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Minsk eröffnet dritte U-Bahnlinie mit Stadler Zügen

Am Freitag, dem 6. November, wurde in Minsk (Belarus) die dritte U-Bahnlinie mit der Bezeichnung Zelenaluzhskaya (Zelenoluzhskaya) eingeweiht. Der erste Abschnitt ist 3,4 km lang und besteht aus vier Bahnhöfen, die die nördlichen und südlichen Vororte der Hauptstadt mit dem Stadtzentrum verbinden. Zwei davon haben Anschluss an bestehende Linien – in Jubileynaja Ploschtschad‘ (Umsteigemöglichkeit zum Bahnhof Frunzenskaja auf der Awtozawodskaja-Linie) und Wokzalnaja (Umsteigemöglichkeit zum Bahnhof Moskowskaja auf der Awtozawodskaja-Linie und zum Hauptbahnhof).

Die Linie wird von sechs vierteiligen Stadler-Zügen des Typs M110/M111 bedient, die im Stadler-Werk in Fanipal in der Nähe von Minsk hergestellt wurden. Die Züge werden mit 825 V dritter Schiene betrieben und haben, wie auch die anderen beiden Linien, eine Spurweite von 1524 mm. Die Züge sind durchgehend begehbar und mit CCTV Überwachungskameras, Klimaanlagen und USB-Steckdosen im Innenraum ausgestattet. Zum ersten Mal werden in der Minsker Metro auch Bahnsteigtüren und Fahrsteige in den Bahnhöfen Jubileynaja Ploschtschad und Wokzalnaja eingeführt. Die Linie ist für Rollstuhlfahrer voll zugänglich.

Zum ersten Mal kommen bei der U-Bahn Minsk auch Bahnsteigtüren zum Einsatz I © realty.tut.by

Jede der vier Stationen ist in ihrem Design sehr einzigartig – die Station Jubileynaja Ploschtschad ist dabei die tiefste Station des Netzes. Sie befindet sich in 32 m Tiefe. Im Bahnhof wird Lichtkunst gezeigt. Sorgfältig in der Decke platziert, erzeugt sie die Illusion eines vollen Kreises, wenn man sie von bestimmten Punkten der Bahnsteighalle aus sieht.

Der nach dem bekannten belarussischen Dichter und Schriftsteller Ploschtschad Frantischeka Boguschewitscha benannte Bahnhof ist mit literarischen Themen gestaltet. Auf den Wandgemälden „Strickmaschine“ und „Das belarussische Buch“ können Sie die Zitate bekannter Schriftsteller des Landes lesen.

Auf dem Bahnsteig des Bahnhofs ist die Skulptur „Die Sonne“ installiert, deren Autoren der Bildhauer Maxim Petrul und der Architekt Wjatscheslaw Lopato sind I © realty.tut.by

Die Skulptur „Road Tree“ begrüßt die Pendler am Bahnhof Wokzalnaja, der mit 16 m der breiteste Bahnhof der Strecke ist. Sie ist in strengen Schwarz-Weiß-Rot-Tönen gehalten und erinnert mit ihren sich kreuzenden Linien an die Straßen.

Der Bahnhof Kowalskaja Sloboda bezieht sich auf die Schmiede, die vor langer Zeit in dieser Gegend lebten. Die Decke wurde mit geschmiedeten Kunstinstallationen verziert, die an Scherenschnittbilder erinnern. Und die Wände wurden mit Grafiken auf stoßfestem Glas.

Die Minsker Metro wird von 805 000 Fahrgästen pro Tag benutzt, und die Eröffnung der neuen Linie wird sicherlich dazu beitragen, die Zahl der Pendler zu steigern. Es wird erwartet, dass die Linie 3 nach Vollendung aller Ausbaustufen von bis zu 700 000 Fahrgästen pro Tag benutzt wird.

Die südliche Verlängerung der neuen Linie befindet sich derzeit im Bau und wird voraussichtlich 2023 eröffnet. Sie beinhaltet drei weitere Stationen und ein separates Depot. Die nördliche Erweiterung befindet sich in der Planungsphase. Insgesamt wird die Linie in Zukunft eine Länge von 14,7 km haben und 14 Bahnhöfe bedienen. Geplant ist auch eine 37 km lange kreisförmige U-Bahnlinie 4.

Weitere Informationen über das Metronetz von Minsk gibt es hier:

http://www.urbanrail.net/eu/by/minsk/minsk.htm

19.11.2020

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