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Leverkusen: Wupper-Sieg übernimmt Gebrauchtbusse von der RSVG Troisdorf

Am 23. August 2010 zeigte sich der heutige Wagen 487 der Wupper-Sieg, ein Solaris Urbino 18, in noch sehr jungem Alter als Wagen 2630 der RSVG im Busbahnhof in Siegburg | © Christian Marquordt

Mit dem 30. Juni 2021 endete der Einsatz der privaten „Kraftverkehr Wiedenhoff GmbH & Co KG“ aus Solingen auf den Linien im Verkehrsgebiet des Verkehrsverbunds Rhein – Sieg (VRS). (Zwar liegt der Betriebshof von Firma Wiedenhoff im Burscheider Stadtteil Hilgen, aber Betriebssitz ist Solingen.)

Das Busunternehmen Wiedenhoff wurde 1924 auf Betreiben von Bürgermeister Marquardt (mit dem Verfasser weder verwandt noch verschwägert) der damals noch eigenständigen Gemeinde Witzhelden (heute ein Stadtteil von Leichlingen) gegründet. Familie Wiedenhoff war in Witzhelden zuhause. Man begann mit einer Linie von Hilgen über Witzhelden nach Solingen, die Witzhelden den Anschluss an „die große Welt“ brachte. Im Laufe der Jahre kamen weitere Linien dazu.

Wiedenhoff besaß für diese Linien eigene Konzessionen und fuhr „auf eigene Rechnung“. Seit den siebziger Jahren bildete das Unternehmen zusammen mit der Deutschen Bundespost, der Oberbergischen Verkehrs AG (OVAG) aus Gummersbach und der Leichlinger Privatfirma Hüttebräucker (die ebenfalls eigene Linienkonzessionen besaß) die „Verkehrsgemeinschaft Bergisches Land“ (VBL), die zum 01. Oktober 1986 im neu gegründeten Verkehrsverbund Rhein – Sieg (VRS) aufging.

„Da war die Welt noch in Ordnung“: Wiedenhoff Wagen 108 vom Jahrgang 1970, einer der legendären MAN Metrobusse, am 18. November 1978 im Busbahnhof im Centrum von Leverkusen | © Christian Marquordt

Wiedenhoff fuhr seine Linien auch weiterhin, die Fahrgeldeinnahmen gingen an den VRS und wurden von dort nach einem ausgehandelten Schlüssel an die Mitgliedsbetriebe (deren größte sind die Kölner KVB und die Bonner SWB) verteilt.

Um 2020 kam Wiedenhoff zu dem Ergebnis, dass man für das wirtschaftliche Überleben hühere Einnahmen brauche. Doch kam eine Einigung mit dem VRS über eine andere Verteilung der Einnahmen nicht zustande,  und so kündigte der VRS zum Ablauf des 30. Juni seine Verträge mit Firma Wiedenhoff: Wiedenhoff fährt seit dem 01. Juli nicht mehr auf Linien im VRS.

Die Leistungen von Wiedenhoff wurden von der Regionalverkehr Köln (RVK) und von der „Kraftverkehr Wupper – Sieg AG“ (Leverkusen) übernommen. Was dazu führte, dass die Wupper-Sieg für das größere Fahrtenangebot etwas wenig Busse hatte.

Dem hat man jetzt ein Ende gesetzt. Die Wupper-Sieg kaufte von einem anderen Mitgliedsbetrieb im VRS, der Rhein – Sieg Verkehrs Gesellschaft (RSVG) aus Troisdorf, zehn gebrauchte Busse des Jahrgang 2009, die in Leverkusen als Wagen 480 bis 489 in Betrieb gingen. Es handelt sich um eine relativ bunte Mischung von Bussen der Hersteller MAN und Solaris, nämlich um

  • einen MAN Lion’s City G NG 313 (Niederflurgelenkbus)
  • zwei MAN Lion’s City NL 283 (Solo-Niederflurbusse)
  • zwei Solaris Urbino 12 (Solo-Niederflurbusse)
  • fünf Solaris Urbino 18 (Niederflurgelenkbusse)

Mit den sieben Solaris hat die Wupper – Sieg jetzt erstmals Busse dieses Herstellers in Dienst gestellt.

06.10.2021
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