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Paris: Die neue TramTrain T13 Linie

von Erik Buch
Saint-Cyr Endstelle am 24.07.2022 | © UTM/b

Im Großraum Paris kehrte die Straßenbahn als modernes Verkehrsmittel 1992 zurück – diverse Linien unterschiedlicher Systemkonfigurationen kamen seither dazu und ergänzen sinnvoll das umfangreiche, vielfältige ÖPNV-Angebot. Auch die Variante “TramTrain”, hier in Form von niederflurigen Straßen- und Stadtbahnwagen auf (teilweise ehemaligen) Vollbahnstrecken, findet inzwischen mehr und mehr Verbreitung. Seit dem 6. Juli 2022 gehört mit der neuen T13 eine weitere solche Linie im Westen des Großraums Île-de-France dazu. Citadis Dualis von Alstom nahmen an diesem Tag den kommerziellen Betrieb auf der Linie T13 zwischen Saint-Cyr-l’École und Saint-Germain-en-Laye auf.

Wir hatten über die Aufnahme der Testfahrten auf der T13 schon hier berichtet:
https://www.urban-transport-magazine.com/paris-endspurt-fuer-tram-train-t13/

T13 | © Île-de-France Mobilités

Die Streckenführung

Auf der 18,8 km langen, zweigleisigen Strecke fahren die Züge zur Hauptverkehrszeit im 10-Minuten-Takt, im übrigen Tagesverlauf alle 20 Minuten, und bedienen dabei insgesamt 12 Stationen. 7 davon wurden neu eingerichtet, 5 von der vorherigen Bahnverbindung übernommen. Die T13 verläuft überwiegend auf der Trasse der früheren Grande Ceinture Ouest Eisenbahnstrecke, aber auch gänzliche neue Abschnitte gehören zum Streckenverlauf. Im bebauten Umfeld von Saint-Germain-en-Laye fahren die Züge ähnlich einer klassischen Straßenbahn im Rechtsverkehr, auf den längeren Abschnitten im Zuge der früheren Regionalbahnstrecke dagegen mit deutlich höherer Geschwindigkeit im Linksverkehr, was im Linienverlauf eine Eigenkreuzung nötig macht.

An den beiden Endstationen und in Saint-Nome-la-Bretèche Foret de Marly besteht Anschluss an die Vorortbahnlinien L, N und U und an die S-Bahn Réseau Express Régional (RER) Linien A und C.

Etwa 21.000 Fahrgäste werden täglich auf der neuen Verbindung erwartet, die eine deutliche Qualitätsverbesserung auch gegenüber der früher betriebene Regionalbahnlinie L darstellt. Die Finanzierung der Infrastruktur des Gesamtprojekts in Höhe von EUR 306 Mio. teilten sich die Région Île-de-France (53%), der Zentralstaat (17%) und der Conseil Départemental des Yvelines (30%), während die EUR 68,8 Mio. für die Fahrzeuge von Île-de-France Mobilités getragen wurden.

Eine künftige Verlängerung der T13 abzweigend in Lisière-Pereire über Poissy nach Achères-Ville, zum Teil entlang der RER-Linie A, soll bis 2024/5 in Betrieb gehen.

T13 Erweiterung nach Achères-Ville RER | © Île-de-France Mobilités
Entwurf für die künftige Streckenführung durch Poissy | © Île-de-France Mobilités


Bewährtes Rollmaterial

Auf der T13 fahren 11 vierteilige Niederflurzüge vom Typ Citadis Dualis des einheimischen Herstellers Alstom. In der Region Île-de-France sind damit derzeit 41 Alstom Citadis Dualis-Züge im Einsatz:

  • 15 Züge auf der Linie T11 (Épinay-sur-Seine – Le Bourget) seit Juli 2017 sowie auf der Linie P der Transilien (Zweiglinie Esbly – Crécy-la-Chapelle) seit März 2022
  • 15 Züge auf der Linie T4 (Bondy – Aulnay-sous-Bois oder Montfermeil) seit Dezember 2019
  • 11 Züge auf der Linie T13 (Saint-Cyr-l’École – Saint-Germain-en-Laye).
  • 23 weitere Alstom Citadis Dualis kommen auf der in wenigen Monaten zu eröffnenden Linie T12 (Massy – Evry) zum Einsatz. Die Lieferung von Straßenbahnzügen für die Linie T13 begann im November 2020 und wurde gemäß dem ursprünglich geplanten Zeitplan im September 2021 abgeschlossen. Die Hälfte der für die T12-Linie vorgesehenen Züge ist ebenfalls schon ausgeliefert.

Alstom produziert aktuell 11 zusätzliche Straßenbahnzüge für die T4-Linie, die die bisherigen Siemens TramTrain-Züge vom Typ Avanto ablösen werden. Langfristig sollen im Raum Paris bis zu 100 solche Triebzüge fahren – landesweit sollen es bis zu 200 Züge sein.


Bildergalerie:
30.07.2022
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