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Erste Škoda Tram für Bonn fertiggestellt

Die erste Škoda ForCity Smart Tram für Bonn wurde fertiggestellt und nach Wien für Typ- und Zulassungstests transportiert I © SWB

Vor wenigen Tagen war es soweit: die erste nagelneue Škoda Niederflurstraßenbahn für Bonn verließ das Werk in Pilsen. Ziel war zwar noch nicht ihr Einsatzgebiet im Rheinland, sondern der Wiener Klima- und Windkanal, um alle Typ- und Zulassungstests zu absolvieren. Mit der Auslieferung nach Bonn wird Ende des Jahres gerechnet. Sie werden die alten Siemens/ Duewag Niederflurstraßenbahnen der Type R1.1 (NGT6) der ersten Generation aus dem Jahr 1994 bis Anfang 2024 sukzessive ersetzen. Ein TÜV-Gutachten stellte im Jahr 2017 fest, dass Rostschäden und Materialschwund an der Bestandsflotte so groß seien, dass die Bahnen zeitnah entweder saniert oder ersetzt werden müssten. Die SWB entschieden sich für neue Fahrzeuge. Ähnliche Probleme gab es mit den Duewag Niederflurbahnen in Bochum. Wir berichteten hier.

26 neue Bahnen

Škoda Transportation wurde im Dezember 2019 durch die SWB beauftragt, für 4 Mrd. CZK (ca 160 Mio. EUR) insgesamt 26 ForCity Smart-Straßenbahnen zu liefern und für einen Zeitraum von 25 Jahren Ersatzteile bereitzustellen. Es besteht eine Option auf den Kauf von zwölf weiteren Niederflurbahnen für zukünftige Streckenerweiterungen.

Bei den ForCity Smart Fahrzeugen für Bonn handelt es sich um das dritte Straßenbahnprojekt in Deutschland für Škoda nach Schöneiche (3 ForCity Smart Artic, davon zwei Vorserienfahrzeuge aus Helsinki) und Chemnitz (14 ForCity 35T). Weitere Škoda ForCity Smart wurden für die RNV (insgesamt 80 Straßenbahnen in verschiedenen Längen für Mannheim, Heidelberg, Ludwigshafen) sowie für Brandenburg (4), Cottbus (7) und Frankfurt/Oder (13) bestellt.

Die dreiteiligen Zweirichtungsfahrzeuge bestehen aus drei Fahrzeugteilen und sind mit vier Türen pro Seite ausgestattet I © SWB

Bei den Niederflurstraßenbahnen handelt es sich um dreiteilige Zweirichtungsfahrzeuge, wobei die beiden Endwagen auf jeweils zwei Drehgestellen ruhen und mit einem schwebenden Mittelteil miteinander verbunden sind. Die neuen Fahrzeuge sind gut 30 Meter lang, 3,60 Meter hoch, 2,40 Meter breit und bieten rund 180 Fahrgästen Platz. Schon äußerlich unterscheiden sich die Bahnen von unseren bisherigen Fahrzeugen, denn sie haben mehr Türen. Damit gibt es auch mehr Platz für Kinderwagen, Rollstuhl und Rollator. Angenehmer werden die Fahrten mit den Bahnen auch wegen der Klimaanlagen, die für kühle Luft an heißen Tagen sorgen. 

Werden bis 2024 ersetzt: Bonner Siemens/ Duewag Niederflurstraßenbahn der ersten Generation aus dem Jahr 1994 I © Wikipedia CC BY 2.5

Die Vorbereitungen laufen

Die Firma Skoda wird ein Ersatzteillager im Betriebshof Beuel einrichten. So wird sichergestellt, dass die neuen Fahrzeuge bei Bedarf schnell repariert und instandgehalten werden können.
In der Werkstatt Beuel werden Arbeitsbereiche umgebaut, da die neuen Bahnen zwei Meter länger sind als die bisherigen Fahrzeuge. Sind die ersten Bahnen geliefert, wird das Werkstattpersonal geschult, um die Wartung und Instandhaltung zu gewährleisten. Und das Fahrpersonal wird in Schulungsfahrten eingewiesen. 

Die erste neue Straßenbahn im Herstellerwerk im tschechischen Pilsen vor der Verladung nach Wien I © SWB
12.08.2022
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