ebenso plant Renfe in den kommenden Monaten die Vergabe von Aufträgen für die Beschaffung von 43 Regional- und 38 Cercanías-Zügen, allesamt Hybridzüge, die für den Einsatz auf teil- und nicht-elektrifizierten Strecken in verschiedenen autonomen Gemeinschaften vorgesehen sind. Ebenso soll ein Auftrag für den Kauf von 40 Antriebsköpfen vergeben werden, die für die verschiedenen Hochgeschwindigkeitsstrecken bestimmt sind.

Verjüngung der Eisenbahnflotte

Die Anschaffung dieser Züge wird den absehbaren Bedarf an Verjüngung der Flotte, Erhöhung der Zuverlässigkeit und Reduzierung von Zugausfällen, Erhöhung der Energieeffizienz sowie die Anpassung an die Verpflichtungen zur Umsetzung der Barrierefreiheit und Erhöhung der Sicherheit im Eisenbahnsystem erfüllen.

44 Jahre alt ist der Zug mit Tw 442 002 auf der Linie Cercedilla-Cotos im Norden Madrids, hier im Anschlussbahnhof Cercedilla | © UTM/db

In diesem Zusammenhang will Renfe das Durchschnittsalter ihres Wagenparks senken, insbesondere bei den Cercanías und Regionales Flotten, deren Züge teilweise mehr als 30 Jahre alt sind und 80 % des Renfe-Bestandes ausmachen.

Renfe verfügt derzeit über eine Flotte von 1.016 Zügen für Cercanías, Media Distancia und Ancho Métrico (ehemals Feve, meterspurig), und seit dem Jahr 2007 es keine Ausschreibung für die Anschaffung neuer Züge mehr.

Auch der Wagenpark der meterspurigen Renfe (ehemals Feve) Bahnen wird erneuert I
© UTM

Die Betriebsgrenze der im Einsatz befindlichen Fahrzeug beträgt 40 Jahre, ein Durchschnittsalter, das in einigen Serien von Media Distancia-Diensten, insbesondere bei den Meterspurbahnen, bereits überschritten wurde. Daher hat der Betreiber die größtmöglichen Investitionen zur Modernisierung der Flotte der für OSP bestimmten Züge getätigt.

Doppelstockzug der Baureihen 450/ 451 im Einsatz im Cercanías Madrid I © UTM

Die 59 Stadler Züge für Renfe

Das staatliche spanische Eisenbahnunternehmen RENFE hat Stadler mit dem Bau und der Lieferung von 59 Hochkapazitäts-Nahverkehrszügen beauftragt. Der Auftragswert beträgt rund eine Milliarde Euro und beinhaltet die Ersatzteile und die Wartung über einen Zeitraum von 15 Jahren. Der Vertrag wird gemäss dem Vergabeverfahren später unterzeichnet.Das staatliche spanische Eisenbahnunternehmen RENFE hat Stadler den Auftrag über die Lieferung von 59 Nahverkehrszügen erteilt, der auch die Ersatzteile und die Wartung über einen Zeitraum von 15 Jahren beinhaltet. Dieser Zuschlag ist eines der Lose im Bieterverfahren für die vom spanischen Betreiber ausgeschriebenen Hochkapazitätszüge. Stadler schlägt vor, die Kapazität durch den Einsatz von Doppelstockwagen mit einer skalierbaren Länge von 100 bis 120 Metern und von 160 bis 240 Metern zu maximieren. Die Züge mit iberischer Spurweite werden auf Strecken mit 3-Kilovolt-Gleichstrom-Oberleitungen verkehren und eine Höchstgeschwindigkeit von 140 Kilometern pro Stunde erreichen. Sie werden im Nahverkehr in den grössten spanischen Städten eingesetzt.

Dies ist der erste Auftrag von RENFE an Stadler. Sowohl das Engineering als auch die Produktion der Züge sollen im Stadler-Werk Valencia stattfinden. Der Vertrag soll eine Option für 44 weitere Einheiten und deren Wartung enthalten.

09.03.2021