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Nach Verlängerung: Pariser Metro-Linie 14 wird längste, schnellste und leistungsfähigste Linie

Metro MP14 in der Station Châtelet I © Wikipedia, Mohamed Sy, licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International license, CC BY-SA 4.0)

Die 1998 eröffnete und von Anfang an vollautomatisch betriebene Linie 14 mit gummibereiften Fahrzeugen ist für eine wesentlich höhere Transportleistung als die historischen Pariser U-Bahn-Linien ausgelegt. Alle Stationen, zuerst zwischen Madeleine und Bibliothèque François Mitterand, mit zwischenzeitlichen Verlängerungen im Norden zum Bahnhof Saint-Lazare und im Süden nach Olympiades, sind für 8-Wagen-Züge mit gegen 1000 Plätzen ausgelegt. Zuerst wurde die Linie jedoch mit 6-Wagen-Zügen betrieben. Während der Stationsabstand bei den anderen U-Bahnlinien durchschnittlich nur 550 m beträgt, was keine höhere Reisegeschwindigkeit als rund 30 km/h erlaubt, weist Linie 14 Abstände von rund 1300 m auf und erreicht damit eine Geschwindigkeit von etwa 40 km/h. 

Seit über 20 Jahren ist die heute noch längste und am stärksten belastete Linie 13 der Pariser Metro auf dem nördlichen Ast Richtung Saint-Denis Université hoffnungslos überlastet. Während der Stoßzeiten wurde zeitweise in der Station Saint-Lazare Personal eingesetzt um sicherzustellen, dass die Türen der Züge bei großem Andrang überhaupt geschlossen werden konnten. Seit 2017 konnte die Zugfolgezeit zur Stoßzeit von den ursprünglichen 140 auf 90 Sekunden reduziert werden, was bei den rund 800 Plätzen eines 6-Wagen-Zuges eine theoretische stündliche Kapazität von über 30 000 PPHD ergibt. Ab 2010 wurden die am stärksten belasteten Stationen mit Bahnsteigtüren ausgerüstet. Doch das hat noch nicht genügt.

Die vier neuen Stationen der Verlängerung der Linie 14 I © RATP

Durch Verlängerung der bisher am Bahnhof Saint Lazare endenden Linie 14 nach Mairie de Saint-Ouen mit vier neuen Stationen wird damit auf dieser Verbindung die Kapazität mehr als verdoppelt. Dank der Verlängerung der Linie 14 sollte die Anzahl Fahrgäste auf dem Nordast der Linie 13 um 25 % sinken. Diese 1,5 Milliarden Euro teure Verlängerung der Linie 14 um 5,9 km wurde nun am 14. Dezember eingeweiht. 

Einige Stationen befinden sich bis zu 26 Meter unter der Erde, im Vergleich zu 10 bis 15 Metern im historischen Netz. Mit einer dichten Zugfolge von nur 85 Sekunden kann die Linie mit 8-Wagen-Zügen in Stoßzeiten bis zu rund 40 000 Personen pro Stunde und Richtung befördern. Eine erste Bestellung von modernen 8-Wagen-Züge vom Typ MP 14 von Alstom sind in Auslieferung. Sie besitzen ein vollelektrisches Bremssystem mit Rekuperation, wodurch der durch mechanische Bremsen erzeugte Feinstaub verringert und der Gesamtenergieverbrauch um bis zu 17 % gegenüber den Vorgängerfahrzeugen MP05 sinkt. Die Fahrzeuge sind außerdem um 2 dB leiser und zu 95 % recycelbar. Der Innenausbau ist modular und kann daher später angepasst werden.

Die Linie 14 der Pariser Metro wird bis 2024 die längste, schnellste und leistungsfähigste I © RATP / Reinhard Christeller

Spätestens zu den Olympischen Spielen 2024 wird die Linie 14 noch einmal verlängert. Im Norden, bis zum zukünftigen Bahnhof Saint-Denis-Pleyel, im Süden, bis zum Flughafen Orly. Die Tunnelbohrmaschinen sind in voller Aktion. Damit wird ein erster Baustein der künftigen Metro Grand Paris Express geschaffen mit Verbindungen zu den vorgesehenen Linien 15, 16, 17 und 18. Die Linie 14 wird dann mit 27 Kilometern die längste im Ballungsraum sein und zweifellos die meistgenutzte. Es wird erwartet, dass ihre Fahrgastzahlen von 550 000 auf 1 Million Fahrten pro Tag steigen werden.

Einen ausführlichen Bericht über den Ausbau des Pariser Metronetzes haben wir an folgender Stelle veröffentlicht:

23.12.2020

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