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Stadler liefert neue Citylink Tram-Train Generation nach Chemnitz

Der Zweckverband Mittelsachsen bestellt 19 CITYLINK mit der Option auf bis zu 27 weitere Fahrzeuge für die Chemnitz-Bahn. Die dreiteiligen Zweirichtungsfahrzeuge gehen ab Sommer 2026 in den Fahrgastbetrieb I © Stadler

Grünes Licht zur Finanzierung, Beschaffung und Instandhaltung neuer vollelektrischer Zweisystem-Regionalstadtbahnen (Tram-Trains) für die Linien der Chemnitz-Bahn. Nachdem die Verbandsversammlung zu Monatsbeginn dem Vorhaben bereits zustimmte, sind nun auch die Verträge unterschrieben. Für für den künftige Tram-Train Flotte wird ein neuer Bahnbetriebshof an der Sachsen-Allee in Chemnitz gebaut.

Die VMS Verbandsversammlung hat über ein Gesamtpaket für die Chemnitz-Bahn (Chemnitzer Modell) in Höhe von 234,56 Mio. Euro entschieden. Darin sind Bahnen, der neue Betriebshof an der Sachsen-Allee und Instandhaltung enthalten. 

Das Projekt der VMS GmbH wird finanziert durch die Aufnahme von Investitionskrediten, Fördermittel des Freistaates Sachsen sowie Eigenmittel des Zweckverbandes Verkehrsverbund Mittelsachsen (ZVMS). 

Den Zuschlag für Lieferung und Instandhaltung von 19 Zweisystembahnen (mit Option auf bis zu 27 weitere) hat die Bewerber-/Bietergemeinschaft Stadler erhalten, vertreten durch die Stadler Deutschland GmbH. Stadler liefert die Bahnen ab Sommer 2025, ab Juni 2026 soll der planmäßige Einsatz im Fahrgastverkehr erfolgen. 

Die Bahnen ähneln den bisher eingesetzten Citylinks, mit denen die City-Bahn Chemnitz (CBC) seit 2015 im Auftrag des ZVMS die Linien der Chemnitz-Bahn bedient. Konzeptionell dürften die neuen Citylinks der VDV-Bestellung ähneln, die Stadler Anfang des Jahres gewonnen hat. An dieser hatte sich Chemnitz aber letztelendes nicht beteiligt. Wir berichteten hier:

Die neue Tramlink Generation

Die Länge der Fahrzeuge beträgt 37,5 m und es können 236 Personen befördert werden, es gibt 88 Sitzplätze. Die Citylinks der 2. Generation verfügen über vier Doppeltüren pro Seite, womit ein ebenerdiger Einstieg an Bahnsteigen mit 38 cm und 55 cm möglich ist. Die Mitnahme von Kinderwagen, Rollstühlen und Fahrrädern ist eingeplant. Die Fahrzeuge verfügen über ein dynamisches Fahrgastinformationssystem (FIS) und ein funkferngesteuertes Blindeninformationssystem (BLIS). Die neuen Bahnen haben eine Antriebsleistung von 900 kW und erreichen Tempo 100. Wesentlicher Unterschied zu den Citylinks der 1. Generation: Die neuen Stadler sind vollelektrisch, können mit Straßenbahnstrom (600/750 V Gleichspannung) im Stadtgebiet oder Eisenbahnstrom (15.000 V Wechselspannung) im Umland fahren.

Die bisherige Flotte der Chemnitzer Zweisystembahnen besteht aus 12 Stadler Citylinks, die sowohl mit 750 V als auch mit einem Dieselgenerator für nicht-elektrifizierte Strecken betrieben werden können I Foto: UTM

Geplanter Einsatz


Eingesetzt werden die Citylinks der 2. Generation auf der Chemnitz-Bahn-Linie Richtung Mittweida sowie den noch durchgehend zu elektrifizierenden Strecken nach Glauchau über Stollberg und Oelsnitz, nach Burgstädt und Hainichen. Auch nach Limbach-Oberfrohna (Ausbaustufe CM 4) werden sie zum Einsatz kommen. Die Citylinks der 1. Generation fahren später auf den nicht elektrifizierten Strecken.
VMS-Geschäftsführer Mathias Korda: „Mit dem neuen Fahrzeugpaket sind wir kostengünstiger und umweltfreundlicher unterwegs. Wir setzen hier das bereits im Elektronetz Mittelsachen erfolgreich praktizierte Prinzip ,Lieferung plus Instandhaltung durch den Hersteller‘ um.“
Jure Mikolčić, CEO der Stadler Deutschland GmbH: „Mit der Lieferung der nächsten Generation des CITYLINK zeigt Stadler, dass sich mit innovativen und flexiblen Lösungen Stadt und Land komfortabel und umsteigefrei verbinden lassen. Wir freuen uns, mit der Lieferung der 19 mehrsystemfähigen Fahrzeuge die Zusammenarbeit mit der Region fortzusetzen.“
Der Betriebshof:

Neuer Betriebshof

Damit die Fahrzeuge instandgehalten werden können, ist der Bau des neuen
Betriebshofes an der Sachsen-Allee notwendig. Denn nur wenn die neuen Citylinks in hoher Qualität instandgehalten werden können, kann der Nahverkehr reibungslos, sicher und komfortabel funktionieren.

Die Planungen für den Betriebshof beginnen in diesem Jahr, mit der Genehmigung zum Bau (Planfeststellungsbeschluss) kann für 2024 gerechnet werden. Bis 2026 soll der Betriebshof in Betrieb gehen. 


31.03.2022
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Johannes Frübis
Johannes Frübis
1 Monat zuvor

Sehr gute Idee.
Wenn doch bloß noch mehr Städte mitmachen würden.
Gruß aus Mannheim