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Elsässer Alstom-Werk an Škoda oder CAF?

Die Regionalzüge „Régiolis“ für die SNCF, bei Alstom als „Coradia Polyvalent“ bezeichnet, werden im Werk Reichshoffen hergestellt I © Lizenz CC BY-SA 3.0 (https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/a/ae/R%C3%A9giolis_Alstom.jpg)

Wie die Zeitung „L’Alsace“ am 13. Oktober berichtet, bewerben sich die tschechische Škoda und die spanische CAF um die Übernahme des Alstom-Werks in Reichshoffen mit 780 Mitarbeitern, das auf den Bau von Regionalzügen spezialisiert ist. Die EU-Kommission hat als eine der Bedingungen für die Zustimmung zur Übernahme der Bahnsparte von Bombardier durch Alstom zur Verhinderung einer marktbeherrschenden Stellung, verlangt, dass Alstom dieses Werk veräußert. Die Übernahme von Bombardier ist nun auf Ende Juli 2021 vorgesehen.

Das Werk von CAF in Bagnères de Bigorre in den Pyrenäen baut Intercity-Züge für die SNCF und wurde anfangs Oktober vom französischen Verkehrsminister Jean-Baptiste Djebbari besucht I © CAF

CAF hat sich verpflichtet, in Reichshoffen zu produzieren

Nach der Analyse der Projekte der spanischen CAF und der tschechischen Škoda äußern sich nun die Gewerkschaften. Ihrer Meinung nach sollte CAF den Vorzug erhalten. Nach deren Meinung verfügt sie über eine hervorragende technische Kapazität und über eine gute kommerzielle Basis. Man denke daran, dass CAF seit 2008 bereits ein kleines Werk mit 100 Mitarbeitern im französischen Bagnères de Bigorre und ist auf dem französischen Markt mit Lieferungen und Bestellungen für Straßenbahnen und Intercity-Züge, was ihr erlaubt, die dortige Belegschaft mehr als zu verdreifachen. CAF habe sich auch verpflichtet, alle zukünftigen Aufträge, die in Frankreich gewonnen werden, in Reichshoffen zu produzieren. Darüber hinaus wolle CAF den Elsässer Standort zu ihrem Kompetenzzentrum im Bereich Brennstoffzellen-Technologie ausbauen.

Exklusive Verhandlungen mit Škoda

Laut eines Artikels der französischen Zeitung „Les Echos“ vom 23. Oktober 2020 hat Alstom jetzt exklusive Verhandlungen mit Škoda begonnen. Weitere Informationen sind bislang nicht bekannt. Alstom ist aber nicht gezwungen, das Werk in Reichshoffen kurzfristig zu verkaufen. Laut dem Zeitungsbericht geht es der europäischen Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager lediglich darum, im Vorfeld „exklusive Verhandlungen“ mit einem bestimmten Kandidaten aufzunehmen. Wenn bis zum 31. Juli 2021 keine Vereinbarung unterzeichnet wird, werde ein Treuhänder mit der Akte betraut, heißt es.

26.10.2020

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